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Ems spürt 
die Krise in der Industrie

Trotz des Umsatzrückgangs im ersten Halbjahr kann 
die Chemiefirma den Betriebsgewinn leicht erhöhen.
Olivier Berger

Das hatte man lange nicht gesehen: ein Minus vor den Zah-len im Halbjahresabschluss der Ems-Chemie. Am Freitag war es so weit. So sank der Umsatz um 3,5 Prozent. Zuvor reihte sich Rekord an Rekord, was den Rückgang relativiert. Beim Betriebsergebnis resultierte trotz weniger Umsatz ein Plus von 1,1 Prozent. Zudem betrug der Umsatzrückgang in lokalen Währungen lediglich 1,4 Prozent. Der Rest des Minus resultierte aus der Umrechnung in den erstarkten Franken.

Gesamthaft gehe es mit der Industrie bergab, sagte Firmenchefin Magdalena Martullo bei der Präsentation der Zahlen auf dem Werksgelände in Domat/Ems. Ganz besonders gelte dies für die der Autoindustrie. Der Grund dafür sei die gedämpfte Konsumentenstimmung, die mit politischen Instabilitäten und Handelsbarrieren zusammenhänge. In Zeiten der Verunsicherung sei klar: «Man kauft nicht unbedingt ein neues Auto, wenn das alte noch läuft.»

«Die Industrie bricht 
drastisch ein»

In der Schweiz habe sich die generelle Stimmung noch nicht der aktuellen weltwirtschaftlichen Entwicklung angepasst – bei der Politik schon gar nicht, sagt die SVP-Nationalrätin im Gespräch. Viele hätten noch nicht realisiert, was passiert sei. Derzeit breche die Industrie drastisch ein. «Da gibt es eine gewisse Parallele zum Rückgang 2008/2009.»

Ein extremes Ereignis wie damals mit dem Zusammenbruch der Bank Lehman Brothers sei bisher aber noch nicht eingetreten. «Wenn wir aber eine so kritische Ausgangslage in den Märkten haben wie heute, dann platzen immer auch Finanzblasen», sagt die Ems-Chefin. Als Reaktion auf die Krisenstimmung habe Ems weitere Beschleunigungsprogramme für Neugeschäfte und Entwicklungen aufgegleist. «Wir werden auch weiter unsere Effizienz steigern. So investieren wir rund 50 Millionen in neue kostengünstigere Produktionsanlagen in Domat/Ems.» Entlassungen seien dagegen nicht geplant, zumal die Ems-Chemie ihren Personalbestand vorsorglich schon länger reduziert habe – weltweit um drei Prozent. «Das ist aber ohne Kündigungen geschehen», sagt Martullo. Der Gang ins günstigere Auslandist ebenfalls kein Thema. «Wir haben überhaupt keine Verlagerungspläne, im Gegenteil.»

Ein Umsatzziel für das gesamte Jahr 2019 nannte Martullo nicht, «zum ersten Mal, seit ich das Unternehmen leite». Allerdings stehe für sie der Umsatz nicht im Vordergrund. «Wir wollen das Geschäftsergebnis des Vorjahres mindestens halten.»

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