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In der Stadt Zug kann man neu die Parkuhr per App bezahlen

Die Bezahl-App Twint will die mühsame Suche nach Kleingeld an der Parkuhr überflüssig machen. Seit Donnerstag läuft in Zug ein entsprechendes Pilotprojekt. Andere Schweizer Städte wollen bald nachziehen.
Gregory Remez
QR-Code scannen, Parkdauer einstellen – und fertig: Das Bezahlen via Smartphone-App dürfte in den meisten Fällen weniger lange dauern, als Münzen in eine Parkuhr einzuwerfen. (Bild: Roger Grütter (Zug, 30. August 2018))

QR-Code scannen, Parkdauer einstellen – und fertig: Das Bezahlen via Smartphone-App dürfte in den meisten Fällen weniger lange dauern, als Münzen in eine Parkuhr einzuwerfen. (Bild: Roger Grütter (Zug, 30. August 2018))

Die Suche nach einem Parkplatz ist für den Autofahrer, was der Check-in am Flughafen für den Flugreisenden ist. Ein lästiges, notwendiges Übel, das meist mehr Zeit und Geduld in Anspruch nimmt als ursprünglich eingeplant. Und hat man dann endlich einen Parkplatz ergattert, wartet am Strassenrand bereits der nächste Stimmungskiller: eine Parkuhr, die als Währung nur Münzen akzeptiert und dann auch noch partout kein Retourgeld herausrücken will. Nicht wenige lassen ihr Auto dann lieber stehen und riskieren eine Busse, als noch mehr Zeit zu vergeuden.

«Dank unserer Innovation lässt sich der Parkplatz künftig einfach mit dem Handy bezahlen, man benötigt dazu weder Bargeld noch eine zusätzliche App.»

Eine Smartphone-App will diesem frustrierenden Ritual an der Parkuhr nun endlich Einhalt gebieten. In der Stadt Zug läuft seit gestern ein Pilotprojekt, bei dem man die Parkgebühr einfach über die Bezahl-Applikation Twint entrichten kann. Dazu muss man lediglich die App öffnen, den QR-Code auf der Parkuhr scannen und die gewünschte Parkdauer eingeben – schon wird der Betrag vom hinterlegten Konto oder der hinterlegten Kreditkarte abgezogen. Zusätzlicher Vorteil: Wer den Parkplatz früher als geplant verlässt, kann sich den Restbetrag zurückerstatten lassen. «Dank unserer Innovation lässt sich der Parkplatz künftig einfach mit dem Handy bezahlen, man benötigt dazu weder Bargeld noch eine zusätzliche App», sagt Alessandro Rausa, Chefentwickler von Twint, bei der gestrigen Vorführung in Zug. Ausserdem bezahle man immer nur die Zeit, die man tatsächlich auch parkiert hat.

Basel, Bern und Luzern noch zurückhaltend

Möglich macht das Pilotprojekt die Zusammenarbeit von Twint und Digitalparking, ein Schweizer Unternehmen für Parkplatzbewirtschaftung. «Mit Twint haben wir einen starken Partner gefunden», freut sich Reto Schläpfer, Geschäftsleiter von Digitalparking. Das Bezahlen der Parkgebühr via Twint werde in der Stadt Zug in den kommenden Wochen nach und nach eingeführt. Seit gestern ist dies schon mal auf den Parkplätzen vor der Zuger Kantonalbank möglich – auch dank der Mithilfe von CEO Pascal Niquille. «Wir sind seit Beginn Partner von Twint. Bei der Suche nach einem Standort für das Projekt waren wir gerne Türöffner. So profitieren alle Zuger von einer weiteren Bezahlmöglichkeit», sagt Niquille.

Zug will Smart City werden

Die Städte Zürich, Zug, Winterthur und St. Gallen haben gemeinsam mit den SBB, der Swisscom und der Post den Smart City Hub Switzerland gegründet. Der Verband hat zum Ziel, das Thema Smart City mit konkreten Projekten voranzubringen. Smart City steht für gesamtheitliche Konzepte, die beabsichtigen, Städte effizienter, ökologischer und sozial inklusiver zu gestalten. Diese Ziele sollen erreicht werden, indem sich verschiedene Stakeholder vernetzen, Informationen austauschen und gezielt zusammenarbeiten. Dazu zählt unter anderem auch eine intelligente, datengetriebene Parkplatzbewirtschaftung. (red)

Sollte alles reibungslos funktionieren, wird man bereits im kommenden Jahr alle Parkplätze in Zug bargeldlos bezahlen können. Und damit nicht genug: «Bis Ende 2019 wird Digitalparking die Lösung in der Hälfte der grösseren Schweizer Städte eingeführt haben», sagt Reto Schläpfer. Mit schweizweit rund 15500 Parkuhren sei das Marktpotenzial gigantisch. In den nächsten Monaten würden die Stände Thun, St. Gallen, Rapperswil, Frauenfeld, Lugano und Yverdon-les-Bains ausgerüstet. Zürich sei dann im ersten Halbjahr 2019 dran. Andere grosse Städte wie Basel, Bern und Luzern seien noch etwas zurückhaltender, man sei aber in Kontakt, sagt Schläpfer. «Das Problem ist: Je grösser die Stadt, desto grösser die Hürde für eine Einführung. Man denke nur an den administrativen Aufwand. Schliesslich müssen die Polizeikontrollen auch mit der neuen Bezahllösung gewährleistet sein.» Eine Stadt wie Zug sei für ein solches Projekt daher ideal.

Die Idee einer Bezahl-App fürs Parkieren ist im Grunde nicht neu. In der Schweiz gibt es eine Handvoll Jungunternehmen, die sich im Markt bewegen. Im näheren Ausland gibt es bereits eine ganze Palette an verschiedenen Angeboten. Das bisher erfolgreichste unter ihnen, Easypark aus Schweden, ist aktuell in elf europäischen Ländern aktiv. Die Twint AG mit Sitz in Zürich gehört den grössten Schweizer Banken, darunter Credit Suisse, Postfinance, Raiffeisen, UBS, Zürcher Kantonalbank, sowie den beiden Finanzdienstleistern SIX und Worldline.

«Wir wollen die Leute nicht überfordern»

Trotz der prominenten Besitzer hatte Twint bisher keinen leichten Stand. Mit rund 930000 registrierten Nutzern ist sie zwar die am weitesten verbreitete Bezahl-App der Schweiz, auch kennen gemäss einer Studie der Schweizerischen Nationalbank rund 40 Prozent der Schweizer mobile Zahlungsformen. Jedoch nutzen aktuell gerade mal 10 Pro­zent diese Möglichkeit.

Das sei nicht verwunderlich, sagt Twint-CEO Thierry Kneissler. Für viele sei das bargeldlose Zahlen noch immer extrem neu. Man müsse – bei aller Liebe zur Innovation – aufpassen, dass man die Leute nicht überfordere. Er sehe aber einen Aufwärtstrend, vor allem bei den Internetkäufen. «Langsam, aber sicher nehmen wir Fahrt auf. Twint ist das digitale Bargeld der Schweiz. Dass es nun auch beim Parkieren zum Einsatz kommt, ist toll.»

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