Erfolgreiches 2019, ungewisses 2020 für die Wirtschaftsförderung Luzern

21 Firmen konnten 2019 im Kanton angesiedelt werden. Trotz Coronakrise nehmen Projekte in den Bereichen Ansiedlung und Unternehmensentwicklung nun wieder Fahrt auf.

Maurizio Minetti
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Adidas war der mit Abstand grösste Fisch, den die Wirtschaftsförderung Luzern letztes Jahr an Land ziehen konnte. Der deutsche Sportartikelhersteller hat bekanntlich im Herbst 2019 die Abwicklung des globalen Handelsgeschäfts von den Niederlanden nach Root verlegt und beschäftigt nun rund 150 Mitarbeitende im Kanton. «Dies ist das grösste Ansiedlungsprojekt, welches im letzten Jahr erfolgreich umgesetzt wurde», sagt Direktor Ivan Buck.

Ivan Buck, Direktor der Wirtschaftsförderung Luzern, beim Alpenquai vor seinem Büro.

Ivan Buck, Direktor der Wirtschaftsförderung Luzern, beim Alpenquai vor seinem Büro.

Eveline Beerkircher (23. Mai 2018)

Sieben weitere Ansiedlungen von Firmen aus dem Ausland verzeichnete die Luzerner Wirtschaftsförderung letztes Jahr, hinzu kamen 13 aus anderen Kantonen. Insgesamt konnte die Wirtschaftsförderung Luzern letztes Jahr damit 21 Ansiedlungsprojekte umsetzen, wie dem soeben veröffentlichten Jahresbericht zu entnehmen ist. Im Vergleich zum Vorjahr sind das drei Firmen weniger.

Gesamthaft wurden 33 Unternehmensentwicklungsprojekte bei Luzerner Firmen erfolgreich abgeschlossen. Dabei ging es vor allem darum, den Unternehmen attraktive Standorte anzubieten oder sie bei der Erweiterung bestehender Standorte zu unterstützen. «Das Standortmanagement ist ganz zentral für Firmen. Wir können hier beste Unterstützung anbieten», so Buck.

Ausbauten sorgen für Hunderte neue Jobs

2019 war also ein erfolgreiches Jahr für die Wirtschaftsförderung, doch nun kommt die Coronakrise. «Wir rechnen für dieses Jahr mit einer deutlichen Abkühlung, verbunden mit einer anschliessenden Erholungsphase im Jahr 2021. Langfristig gibt es durchaus Grund, optimistisch zu sein, denn der Kanton Luzern ist im nationalen und internationalen Wettbewerb gut positioniert», so Buck. Die erlebte Anfälligkeit internationaler Lieferketten dürfte einige Unternehmen dazu bringen, die Möglichkeiten der Digitalisierung und Automatisierung zu nutzen, um neue Produktionskapazitäten in der Schweiz aufzubauen, gibt er sich optimistisch.

Die Wirtschaftsförderung Luzern hat während des Lockdowns Luzerner Unternehmen beratend unterstützt. Auf der Website wurden Informationen für die Wirtschaft laufend aktualisiert und Unterstützungsmöglichkeiten für die Firmen gebündelt zusammengefasst. «Wir konnten vielen Firmen zeitnah und unkompliziert weiterhelfen», sagt Ivan Buck. «Geschätzt wird auch die kostenlose juristische Beratung, welche wir zusammen mit dem Luzerner Anwaltsverband aufbauen konnten.»

Mit dem Neustart der Wirtschaft nehmen nun auch die Projekte in den Bereichen Ansiedlung und Unternehmensentwicklung wieder Fahrt auf. Das Ziel sei, möglichst rasch wieder an das erfolgreiche Geschäftsjahr 2019 anzuknüpfen, heisst es in einer Mitteilung. Einige Wachstumsprojekte seien in der Realisierungsphase und einzelne konnten bereits erfolgreich umgesetzt werden. So laufen derzeit Bauprojekte etwa bei Competec in Willisau, Hug in Malters, Connect Com in Rothenburg oder Afag in Zell. Diese Ausbauten werden in den nächsten Monaten und Jahren zu mehreren hundert neuen Arbeitsplätzen führen.

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