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EY suspendiert Partner

Die Vorwürfe der sexuellen Belästigung rissen um EY nicht ab. Nun intervenierte die übergeordnete Instanz.
Beat Schmid
Suspendierung wirft ein schlechtes Licht auf EY Schweiz. (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Zürich, 25. Januar 2018))

Suspendierung wirft ein schlechtes Licht auf EY Schweiz. (Bild: Ennio Leanza/Keystone (Zürich, 25. Januar 2018))

Plötzlich ging es schnell: Julie Linn Teigland, bei EY für die Schweiz, Deutschland und Österreich verantwortlich, suspendierte einen langjährigen Partner, der in der Schweiz als «Talent Officer» in der Geschäftsleitung sass. In einem E-Mail bezieht sie sich auf entsprechende Medienberichte, die im «Widerspruch zu unserer Kultur» stünden und eine mögliche Verletzung von internen Regeln aufwerfen.

Das Schreiben machte der Blog «Inside Paradeplatz» zuerst öffentlich. Dieser Blog war es auch, der bereits mehrfach über den Belästigungsfall berichtete. Das Medium schrieb, dass der hohe EY-Partner erfolglos eine Affäre mit einer jungen Angestellten anzubahnen versuchte, die sich gegen seine Zudringlichkeiten gewehrt habe und daraufhin gemobbt worden sei. Die Frau verliess das Unternehmen mit einer Abfindung.

Kritik auch an die Schweizer Geschäftsleitung

Die Vorwürfe wegen sexueller Belästigung seien 2016 und nochmals 2018 von EY Schweiz abgeklärt worden, doch aufgrund der «damals vorliegenden Informationen» seien diese als nicht stichhaltig eingeschätzt worden, wie Teigland weiter ausführt. Diese Woche kam nochmals Schwung in die Affäre, als der «Tages-Anzeiger» neue Details bekannt machte. Die Zeitung publizierte kompromittierende Textnachrichten und Beschuldigungen, die dazu führten, dass EY den Fall nochmals abklärte – und zwar von einer externen Anwaltskanzlei, wie Teigland im E-Mail ankündigte. Die neue externe Untersuchung ist vor allem auch ein Schlag für den Chef von EY Schweiz, Marcel Stadler. Der Luzerner sieht sich dem Vorwurf aus­gesetzt, den Belästigungsfall möglicherweise nicht gründlich genug abgeklärt zu haben. Der «Tages-Anzeiger» wirft der Beratungsfirma vor, zwar Massnahmen eingeleitet zu haben, aber den Täter letztlich geschützt und sogar gefördert zu haben.

Zumindest einen Teil des vorliegenden, belastenden Materials stammt von der Whistleblower-Plattform «Swiss Leaks». Hinter dieser steckt die Politkampagnenorganisation Campax. Deren Präsident Andreas Freimüller erklärt, dass «täglich neue Informationen» ankommen würden. Die Organisation nutzt den Fall geschickt für die eigene Propaganda. Am Tag, als der «Tagi»-Artikel erschien, hängte sie ein riesiges Plakat beim EY-Sitz auf.

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