Versicherungen
Erntezeit für Swiss Life

Definitiver Abschluss eines trüben Kapitels.

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Der Versicherer Swiss Life blickt positiv in die Zukunft.

Der Versicherer Swiss Life blickt positiv in die Zukunft.

KEYSTONE/CHRISTIAN MERZ

Für den Swiss-Life-Chef Patrick Frost war 2017 ein besonders schwieriges Jahr. Der 49-Jährige erkrankte an Krebs und musste sich über Monate einer schweren Therapie unterziehen. Doch der Basler ging als Sieger aus dem Kampf hervor und zeigte sich gestern an der Jahresbilanzpressekonferenz in bester Verfassung. Mitverantwortlich dafür waren selbstredend auch die guten Geschäftszahlen. Damit bestätigt das Unternehmen die steigende Formkurve, die seit Frosts Berufung zum CEO Mitte 2014 deutlich an Dynamik gewonnen hat.

Aus einem geringeren Ertrag hat Swiss Life im Berichtsjahr erneut mehr Gewinn gezogen. Das den Aktionären zurechenbare Ergebnis stieg um nahezu 10 Prozent auf gut eine Milliarde Franken. Ausschlaggebend war einmal mehr die starke Zunahme des Gebührenertrages. Das Gebührengeschäft trägt inzwischen mit 442 Millionen Franken fast einen Drittel zum Betriebsgewinn des Konzerns bei und ist zum wichtigsten Gewinnpfeiler der Gruppe aufgestiegen.

Swiss Life in Zahlen:

* in Mio. Fr. / **in Fr.

Konform mit der 2015 von Frost ausgegeben Strategie verdient die Swiss Life nun mehr Geld mit Beratungsleistungen und mit Vermögensanlagen für Drittkunden als mit der Versicherung biometrischer Risiken – der Grundfunktion jedes Lebensversicherers. Trotz dem intensiven Wettbewerb um die Versicherung von Risiken wie Todesfall oder Invalidität und ungeachtet der nicht zuletzt gesetzlich eingeschränkten Gewinnmöglichkeiten aus der Anlage von Vorsorgegeldern hat Swiss Life die Probleme aus der Finanzkrise nun endgültig hinter sich gelassen.

Der offenkundige Beleg da-für ist die kräftige Dividendenerhöhung um fast einen Viertel auf Fr. 13.50 pro Aktie. Die Ausschüttung ist der sichtbare Beleg für die gestärkte Solvenz des Versicherers, die in den kritischen Jahren 2008 und 2009 stark gelitten hatte und 2011 durch die Einführung eines markant verschärften Solvenzregimes durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht noch einmal stark strapaziert worden war. Mittlerweile glänzt die Swiss Life mit Solvenzquoten, um die sie so mancher Mitbewerber beneiden dürfte.

Die reichlich belohnten Aktionäre durften einen ersten Teil der Ernte bereits im vergangenen Jahr einfahren, als die Swiss-Life-Aktien ein neues Allzeithoch erreichten. Für viele Analysten sind die lange Zeit verschmähten Aktien wieder eine gute Wahl. Das scharfe Schweizer Solvenzregime bleibt für Frost allerdings ein Wermutstropfen zumal es eine noch fulminantere Entwicklung des Konzerns in den vom EU-Solvenzregime weniger stark regulierten Märkten Deutschlands und Frankreichs behindere. Frost rechnet jedoch in nächster Zukunft mit gewissen regulatorischen Erleichterungen in der Schweiz. (DL)