«Es läuft nicht nichts im Städtli Klingnau»
«Es läuft nicht nichts im Städtli Klingnau»

Nach über dreijähriger Passivität hat sich der Verein Klingnau Zentrum an einem Infoabend mit der eigenen Zukunft, aber auch mit der Zukunft der Gewerbetreibenden im Städtli beschäftigt.

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Aargauer Zeitung

Angelo Zambelli

«Was soll im Städtli geschehen? Haben wir als Verein Zentrum Klingnau überhaupt noch eine Aufgabe oder nicht?», fragte Präsident Peter Thut die Mitglieder. Zwar sprachen sich diese nach längerer Diskussion für eine Weiterführung des Vereinsaktivitäten aus, doch klare Antworten auf die Frage, welchen Weg das Städtli als Ganzes künftig gehen soll, blieben weitgehend aus. Der Vorschlag des Präsidenten, die administrative Organisation des Chlausmarktes der Gemeinde zu übergeben - bei gleichzeitiger «Vererbung» der Marktstände - wurde mit dem Vorbehalt quittiert, dies könnte dazu führen, dass der Markt langsam sterbe. Schliesslich einigten sich die Mitglieder darauf, eine Arbeitsgruppe zu bilden, in der sich auch andere Interessensvertreter wie die Kulturkommission oder der Schlossverein einbringen können.

Verkehr und Begegnungszone

Viel Raum in der Diskussion nahmen die Parkplatzprobleme sowie die vom Gemeinderat vorgeschlagene Begegnungszone ein. «Die derzeitige Situation mit den vielen abgestellten Autos kann nicht unsere Zukunft sein», sagte Peter Thut. Langfristig müsse etwas unternommen werden, damit Einheimische und Besucher sagen könnten: «Es ist schön in diesem Städtchen!» Ziel müsse es sein, dass flaniert und gleichzeitig ohne Behinderung eingekauft werden kann.

Die Absicht des Klingnauer Gemeinderates, eine Begegnungszone einzuführen, in der der rollende Verkehr und die Fussgänger gleichberechtigt sind, stiess nicht auf eitel Freude. Während die einen darin eine Möglichkeit sehen, mehr Leute ins Städtli zu locken, befürchten einzelne Gewerbetreibende Umsatzeinbussen wegen des ausbleibenden Durchgangsverkehrs. Eine Vorbedingung für die Realisierung der Begegnungszone im Städtli ist bereits realisiert: Die Tempo-30-Zone hat zu einer Beruhigung des Verkehrs geführt und wird von der Mehrheit der Gewerbetreibenden und der Altstadtbewohner begrüsst.

Bleibt das ewige Parkierungsproblem: Auf der einen Seite ist man sich darüber im Klaren, dass es so wie bisher nicht weitergehen kann, auf der anderen Seite werden aber auch immer wieder Stimmen laut, die befürchten, Klingnau verkomme bei einer konsequenten Verbannung der Autos zu einem Museum. Einigkeit herrschte bei den Mitgliedern des Vereins Zentrum Klingnau, dass die Ausarbeitung eines klaren Konzepts eine unabdingbare Voraussetzung für die Einführung der Begegnungszone ist und dass die Gewerbetreibenden bei allfälligen Massnahmen nicht die Verlierer sein dürfen.

Veloständer und Toiletten

Ein Wunsch der Klingnauer Gewerbetreibenden ist, dass nicht Aktionen unternommen werden, die nach kurzer Zeit wieder rückgängig gemacht werden müssen. Konkrete Forderungen der Mitglieder sind ein Durchfahrtsverbot für Lastwagen, ein Veloständer im Städtli, eine bessere Beschilderung der wichtigsten Einrichtungen (SBB-Haltestelle, Schloss, Stausee) sowie die Einrichtung einer öffentlichen Toilette.

An der Infoveranstaltung im Hotel «Picone» wurden mehr als einmal auch kritische Töne angeschlagen: «Viele wollen das Optimum, sind aber nicht bereit, für eine Verbesserung etwas zu tun», sagte ein Versammlungsteilnehmer. Und ein anderer meinte: «Es läuft nicht nichts im Städtli Klingnau. Wir müssen es nur besser nach aussen tragen.»

Einigkeit herrscht bei den Klingnauer Gewerblern zumindest darüber, dass das Städtli ideale Voraussetzungen für eine Begegnungszone bietet - in welcher Form diese auch immer ausgestaltet wird. Das Fazit des Präsidenten lautete denn auch: «Wir müssen es schaffen, dass man positiv über uns spricht!»