Management-Saläre
Etwas weniger Salär für viel weniger Gewinn für das Swiss-Life-Management

Swiss-Life-CEO Bruno Pfister verdiente im letzten Jahr ein Fünftel weniger. Der Reingewinn war dramatisch eingebrochen. Das lag an einem grossen Abschreiber auf AWD.

Matthias Niklowitz
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Leichte Anpassung: Das Gesamtsalär des Swiss Life-CEO Bruno Pfister wurde leicht gekürzt.

Leichte Anpassung: Das Gesamtsalär des Swiss Life-CEO Bruno Pfister wurde leicht gekürzt.

KEYSTONE

Swiss Life hatte zwar für das abgelaufene Geschäftsjahr einen deutlichen Rückgang des Reingewinns von 606 Millionen auf 92 Millionen Franken gemeldet. Das lag vor allem am Abschreiber auf den deutschen Strukturvertrieb AWD. Um diese 578 Millionen Franken bereinigt, hätte der Lebensversicherer ein laut Analysten «starkes Ergebnis» vorgelegt.

Und das zählt für die Berechnung der Boni des Top-Managements, auch wenn beispielsweise CEO Bruno Pfister auch beim Kauf von AWD involviert gewesen war. Bereits zum Kaufzeitpunkt hatten etliche Analysten grosse Fragezeichen um die Werthaltigkeit und strategische Ausrichtung gemacht. Swiss Life berücksichtigt bei der Berechnung ihrer Boni die längerfristigen Anteile am Unternehmenserfolg. Gemessen wird das an für jeweils drei Jahre festgelegte Gruppenziele.

Swiss Life-CEO Bruno Pfister kam im letzten Jahr auf eine Gesamtentschädigung von 3,4 Millionen Franken. Im Vorjahr waren es noch 4,2 Millionen gewesen. In bar erhielt er 2,26 Millionen Franken. Das ist rund ein Fünftel weniger als im Vorjahr.

Praktisch unverändert war die Entschädigung für Rolf Dörig, Präsident des Swiss-Life-Verwaltungsrats. Er kam in bar und in Aktien auf 1,37 Millionen. Lediglich weil der Vorsorgebetrag um knapp 60000 Franken höher ausgefallen war, stieg seine Gesamtentschädigung.

Insgesamt erhielt der gesamte Swiss-Life-Verwaltungsrat im letzten Jahr mit 2,07 Millionen Franken rund 18000 Franken weniger als im Jahr zuvor. Auch die Konzernleitung bekam mit 9,56 Millionen etwas weniger überwiesen als 2011. Damals belief sich die Summe auf knapp 9,8 Millionen Franken.

Zum Vergleich: Zurich-CEO Martin Senn kam im letzten Jahr auf 7,6 Millionen Franken, davon 1,5 Millionen Franken in bar plus 1,9 Millionen für «leistungsbezogene Barvergütungen». Josef Ackermann kam letztes Jahr als Bestverdiener und Verwaltungsratspräsident bei Zurich auf ein Gesamthonorar von 846000 Franken.

Unter Analysten geben diese Entschädigungen viel weniger zu reden als ein wichtiges Traktandum auf der Tagesordnung für die Generalversammlung. Swiss Life beantragt demnach die Aufstockung des Aktienkapitals um 18 Prozent des bedingten Aktienkapitals. In diesem Umfang soll genehmigtes Kapital geschaffen werden. «Wir gehen davon aus, dass dieses Kapital dazu dienen soll, Bedenken zu zerstreuen, wonach das Eigenkapital bei Swiss Life gerade so das 100-Prozent-Minimum des Swiss Solvency-Tests erreicht», kommentieren die Analysten von JP Morgan, einer US-Grossbank. Damit könnte Swiss Life etwas mehr Geld in Form von Dividenden an die Aktionäre ausschütten, glauben die Analysten. Denn bis zum Jahr 2015 soll ein Puffer von 1,2 Milliarden Franken für das Erreichen des Swiss Solvency-Tests geschaffen werden. Solche Puffer können rasch weg sein, wenn es an bestimmte Bedingungen gekoppelt ist. So musste der französische Rückversicherer Scor 2011 nach dem verheerenden Tsunami in Japan eine Tranche von 75 Millionen Euro auflösen, um Verpflichtungen zu decken.

Am Montagmorgen verlor die Swiss-Life-Aktie 1,3 Prozent. Grund der Abgaben sind laut Kommentatoren Befürchtungen um ein Übergreifen der Zypern-Krise auf weitere Mittelmeer-Euroländer.