Franken-Stärke
Euro statt Franken: So geschäften nun die Schweizer Firmen

Schweizer Firmen schliessen Verträge unter einander zunehmend in Euro statt in Franken ab. Insbesondere in der Industrie sei es mittlerweile üblich, sich mit Euro-Verträgen gegen Wechselkursveränderungen abzusichern.

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Schweizer Firmen schliessen Verträge unter einander zunehmend in Euro statt in Franken ab (Symbolbild).

Schweizer Firmen schliessen Verträge unter einander zunehmend in Euro statt in Franken ab (Symbolbild).

Keystone

Das zeigt ein Bericht der „Schweiz am Sonntag“. So bestätigen etwa Vertreter der Papierfabriken Perlen und Utzensdorf, auch an Schweizer Kunden gegen Euro zu liefern.

Das Stahlwerk Gerlafingen wiederum will selber vermehrt in Euro einkaufen, da es seine Produkte auch weitgehend in Euro verkauft. Bereits heute beziehe man etwa Erdgas oder grössere Investitionen gegen Euro. Löst der Euro den Franken bald ab? Soweit werde es wohl nicht kommen, sagt Rudolf Minsch, Chefökonom des Unternehmer-Dachverbands Economiesuisse. In der Geschichte gebe es zwar Beispiele, bei denen Währungen durch ausländische ersetzt worden sind, sagt er. Dabei handle es sich aber meist um Länder mit schwachen Währungen. In der Schweiz sei das Gegenteil der Fall. Es gebe aber Branchen wie der Tourismus oder die Metallindustrie, wo man Eurotransaktionen vermehrt sehe. Einige Branchen sind vollständig eurogesteuert, etwa der Stromhandel. Preise werden in Euro gemacht, da das Preisniveau von den Börsen im Ausland definiert werde, sagt Rudolf Summermatter, Geschäftsführer des Stromhändlers Trianel.

Traditionellerweise habe man Lieferverträge bisher in Franken abgeschlossen. «Der Kurssprung im Januar hat nun dazu geführt, dass jeder ein kleiner Devisenhändler wurde», sagt Summermatter. Es werde spekuliert, Verträge würden auf mehrere Jahre hinaus abgeschlossen. Und jetzt auch in Euro. Grössere Industriekunden bezahlten bereits in Euro, sagt Summermatter. «Und ich gehe davon aus, dass das noch zunimmt.»