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Ex-Julius-Bär-Banker muss 10 Jahre hinter Gitter

Die US-Justizbehörde greift in einem venezolanischem Geldwäschefall hart durch. Obwohl einer ihrer Ex-Kundenberater ins Gefängnis muss, ist die Julius-Bär-Bank aber bisher nicht Teil des Verfahrens.
Daniel Zulauf
Die Julius-Bär-Bank hat die Schliessung der Filialen in Panama und Lima angeordnet. (Bild: Michele Limina/Bloomberg)

Die Julius-Bär-Bank hat die Schliessung der Filialen in Panama und Lima angeordnet. (Bild: Michele Limina/Bloomberg)

Matthias Krull, der ehemalige Julius-Bär-Kundenberater, der zuletzt die Niederlassung der Bank in Panama geleitet hatte, muss für 10 Jahre hinter Gitter. Der 44-jährige Deutsche hatte sich bereits am 22. August der Teilnahme an einem grossen venezolanischen Geldwäschekomplott schuldig bekannt und die für ­solche Vergehen vorgesehene Höchststrafe von bis zu 20 Jahren Gefängnis abgewendet. Der dreifache Familienvater wird seine Strafe erst Ende April 2019 antreten müssen.

Die zuständige Richterin ­Cecilia Altonaga habe Krull beschieden, das Strafmass könnte weiter gesenkt werden, wenn die Staatsanwaltschaft dem Verurteilten «substanzielle Hilfestellungen» in der weiteren Aufklärung des Falles bescheinige, schrieb die Nachrichtenagentur Bloomberg am Montagabend nach dem Urteilsspruch. Krull wurde am 25. Juli in Miami verhaftet. Er war ganz offensichtlich im sicheren Glauben von Panama in die USA gereist, dass die US-Behörden von dem Geldwäschekomplott nichts wussten. Das umfassende Schuldbekenntnis nur vier Wochen nach der Verhaftung zeigt, dass die amerikanischen Untersuchungs­beamten aufgrund der Aussagen eines verdeckten Informanten schon sehr viel Material über den Fall zusammentragen konnten.

Krull könnte seine Darstellung noch ändern

Die Dimensionen des Komplottes sind gravierend. Rund 1,2 Milliarden Dollar, die über ein Bestechungs- und Betrugsschema dem staatlichen venezolanischen Erdölkonzern Petroles de Venezuela entzogen oder vorenthalten worden waren, wurden zwischen Dezember 2014 und Mai 2015 unter anderem über ein System fingierter Wechselkurstransaktionen in den legalen Bereich der Wirtschaft geschleust.

Das Wechselkurssystem war nach Krulls eigenen Angaben ­darauf ausgelegt, 600 Millionen Dollar zu waschen. Die kriminellen Gelder wurden zum grossen Teil in Florida unter anderem in Luxusimmobilien investiert. Krull selber trat dem Komplott nach eigenen Angaben im Jahr 2016 bei. Zu jenem Zeitpunkt war der Banker noch ein Star-Vermögensverwalter bei der Bank Julius Bär. Die Bank ist bislang aber nicht Teil des Verfahrens geworden.

Krull habe in seiner Rolle als Kundenberater zwar Privatkunden aus Venezuela in die Bank ­gebracht. Aber die Geldwäschegeschäfte liefen mindestens nach den bisherigen Erkenntnissen ausserhalb der Bank ab. Ob Krull seine bisherige Darstellung der Dinge noch ändert, wird sich weisen. Die Aussicht auf eine wei­tere Reduktion des Strafmasses ist zweifellos ein starker Anreiz dazu, in der Zusammenarbeit mit den Justizbehörden alles auf den Tisch zu legen.

Interne Untersuchung läuft

Inzwischen hat die Bank Julius Bär die Schliessung der Niederlassungen in Panama und Lima (Peru) angeordnet. Die Bank konzentriert sich in Südamerika auf die Standorte Brasilien, Uruguay, Chile und Mexiko. Um die Vorgänge in Panama auszuleuchten, wurde eine interne Untersuchung angestrengt. Julius Bär steht bis Februar 2019 unter ­besonderer Beobachtung der ­US-Justiz. Die Bank hatte sich im Februar 2016 mit den US-Justizbehörden auf eine Vereinbarung zur Beilegung des Steuerstreites geeinigt und sich nebst der Strafzahlung von 547 Millionen Dollar zu Wohlverhalten während dreier Jahre verpflichtet.

Anfängliche Befürchtungen, dass sich das Verfahren gegen Krull in dieser Bewährungszeit auch gegen die Bank richten könnte, haben sich bislang aber nicht bestätigt.

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