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EXPORTE: Chinas Lust auf Uhren sinkt

Im einstigen Boom-Markt haben es Luxusgüter schwer. Chinesen kaufen weniger Schweizer Uhren. In der Schweiz zeigen sich Touristen hingegen weiter kauffreudig.
Bernard Marks
Noch immer sind die Schweizer Uhren beliebt in China. Die Nachfrage kühlt sich aber spürbar ab. (Bild: Keystone/AP)

Noch immer sind die Schweizer Uhren beliebt in China. Die Nachfrage kühlt sich aber spürbar ab. (Bild: Keystone/AP)

Es könnte nicht besser stehen um eines der wichtigsten aller Schweizer Exportgüter. Denn nach dem Rekordjahr 2012 sind auch in diesem Jahr die Zahlen für den Uhrenexport erfreulich positiv. Von Januar bis November 2013 exportierte die Schweiz Uhren im Wert von 19,9 Milliarden Franken – ein Plus von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grund genug für Jean-Daniel Pasche, Direktor des Schweizer Uhrenverbandes, zufrieden zu sein. «Alles was besser ist als das Jahr 2012 ist für uns ein riesiger Erfolg», sagte Pasche im Gespräch mit unserer Zeitung.

Doch während die Uhrenverkäufe vor allem nach Westeuropa, Nahost, Afrika und Südamerika zulegten, beginnt das einstige Zugpferd China zu lahmen. Die dortigen Umsätze brachen 2013 regelrecht ein. Insbesondere der Appetit auf Luxusuhren scheint Chinesen in diesem Jahr vergangen zu sein. Laut den gestern veröffentlichten Zahlen der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) beträgt der Rückgang für die ersten elf Monate in Hongkong 6 und in China 15 Prozent. Auch die Novemberzahlen stimmen wenig positiv. Im vergangenen Monat beträgt das Minus in China 26,8 Prozent. Auch in Hongkong ist das Minus von 6,5 Prozent beträchtlich. Abgenommen haben die Verkäufe von Luxusuhren. «Wir verkaufen jetzt mehr günstige Uhren in China», erläutert Pasche.

Klumpenrisiko in China

Die Uhrenindustrie ist einer der wichtigsten Motoren der Schweizer Wirtschaft. In den Siebzigerjahren noch totgesagt, ist die Schweizer Uhrenindustrie heute vor allem im Export von teuren Uhren weltweit führend. «Wir exportieren 95 Prozent der gesamten Uhrenproduktion», sagt dazu Pasche. Studien wie diejenige der Grossbank Credit Suisse zeigen jedoch Gefahren dieser Entwicklung auf. Die Autoren bezeichnen den chinesischen Markt nicht nur als Wachstumslokomotive, sondern auch als ein gewisses Klumpenrisiko, wie bereits die jüngste Konjunkturabkühlung gezeigt habe. Auch politische Gefahren lauern.

Chinas Präsident Xi Jinping hatte bei seinem Amtsantritt im Frühjahr 2013 die Korruption als Gefahr für die Zukunft der kommunistischen Partei bezeichnet und den Kampf dagegen zur politischen Priorität erklärt. Die Regierungskampagne, die zur Genügsamkeit ermutigt und sich auf Korruption konzentriert, hat bereits Auswirkungen auf Geschenke, die einer der wichtigsten Wachstumsmotoren für die Luxusgüterbranche waren. Zusammen mit dem wirtschaftlichen Aufschwung der Volksrepublik war in den vergangenen Jahren auch der Absatz von Luxusartikeln in die Höhe geschnellt.

«Der Kampf der chinesischen Führung gegen Korruption schlägt sich nun aber deutlich auf den Verkauf von Luxus­artikeln nieder», heisst es in einer Studie der Beratungsfirma Bain & Company, die Mitte der vergangenen Woche veröffentlicht wurde. Der Verkauf teurer Uhren, die mehr als ein Fünftel des Marktes für sämtliche Luxusartikel ausmachen, ging allein in diesem Jahr um 11 Prozent auf 27 Milliarden Yuan (3,9 Milliarden Franken) zurück. Angesichts der anhaltenden Anti-Korruptions-Kampagne der Regierung in Peking sei auch für 2014 nur ein verhaltenes Wachstum zu erwarten, erklärte Bain & Company.

Trotzdem zeigte sich Pasche zuversichtlich für die Uhrenexporte. «Wir glauben, dass wir auch im kommenden Jahr zulegen können», sagt Pasche. Ein Grund: China will die Einfuhrzölle für Schweizer Uhren in den nächsten zehn Jahren um 60 Prozent senken. Ein weiterer Grund dafür dürfte die Erschliessung neuer Märkte sein. Erfreulich läuft es schon in den Top-5-Absatzmärkten Hier nahm der Absatz von Schweizer Uhren zu. Dazu gehören die USA (+2,4 Prozent), Deutschland (+9,8 Prozent) und Italien (+5,1 Prozent). Am grössten ist das Plus von Januar bis November in Kuwait mit 41,8 Prozent sowie in den sich erholenden Euro-staaten wie Portugal mit einem Plus von 39,6 und in Belgien mit 35,6 Prozent.

Weiter hohe Nachfrage in Luzern

Luzern hat im Jahr 2013 an Bedeutung als Uhrenstadt in der Schweiz gewonnen. Viele Firmen wie Cartier oder Hublot haben das erkannt und 2013 Dependancen in Luzern gegründet. «Uhren sind besonders bei asiatischen Touristen weiterhin für den Eigenbedarf nachgefragt», sagte Jörg Baumann, Marketingleiter der Luzerner Bucherer AG, auf Anfrage. Die politischen Entwicklungen haben aus diesem Grund seiner Ansicht nach auf das Kaufverhalten chinesischer Touristen in Luzern keine Auswirkungen. «Das Geschäft von Bucherer hat sich 2013 gut entwickelt», sagt Baumann. «Auch vor Weihnachten bewegen wir uns auf einem hohen Niveau, das mit den letzten beiden Jahren vergleichbar ist», sagt Baumann.

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