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Kommentar

Fall Raiffeisen: Weg mit alten Zöpfen, her mit neuen Köpfen

Eine Überraschung ist der Befund der Finma im Fall Raiffeisen keineswegs. Er zementiert lediglich das Bild vom «amateurhaften KMU-Verwaltungsrat». Dieser sollte den Bericht als Weckruf verstehen, seine laufende, doch schleppende Erneuerung mit fähigen Köpfen zu beschleunigen.
Thomas Griesser Kym
Thomas Griesser Kym, Wirtschaftsredaktor. (Bild: Ralph Ribi)

Thomas Griesser Kym, Wirtschaftsredaktor. (Bild: Ralph Ribi)

Die Untersuchung der Finanzmarktaufsicht (Finma) im Fall Raiffeisen stellt dem Verwaltungsrat der Genossenschaftsbank ein vernichtendes Zeugnis aus. Das Gremium hat seine Aufsichts- und Kontrollpflichten ungenügend wahrgenommen, vor allem von 2012 bis 2015.

In der Summe stellen «die Verstösse und Unterlassungen» des Gremiums gemäss Finma «eine schwere Verletzung von Aufsichtsrecht» dar. Eine Überraschung ist dieser Befund freilich keineswegs. Er zementiert lediglich das Bild vom «amateurhaften KMU-Verwaltungsrat», das Wirtschaftsrechtler Peter V. Kunz gegenüber dieser Zeitung Anfang März gezeichnet hatte. Und der Verwaltungsrat sollte dies als Weckruf verstehen, seine laufende, doch schleppende Erneuerung mit fähigen Köpfen zu beschleunigen.

Brisant ist die Feststellung der Finma, wonach es der Verwaltungsrat mit der Vernachlässigung seiner Oberaufsicht über den damaligen Bankchef Pierin Vincenz diesem «zumindest potenziell» ermöglicht habe, «eigene Vorteile auf Kosten der Bank zu erzielen». Hier muss das laufende Strafverfahren gegen Vincenz Klarheit schaffen. Noch brisanter ist die Anordnung der Finma, die Genossenschaft Raiffeisen Schweiz müsse eine Umwandlung in eine Aktiengesellschaft vertieft prüfen. Damit wird auch die Luft für Bankchef Patrik Gisel immer dünner. Dieser wird zwar im Bericht der Finma nicht angeprangert, und diese hat gegen ihn zumindest bisher kein Einzelverfahren eröffnet.

Aber Gisel hatte Kunz’ Ansicht, «Raiffeisen müsste längst eine Aktiengesellschaft sein» mit den Worten gekontert: «Ich widerspreche zu 100 Prozent». Wer jedoch trotz der Zeichen der Zeit auf alten Strukturen beharrt, ist wohl der falsche Mann für die Zukunft.

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