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FALL STUDHALTER: Scharfe Kritik an Frankreichs Justiz

Der Luzerner Investor Alexander Studhalter sitzt seit mehr als zwei Wochen in Nizza in Untersuchungshaft. Ein Haftgericht lehnte eine Haftentlassung Studhalters ab. Seine Anwälte – darunter der Zürcher Anwalt Stefan Wehrenberg und der frühere Genfer Generalstaatsanwalt Daniel Zappelli – bezeichnen das Vorgehen der französischen Justiz als skandalös und haarsträubend.
Alexander Studhalter, hier am Vierwaldstättersee, befindet sich in Untersuchungshaft. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 1. Dezember 2017))

Alexander Studhalter, hier am Vierwaldstättersee, befindet sich in Untersuchungshaft. (Bild: Nadia Schärli (Luzern, 1. Dezember 2017))

Der offizielle Entscheid des Haftgerichts sei erst zwei Tage später bei den Anwälten in Paris eingegangen, sagte Wehrenberg gestern auf Anfrage. Auf mehr als 20 Seiten werde Bekanntes aus dem seit fast drei Jahren dauernden Verfahren um den Kauf der Villa «Hier» in Cap d’Antibes rekapituliert.

Die Fortsetzung der Untersuchungshaft werde demgegenüber nur summarisch und mit fadenscheinigen Argumenten begründet. Es gehe um Fragen, die ­Studhalter bisher angeblich nicht beantwortet habe, sowie um Unterlagen aus der Schweiz, die die französische Justiz auf dem Rechtshilfeweg angefordert habe. Das Rechtshilfegesuch betrifft laut den Anwälten jedoch nicht Studhalter direkt, sondern die Verkäufer der Villa, die teilweise in der Schweiz lebende Familie Borghetti. Sie hat sich gemäss ­Medienberichten wegen des Verkaufs zerstritten und war der Auslöser für das Einschreiten der Justiz. Es geht um mutmasslichen Steuerbetrug der Borghettis.

«Das würde dann mehrere Monate dauern»

Weil ein Teil der Familie Borghetti im Wallis wohnhaft ist, wurde die Walliser Staatsanwaltschaft mit dem Vollzug der Rechtshilfe beauftragt. Studhalter habe der Walliser Staatsanwaltschaft Einsicht in die Verkaufsdokumente gewährt. Nach Auskunft von Anwalt Wehrenberg hat sich Studhalter inzwischen mit einer vereinfachten Aushändigung der Dokumente einverstanden erklärt. Die Rechtshilfe sei aber durch rechtliche Schritte der Direktbetroffenen blockiert. Letztlich wird wohl das Bundesstrafgericht entscheiden müssen. «Das würde dann mehrere Monate dauern», sagte Wehrenberg.

Studhalter wird vorgeworfen, den Villenkauf als Strohmann für den russischen Oligarchen Suleiman Kerimow getätigt zu haben. Insgesamt seien zudem 127 Millionen Euro statt den deklarierten 35 Millionen bezahlt worden. Studhalter bestreitet gestützt auf Dokumente diese Vorwürfe kategorisch. Nach Ansicht seiner Anwälte wird er für unbekannte Zwecke missbraucht.

(bbp)

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