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Falsche Namen in Callcentern: «Fatales Signal»

LZ-Redaktor Dominik Weingartner zu Callcenter-Angestellten, die unter Schweizer Namen arbeiten müssen.
Dominik Weingartner
Dominik Weingartner (Bild: Pius Amrein, 11. April 2017)

Dominik Weingartner (Bild: Pius Amrein, 11. April 2017)

Auf den ersten Blick ist das Vorgehen der Swiss Life einfach nur absurd. Der Versicherer legt seinen Angestellten mit Migrationshintergrund nahe, sich bei der Arbeit einen schweizerisch klingenden Namen zuzulegen. Das erhöhe die Erfolgschancen bei Verkaufsgesprächen am Telefon. Das Traurige ist: Sehr wahrscheinlich stimmt das sogar. Studien belegen, dass es Personen mit einem ausländisch anmutenden Namen, etwa mit einem -ic am Schluss, erheblich schwerer haben, einen Job oder eine Wohnung zu finden. Vermutlich gibt es ähnliche Resultate bei internen Auswertungen von Firmen mit Callcentern.

Und doch ist es falsch, seinen Angestellten einen Identitätswechsel nahezulegen. Denn die betroffenen Menschen müssen einen solchen Vorschlag als massive Diskriminierung empfinden. Das Zeichen, das diesen Menschen damit gesendet wird, ist fatal: Du kannst dir noch so viel Mühe geben, am Schluss ist es wichtiger, wie du heisst oder aussiehst, als was du leistest. Das ist alles andere als integrationsfördernd. Und es ist auch einer liberalen Leistungsgesellschaft, als die sich die Schweiz gerne sieht, nicht würdig.

Tröstend ist das Beispiel der Einwanderer aus Italien. Schaut man sich Reaktionen der Schweizer aus den 60er-Jahren auf die Zuwanderung aus dem Süden an, muten diese heute surreal an. Ein italienischer Name fällt heute nicht mehr auf, die Italiener sind bestens integriert. Und zumindest für die jüngere Generation gehören Menschen vom Balkan längst zum Alltag. Es muss rasch gelingen, Diskriminierungen wegen eines -ic im Namen auszumerzen. So steigen auch für jetzige und künftige Zuwanderergruppen die Chancen, sich erfolgreich zu integrieren.

Dominik Weingartner

dominik.weingartner@luzernerzeitung.ch

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