Konflikt
FCB-Präsident Burgener ist Widersacher los – vorerst

Eklat im Firmenkonglomerat – Topleute verlassen Constantin Medien. Unter anderem hat auch Dieter Hahn, Präsident des Verwaltungsrats, seinen Rücktritt erklärt.

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Bernhard Burgener.

Bernhard Burgener.

Kenneth Nars

Überraschung an der Generalsversammlung von Constantin Medien. Nach monatelangem Machtkampf um das Medienunternehmen, an dem FC-Basel-Präsident Bernhard Burgener beteiligt ist, wirft fast die gesamte Firmenspitze das Handtuch. Laut einer Medienmitteilung wird Chef Fred Kogel per 22. September zurücktreten. Zudem hat an der Generalversammlung vom Mittwoch auch der Präsident des Verwaltungsrats, Dieter Hahn, seinen Rücktritt erklärt. Er trat nicht mehr zur Wiederwahl an. Mit Jean-Baptiste Felten verlässt ein weiteres Verwaltungsratsmitglied das Gremium.

In seiner Rede warf Hahn dem FCB-Präsidenten Burgener vor, die Constantin Medien finanziell «ausbluten» zu wollen, indem die Dividendenzahlungen der Tochtergesellschaft Highlight Communications (HLC), in der ein Grossteil des operativen Geschäfts liegt, eingestellt wurden.
Die «Handelszeitung» zitiert aus dem Redetext von Dieter Hahn. Dieser kündigte darin an, mit dem Schritt den Weg frei machen zu wollen für eine Lösung des Konflikts.

«Im Gegensatz zu Bernhard Burgener stelle ich meine persönlichen Ziele nicht über die Interessen der Constantin», sagte Hahn am Mittwochmorgen gemäss dem Redetext. «Ich bin nicht so wichtig, dass unser Unternehmen darüber ernsthaft gefährdet werden darf, und stehe daher für eine Wiederwahl in den Aufsichtsrat nicht mehr zur Verfügung.»

Geschicktes Taktieren Burgeners

FCB-Präsident Burgener ringt seit Monaten um die Kontrolle im Firmenkonglomerat. Hahn und Burgener halten je knapp 30 Prozent der Constantin Medien, die wiederum 60 Prozent an der HLC gehalten hat. Hahn hat jedoch beim Management der Constantin Medien die Oberhoheit.

Durch geschicktes Taktieren konnte Burgener bisher verhindern, dass Hahn Durchgriff auf die HLC nehmen konnte. Als die Abwehrfront zu bröckeln begann, reagierte Burgener im Juni mit einer Kapitalaufstockung und konnte so eine neue Hürde aufbauen. Statt einer Mehrheit hielt die Constantin Medien fortan nur noch 45,4 Prozent an der HLC. Die Mehrheit wurde nun von Burgener kontrolliert.

Burgener war einst selber Konzernchef von Constantin Medien, musste das Amt aber im Jahr 2015 abgeben. Seither streitet er sich mit Präsident Hahn um die strategische Ausrichtung des einst von Burgener gegründeten Medienkonzerns. Seit diesem Frühling ist der Basler zudem Eigentümer und Präsident des FC Basel.

Situation bleibt verworren

An der letzten Generalversammlung von Constantin Medien, die erst Ende 2016 stattfand, wurden Burgeners Stimmrechte nicht anerkannt, da er nach Ansicht des Aufsichtsrats Gruppenbildungen mit anderen Aktionären nicht sauber deklariert hatte. Der Aufsichtsrat um Dieter Hahn konnte daher auf eine komfortable Stimmenmehrheit vertrauen.

Burgener reagierte darauf, indem er unter anderem Auffanggesellschaften einrichtete, in die er im Krisenfall das operative Geschäft der Highlight Communications auslagern könnte. Zudem wurde zuletzt eine Kapitalerhöhung angekündigt, welche die Aktienmehrheit der Constantin Medien bei Highlight auf unter 50 Prozent verwässern sollte. Die Situation bleibt weiterhin verworren, daran dürfte sich so schnell auch nichts ändern. (NCH)