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Fed drückt aufs Tempo

Die Federal Reserve hat den Leitzins erneut erhöht – obwohl Präsident Donald Trump den geldpolitischen Kurs der Notenbank zuletzt stark kritisiert hat.
Renzo Ruf, Washington
Fed-Chef «Jay» Powell am Mittwoch in Washington. (Bild: Susanne Walsh/Keystone)

Fed-Chef «Jay» Powell am Mittwoch in Washington. (Bild: Susanne Walsh/Keystone)

Die Federal Reserve hält Kurs und hat am Mittwoch erwartungsgemäss den Leitzins um einen Viertelpunkt auf 2 bis 2,25 Prozent erhöht. Begründet wurde dieser Schritt von Fed-Chef Jerome «Jay» Powell mit der brummenden Konjunktur und dem «starken» Arbeitsmarkt, die sich auch von handelspolitischen Kontroversen nicht beeindrucken lassen.

Derzeit beläuft sich die Arbeitslosenrate in den gesamten USA auf 3,9 Prozent; in neun der 50 Bundesstaaten belief sich die Arbeitslosenquote im August 2018 gar auf jeweils weniger als 3 Prozent. (Spitzenreiter in dieser Rangliste war, etwas überraschend, der Inselstaat Hawaii mit 2,1 Prozent.)

Powell reagiert auf Kritik von US-Präsident Trump

Powell sagte an einer Pressekonferenz, die Federal Reserve verfolge zwei Ziele: Zum einen strebe sie Vollbeschäftigung an, zum anderen Preisstabilität. Alle Zeichen deuteten darauf hin, dass sich die Währungshüter auf Kurs befänden und auf dem «langen Weg» zurück zur geldpolitischen Normalität einen weiteren wichtigen Schritt gemacht haben. Sämtliche neun stimmberechtigten Mitglieder des Fed-Offenmarktausschusses – der für die Geldpolitik der Notenbank zuständig ist – unterstützten deshalb die Politik der Notenbank. In der Praxis bedeutet dies: Die Federal Reserve wird wohl im laufenden Jahr, kurz vor Weihnachten, noch einmal an der Zinsschraube drehen.

Diese vierte Zinserhöhung im Jahr 2018 wird von einer deutlichen Mehrheit der Fed-Offiziellen befürwortet, die an der Sitzung des Offenmarktausschusses teilnehmen. Und für das nächste Jahr sind ebenfalls bis zu vier Zinserhöhungen geplant, womit der Leitzins sich bei 3,5 Prozent einpendeln würde – auf einem «gesunden Niveau», wie es Powell sagte. Dies ist ein recht aggressives Vorgehen, umso mehr, als dass die Federal Reserve im kommenden Jahr mit einem Wirtschaftswachstum rechnet, das weit unter den Prognosen des Weissen Hauses liegt. Der Fed-Chef sagte am Mittwoch, die Notenbank habe kein Interesse daran, den Aufschwung zu bremsen, aus Angst vor der nächsten Rezession. Powell betonte aber auch, dass die Federal Reserve politisch ­unabhängig sei und sich nicht ­beeinflussen lasse. «Das sind wir», und daran werde sich auch in der Zukunft nichts ändern.

Powell reagierte mit dieser knappen Stellungnahme auf die anhaltende Kritik, die Präsident Donald Trump an der Währungspolitik der Federal Reserve übt. Zuletzt hatte der Republikaner im Weissen Haus in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters verkündet, er sei ganz und gar nicht «begeistert» über die Politik des Fed-Chefs – der notabene das gleiche Parteibuch besitzt wie der Präsident und ihm seinen Posten zu verdanken hat. Trump sagte, die Federal Reserve müsse einen Kurs steuern, der «gut fürs Land» ist, und er sei auf die Hilfe der Währungshüter angewiesen. Er würde es deshalb befürworten, wenn die Notenbank von weiteren Zinserhöhungen absehen würde. Powell sagte am Mittwoch, diese Kritik sei nicht neu (auch wenn sie normalerweise nicht aus dem Mund des Präsidenten stammt). Er sehe aber keinen Grund für eine währungspolitische Kehrtwende.

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