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FERIEN-TREND: Tops und Flops des Sommers

Sommerferien: Spanien boomt, die Türkei hat es schwer. Der Ferien-Trend geht Richtung Westen.
Ferientrend (Bild: EPA EFE)

Ferientrend (Bild: EPA EFE)

Bei Hotelplan Suisse liegt der Buchungsstand für die Sommersaison leicht unter dem Vorjahresniveau. «Es wird wieder generell eher kurzfristig gebucht», sagt Michèle Hungerbühler, stellvertretende Mediensprecherin.

Beim Reiseunternehmen Kuoni, das nun Teil des deutschen Konzerns DER Touristik ist, werden die Plätze auf den Balearischen und den Kanarischen Inseln für die Zeit der Schulferien «langsam, aber sicher» knapp. Denn die spanischen Inselgruppen sind die Renner der diesjährigen Sommersaison. Sie profitieren unter anderem davon, dass die Touristen nach den Terroranschlägen die Türkei und Nordafrika meiden. Vor allem Familien wenden sich von der Türkei ab. Gut verkaufen sich hingegen bei den Reiseveranstaltern Reiseziele in Frankreich, Italien, auf den griechischen Inseln und in Skandinavien.

Angebot für Spätbucher

Wer kurz entschlossen bucht, kann nach Auskunft von Kuoni und Hotelplan – von den Kanaren und den Balearen abgesehen – in allen Baderegionen sicher mit freien Hotelzimmern rechnen. Denn die Last-Minute-Angebote sind schon längst zu einem Marketinginstrument der Reiseveranstalter geworden, die geplant und gestaffelt für den Markt freigegeben werden, um die Aufmerksamkeit der Reisefreudigen zu erregen.

Schon zu Ferienbeginn kündigt zum Beispiel Hotelplan an, Kurzfristbuchungen für die griechischen Inseln Kreta, Kos und Korfu bieten zu können. Für stark gebuchte Reiseziele wie Spanien, Italien oder Kroatien kann es aber durchaus sein, dass kurzfristige Buchungen keine Schnäppchenpreise mit sich bringen. Angebot und Nachfrage auf dem riesigen Bazar für Hotelzimmer und Flüge entscheiden über die Preise.

Preise ändern täglich

Bei den Preisen die Übersicht zu behalten, ist ohnehin recht schwierig. Sie wechseln vor allem in der Hochsaison sehr schnell. Die Preise würden sich tagesaktuell nach unten oder oben bewegen, sagt auch Kuoni-Sprecher Marcel Schlatter.

Rainer Rickenbach

Spanien: Gewinner

Ferientrend (Bild: EPA EFE)

Ferientrend (Bild: EPA EFE)

Bei den Schweizer Reiseveranstaltern Hotelplan Suisse und Kuoni legten die Spanien-Buchungen im zweistelligen Prozentbereich zu. «Mallorca und Gran Canaria sind zusammen mit der griechischen Insel Kreta die absolute Nummer eins in dieser Saison», sagt Kuoni-Sprecher Marcel Schlatter.

Die meisten Spanien-Buchungen bei Hotelplan Suisse entfallen nebst Mallorca und den Kanaren auf Barcelona, Teneriffa und die Costa del Sol, wie Michèle Hungerbühler, stellvertretende Mediensprecherin, weiss: «Spanien bietet sich als nahe Alternativdestination zu Ägypten, Tunesien und der Türkei an. Diese sind in diesem Sommer weniger gefragt.» Die nordafrikanischen Länder und die Türkei werden vor allem aus Furcht vor Terroranschlägen gemieden.

Hotelpreise sind gestiegen

Der Spanien-Boom zeichnete sich schon im März in halb Europa ab. Das blieb für die Preise nicht ohne Folgen. «Die Hotelpreise sind im knappen zweistelligen Prozentbereich gestiegen», sagt Hungerbühler. Die Ferien seien in Spanien allgemein etwas teurer als noch vor einem Jahr. Dafür wurde das Fliegen dank des unerbittlichen Konkurrenzkampfes unter den Fluggesellschaften noch einmal günstiger. «Der Konkurrenzkampf im Badegeschäft wird mit harten Bandagen geführt», erklärt Schlatter von Kuoni. Bei den Pauschalpreisen herrscht indes ein Auf und Ab. Schlatter: «Angebot und Nachfrage bestimmen beinahe tagesaktuell den Preis.» Wem die Menschenmassen in den Badeorten zu gross sind, dem empfiehlt Hungerbühler Ferien in kleineren Städten wie San Sebastian oder Bilbao.

Türkei: Verlierer

Ferientrend (Bild: AFP)

Ferientrend (Bild: AFP)

Die türkische Tourismusbranche leidet. Die jüngsten Terroranschläge setzen ihr stark zu. Diese finden ihren Niederschlag im Buchungsverhalten der Schweizerinnen und Schweizer. Bei Hotelplan brach die Nachfrage nach Antalya und Co. dieses Jahr um mehr als die Hälfte ein. Auch bei Kuoni spricht man von einem Buchungsrückgang im zweistelligen Prozentbereich.

Die Türkei hat in den zurückliegenden zwei, drei Jahrzehnten stark auf das Tourismusgeschäft gesetzt und mit modernen Hotelanlagen und günstigen Preisen Jahr für Jahr an Marktanteilen zugelegt. Die Auswirkungen des Syrien-Krieges und die Terroranschläge im Land werfen die Branche nun weit zurück.

EDA warnt vor Anschlägen

Nicht nur die Westeuropäer bleiben aus, auch die zuvor zahlreichen russischen Gäste machen sich rar. Bitter für das wirtschaftlich aufstrebende Land: In Hotels und anderen touristischen Einrichtungen kam es zu Entlassungen.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten EDA schreibt in seinen Reisehinweisen für die Türkei: «Trotz erhöhter Sicherheitsmassnahmen besteht das Risiko von Terroranschlägen jederzeit im ganzen Land. Seit dem Sommer 2015 hat die Zahl der Anschläge zugenommen.» Im Südosten und Osten des Landes, aber auch in Ankara und Istanbul hätten die Attentate zahlreiche Todesopfer und Verletzte gefordert, auch unter Touristen. Die Preise sind im Keller, ein Schnäppchenangebot jagt das nächste. Bei Kuoni zum Beispiel gibt es eine Woche Antalya in einem Viersternehotel bereits ab 360 Franken.

Kroatien: Aufsteiger

Ferientrend (Bild: Lonely Planet Images)

Ferientrend (Bild: Lonely Planet Images)

Kristallklares Meerwasser, mediterran geprägte, malerische Altstädte, günstige Preise und ein beachtliches Segeltörn-Angebot: Kroatien hat sich zu einer europäischen Top-Destination gemausert. Sowohl bei Hotelplan Suisse als auch bei Kuoni steigt die Nachfrage nach dem Balkan-Land Jahr für Jahr und bewegt sich inzwischen auf recht hohem Niveau. Hinzu gesellen sich zahlreiche Touristen, die sich auf eigene Faust ohne Pauschalbuchungen dorthin aufmachen. Lange brauchen sie nicht für die Anreise ins Ferienziel, und die Städte Dubrovnik, Pula, Split sowie Zagreb sind heute vom Flughafen Zürich aus mehrmals wöchentlich direkt erreichbar.

Zimmerschilder am Bahnhof

«Kroatien zieht ein bunt gemischtes Publikum an. Von Familien über Individualtouristen, Kulturinteressierten bis hin zu jungen Leuten, die Party im Sinn haben», sagt Kuoni-Sprecher Marcel Schlatter.
Er rät Kroatien-Begeisterten indes ab, sich auf günstige Last-Minute-Angebote zu verlassen: «Die Hotelkapazitäten in Kroatien sind nicht unerschöpflich. Es lohnt sich, hier frühzeitig zu buchen.»
Wer vor Ort eine Bleibe sucht, kann sich auch an eine der zahlreichen älteren Frauen an den Busbahnhöfen wenden. Sie belagern mit beschriebenen Kartons («Zimmer frei», gerne auch in phonetischer Schreibweise) die Reisenden. Es kann sich durchaus lohnen, sich auf das «Herberge-Roulette» einzulassen, denn sie bieten respektable Unterkünfte zu günstigen Preise an. Es bietet sich eine Auswahl, die von der Dachmansarde bis hin zu einem modernen Appartement reicht.

Island: In aller Munde

Ferientrend (Bild: The Washington Post)

Ferientrend (Bild: The Washington Post)

Island war eine der erfreulichen Überraschungen an der diesjährigen Fussball-Europameisterschaft. Die Österreicher und die Engländer können ein deprimiertes Lied von den fussballerischen Qualitäten der Nordländer singen.

Für fast ebenso viel Aufsehen sorgten die isländischen Supporter, die mit rhythmischen «Hu»-Lauten neuartige Klatsch-Choreografien in Frankreichs Stadien vorführten. Woher kommen die? Die Medien nahmen den so nicht erwarteten Auftritt der isländischen Sportler und ihrer klatschfreudigen Anhänger zum Anlass, ihre Texte über das Ferienland Island aus dem Archiv zu kramen, sie zu aktualisieren und den Zuschauern und Lesern vorzutragen.

Begrenztes Hotelangebot

Die grosse Buchungswelle hat der Medien-Hype aber nicht ausgelöst. «Da Reisen nach Island eher im teureren Preissegment liegen, werden sie nicht von heute auf morgen geplant», sagt Carole Husi von Kontiki-Reisen (Kuoni). Selbst wenn das Reisebudget beneidenswert gross ist, scheitert eine spontane Island-Reise schnell einmal an der überschaubaren Tourismus-Infrastruktur. «Wer jetzt noch kurzfristig nach Island verreisen will, wird nur noch schwer eine Unterkunft finden», sagt Michèle Hungerbühler von Hotelplan.

Da der Sommer auf der Insel im hohen Norden sehr kurz und das Angebot an Unterkünften eben klein ist, empfiehlt sie, Island-Reisen bereits im Januar oder Februar zu buchen. Bekannt ist Island für seine heissen Quellen, die Wander- und Geländewagentouren auf den Hochlandstrassen. Gletscher und Vulkane bieten einen faszinierenden Anblick.

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