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Ferrero versüsst Nestlé den Gewinn

Der Schweizer Nahrungsmittelmulti steigerte 2018 das Wachstum und den Profit. Dabei half der Verkauf des Süsswarengeschäfts in den USA – und Donald Trump.
Benjamin Weinmann
Von Nestlé als Teil der US-Süsswarensparte an Ferrero verkauft: «Crunch Bars» in einem Geschäft in Miami. (Bild: Joe Raedle/Getty (16. Januar 2018))

Von Nestlé als Teil der US-Süsswarensparte an Ferrero verkauft: «Crunch Bars» in einem Geschäft in Miami. (Bild: Joe Raedle/Getty (16. Januar 2018))

Ulf Mark Schneider hat gut lachen. Am Hauptsitz in Vevey konnte der deutsch-amerikanische Nestlé-Chef am Donnerstag deutlich bessere Jahreszahlen als im Vorjahr präsentieren und die Erwartungen der Analysten erfüllen. Der Gesamtumsatz legte um 2,1 Prozent auf 91,4 Milliarden Franken zu. «Wir haben signifikante Fortschritte in allen Bereichen erreicht», sagte Schneider. Er ist 2017 angetreten, um dem etwas behäbig gewordenen Nahrungsmittelkonzern mehr Schwung zu verleihen.

Den Reingewinn konnte Nestlé von 7,2 auf 10,1 Milliarden Franken steigern. Laut Schneider hätten Massnahmen bei der Kosteneffizienz dazu beigetragen. Wesentlichen Einfluss hatte aber auch der Verkauf der US-Süsswarensparte an den Nutella-Hersteller Ferrero. Die Italiener hatten das Geschäft mit Schokoriegeln wie «Butterfinger» oder «Crunch Bar» für 2,8 Milliarden Dollar übernommen. Zudem half Donald Trump: Die Steuergesetzreform des US-Präsidenten sorgte für einen positiven Beitrag im dreistelligen Millionenbereich.

Lohn des Konzernchefs steigt deutlich an

Besonders stolz zeigte sich Schneider über das organische Wachstum von 3 Prozent, einer klaren Steigerung im Vorjahresvergleich. Vor allem das US-Geschäft mit Kaffee und Pizza, der chinesische Markt und der Verkauf von Babynahrung haben zu diesem Plus beigetragen. Für das laufende Jahr rechnet Schneider sogar mit einem noch stärkeren Wachstum. Dieses sieht der Konzernchef vor allem im Premium-Bereich. So hat Nestlé kürzlich angekündigt, neue Nespresso- und Dolce-Gusto-Kapseln mit Starbucks-Kaffee weltweit einzuführen, mit der Absicht, sich mit Hilfe der US-Marke besser von den Billigkopien abzuheben. Zudem sollen die Amerikaner, die ihren Kaffee gerne etwas üppiger haben, mit grösseren Kapselportionen für die beiden Kaffee-Systeme begeistert werden – etwas, das Nestlé bisher noch nicht mit durchschlagendem Erfolg gelungen ist.

Nestlé hatte die Starbucks-Lizenzrechte für den Detailhandel 2018 für 7,2 Milliarden Franken erworben. Nebst dem Kauf der kanadischen Firma Atrium, einem Hersteller für Nahrungsergänzungsmittel, für 2,3 Milliarden Franken war es Schneiders bisher grösste Akquisition.

Keine Zukunft im Portfolio haben hingegen die Fleischprodukte der Marke Herta, mit der die Westschweizer zuletzt 680 Millionen Franken umsetzten. Die Tochterfirma zählt 2100 Angestellte und drei Fabriken. Für die Würste und Charcuterie-Produkte, die vor allem in Frankreich, Deutschland, Belgien und England verkauft werden, sucht Nestlé einen Abnehmer. Denn: «Wir sehen die Zukunft bei pflanzlichen Fleisch-Alternativen», so Schneider. Mit der Marke «Garden Gourmet» will Nestlé Kunden für vegane Burger ­begeistern. «Der Trend geht in diese Richtung.» Laut «Bloomberg» peilt Nestlé mit pflanzlichen Nahrungsmitteln in zehn Jahren einen Umsatz von 1 Milliarde Franken an.

Freuen darf sich Schneider auch über seinen Lohn. Im Vergleich zu 2017 erhielt er für das abgelaufene Jahr deutlich mehr: Seine Entschädigung kletterte von 7,9 auf 9,5 Millionen Franken. Damit hat er auch seinen Vorgänger Paul Bulcke übertroffen, der in seinem letzten Jahr als Chef 9 Millionen Franken erhielt.

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