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FESTHYPOTHEKEN: Zinskurve zeigt nach oben

Die Zinsen für lang- und mittelfristige Immobilienkredite steigen seit Jahresbeginn leicht. Die Fachleute rechnen mit einem weiteren Anstieg. Es ist eine Zinswende in kleinen Schritten.
Rainer Rickenbach
Eine neu erstellte Siedlung in Geuensee. (Bild: Eveline Beerkircher (11. Oktober 2017))

Eine neu erstellte Siedlung in Geuensee. (Bild: Eveline Beerkircher (11. Oktober 2017))

Rainer Rickenbach

«Die Zinswende ist schon da», sagt Arno Endres, Leiter Finanzanalyse bei der Luzerner Kantonalbank. In den USA habe die historische Tiefzinsphase ihren Spitzenwert gegen unten bereits im Sommer 2016 erreicht. Zur gleichen Zeit erreichten auch die Schweizer und deutschen Staatsanleihen den bislang tiefsten Minuswert, seither ging es in Kleinstschritten etwas aufwärts. Endres erwartet, dass die Zinsen «am langen Ende» (für langfristige Ausleihungen) in den nächsten 12 Monaten weiter steigen.

Auf dem Hypothekarmarkt wirkte sich die Umkehr auf tiefstem Niveau nur sanft auf die Immobilienkredite mit längeren Laufzeiten aus (siehe Grafik). «Aktuell liegen die durchschnittlichen Richtzinsen für zehnjährige Festhypotheken bei 1,63 Prozent. Das sind fast 0,2 Prozent mehr als noch Anfang Jahr», sagt Finanzexperte Dominik Weber vom Internetvergleichsdienst Comparis. Für die Fünfjährigen verläuft die Kurve gleich. Bei den kurzfristigen Festhypotheken und beim Libor ist hingegen kaum Bewegung auszumachen. Gemäss Comparis verharren die Zinsen für geringe Laufzeiten bei durchschnittlich 0,97 Prozent.

Zinsen gehen bloss in Trippelschritten rauf

Die Zeiten, als es zehnjährige Festhypotheken zum Preis von 1,3 Prozent Zins gab, scheinen zwar der Vergangenheit anzugehören. Doch eine abrupte Zinswende sieht anders aus. Bislang vollzog sie sich bloss in vereinzelten Zehntelprozenten. Zur Erinnerung: Historisch betrachtet ist ein Zinsniveau von 4 bis 6 Prozent der Normalfall. Davon sind die Zinssätze nach wie vor weit entfernt.

In Trippelschritten nach oben dürfte es weitergehen, sagen die Fachleute voraus. «Passiert nichts Aussergewöhnliches, zeigt der Trend am Ende der Zinskurve nach oben», heisst es bei der Schwyzer Kantonalbank. Weber von Comparis sagt: «Eine Analyse der Prognosen lässt einen Anstieg der Zinsen bis Ende Jahr vermuten. In der Vergangenheit waren die Prognosen aber nicht immer richtig.» In der Tat haben diverse Marktbeobachter seit Beginn der historischen Tiefzinsphase vor neun Jahren die Rückkehr zur Zinsnormalität vorausgesagt. Die Prognosen sind schwierig, denn bei der Zinsfindung spielt Verschiedenes ineinander: die Konjunkturerwartungen, die Inflation, die Geldpolitik der wichtigen Zentralbanken in den USA und der EU und für die Schweizerische Nationalbank ihr gegenwärtig vordringlichstes Ziel, den Frankenwert im Zaum zu halten.

Das macht es für die Wohnungs- und Hausbesitzer nicht einfach, richtige Entscheide für die Immobilienfinanzierung zu treffen. Sie sollten sich dabei aber nicht so sehr durch Prognosen als viel mehr von der eigenen Lebenssituation leiten lassen, sagt Daniel von Arx, Mediensprecher der Luzerner Kantonalbank. «Wenn es die Lebenssituation zulässt und sich keine Veränderungen abzeichnen, welche die Hypothekarsituation beeinflussen, empfehlen wir grundsätzlich, einen langfristigen Kredit abzuschliessen», so von Arx. Kurzfristige seien bei Veränderungen wie etwa einem anstehenden Hausverkauf dienlich. Es handle sich zudem um eine Frage der Risikofreudigkeit, findet Weber. «Wer lange Zeit Ruhe haben will, schliesst besser einen langfristigen Kredit ab. Wer aber einen möglichen Zinsanstieg gut verkraften kann, ist wohl mit einem kurz- oder mittelfristigen Kredit besser beraten.» Vier von fünf Schweizern entscheiden sich für zehnjährige Ersthypotheken.

Bild: Grafik: LZ

Bild: Grafik: LZ

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