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FESTTAGE: Prosecco läuft Champagner den Rang ab

Italienische Schaumweine kommen an den Festtagen mehr als doppelt so häufig auf den Tisch wie französische. Dies legt die Importstatistik nahe. Sie zeigt auch warum: Es liegt am Portemonnaie.
Balz Bruppacher
In der Schweiz ist Champagner in den letzten Jahren weniger gefragt als andere Schaumweine. (Bild: Getty)

In der Schweiz ist Champagner in den letzten Jahren weniger gefragt als andere Schaumweine. (Bild: Getty)

Balz Bruppacher

Die Werbebotschaften des Detailhandels machen es deutlich: Mit Schaumwein und anderen Delikatessen verspricht sich die Branche zwischen Weihnachten und Neujahr besonders gute Geschäfte. Das spiegelt sich auch in der Importstatistik. Über 40 Prozent der Einfuhren von Schaumweinen entfallen jeweils auf die Monate Oktober, November und Dezember. Im ganzen Jahr 2017 dürfte die importierte Menge der perlenden Getränke einen neuen Höchststand von rund 20 Mil­lionen Kilogramm erreichen. Im Zehnjahresvergleich entspricht dies einer Zunahme von 37 Prozent, also deutlich mehr als das Bevölkerungswachstum.

Die Lust auf Schaumweine ist allerdings nicht kontinuierlich gestiegen. So gingen die Einfuhren zum Beispiel 2015 gegenüber dem Vorjahr leicht zurück. Der Blick auf die Herkunft der Getränke macht vor allem den ­Siegeszug des italienischen Prosecco deutlich. Die Importe von italienischen Schaumweinen haben sich innerhalb von zehn ­Jahren mehr als verdoppelt. In den ersten elf Monaten des laufenden Jahres waren es 9,857 Millionen Kilogramm oder 6 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Italien ist damit mit Abstand das wichtigste Herkunftsland von Schaumweinen mit einem Anteil von 57 Prozent an den Einfuhren.

Der Bruch folgte im Jahr 2005

Das war nicht immer so. Lange war es das Champagnerland Frankreich, das die Liste der wichtigsten Importländer von Schaumweinen anführte. Zum Bruch kam es im Jahre 2005, als die Einfuhren aus Italien mit 4,854 Millionen Kilogramm erstmals leicht höher als jene aus Frankreich (4,704 Millionen Kilogramm) waren.

Seither legten die Importe aus Frankreich nur noch um 11 Prozent zu, während die Einfuhren aus Italien um 115 Prozent in die Höhe schnellten. Der Marktanteil Frankreichs sank gleichzeitig auf 26 Prozent. ­Spanien und Deutschland folgen mit Marktanteilen von 13 be­ziehungsweise 4 Prozent auf den nächsten Plätzen.

Halb so viel Champagner für den doppelten Preis

Erklärungen für die mengenmässige Stagnation der französischen Schaumweinimporte und die rasante Zunahme der Einfuhren aus Italien liefert die wertmässige Statistik. Die 4,426 Millionen Kilogramm Schaumwein, die von Januar bis November dieses Jahres aus Frankreich ein­geführt wurden, kosteten 103,5 Millionen Franken. Für die mehr als doppelt so grosse Menge (9,857 Millionen Kilogramm) aus Italien musste hingegen fast nur die Hälfte bezahlt werden, nämlich 54,2 Millionen Franken. Mit anderen Worten: Dass der Prosecco dem Champagner den Rang abläuft, hängt vor allem mit dem Preis zusammen.

Der Blick auf die letzten beiden Jahre zeigt allerdings, dass die Preisentwicklung bei den italienischen Schaumweinen nach oben zeigt, aber auf einem deutlich tieferen Niveau als bei den französischen Provenienzen. Umgekehrt sind auch den Champagnerpreisen Grenzen gesetzt. Kosteten die 2007 aus Frankreich eingeführten 5,284 Millionen ­Kilogramm Schaumweine 145,2 Millionen Franken, waren es im Jahr 2016 für annähernd die gleiche Menge nur noch 107,6 Millionen Franken.

Zigarrenimporte boomen

Und wie steht es mit anderen Delikatessen? Auffallend sind die auch im laufenden Jahr gesunkenen Importe von Gänseleber. In den ersten elf Monaten 2017 gingen sie im Vergleich zum Vorjahr um einen Fünftel zurück. Austern und Kaviar sind hingegen gemessen an den Importen etwas stärker gefragt als letztes Jahr. Deutlich rückläufig waren die Lachseinfuhren.

Und noch ein Hinweis, der da und dort Stirnrunzeln auslösen wird: Die Einfuhren von Zigarren, einschliesslich Stumpen und Zigarillos, sind in den ersten elf Monaten 2017 gegenüber der Vorjahresperiode um 22 Prozent gestiegen.

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