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FINANZEN: Altersvorsorge 3a: Mehr als die Hälfte spart freiwillig

Junge Berufsleute sind wegen des demografischen Wandels gut beraten, schon früh freiwillig für das Alter vorzusorgen. Einen Teil der Ausgaben machen sie bei den Steuern wett.
Rainer Rickenbach
Die Jungen sind eher sparfaul – dabei sollte für sie die eigenverantwortliche Altersvorsorge eine wichtige Rolle spielen. (Bild: Getty)

Die Jungen sind eher sparfaul – dabei sollte für sie die eigenverantwortliche Altersvorsorge eine wichtige Rolle spielen. (Bild: Getty)

Rainer Rickenbach

Schon 12,6 Millionen Franken Vorsorgegelder kamen bei Viac zusammen. Viac, das ist eine zwei Monate junge Firma, die mit einer Smartphone-App verschiedene Produkte für die freiwillige Altersvorsorge der dritten Säule a anbietet (Ausgabe vom 7. Dezember 2017). «Es ist ein fantastischer Start. Wir sind nach zwei Monaten schon so weit, wie es nach einem Jahr geplant war», sagt Christian Mathis. Er ist einer der drei Gründer des Vorsorgeunternehmens. 1585 Kunden sorgen heute bei Viac für das Alter vor; die App wurde über 10 000 Mal heruntergeladen.

Zwar gab es auch 3a-Sparer im fortgeschrittenen Alter, die ihr Sparguthaben von einer Bank zum Start-up transferierten. Doch die meisten Viac-Kunden sind Neulinge in der freiwilligen Vorsorge. Fast zwei von drei Kunden sind jünger als 40.

Auf die Jungen wartet ein schwaches Rentensystem

Das Jungunternehmen spricht damit ein eher sparfaules Publikum an. Die Zurückhaltung ist verständlich, denn für junge Berufsleute ist der Ruhestand noch weit weg und sie haben mit der Gründung eines eigenen Haushaltes ohnehin genügend Ausgaben zu stemmen. Gemäss einer gestern erschienenen Studie der Credit Suisse zahlt nicht die Hälfte der 25- bis 34-Jährigen regelmässig in die freiwillige Vorsorge 3a ein. Über alle Altersgruppen gesehen sind es 59 Prozent der Erwerbstätigen.

Nur: Für die junge Generation spielt die eigenverantwortliche Altersvorsorge eine viel wichtigere Rolle als für heute 60-Jährige. Denn mit Blick auf den demografischen Wandel und das Schneckentempo bei der überfälligen Reform von AHV und Pensionskassen dürften sie in zwanzig oder dreissig Jahren vom Staat wenig zu erwarten haben.

Je früher Erwerbstätige in die dritte Säule einzahlen, desto mehr Vermögen werden sie auf der Seite haben, wenn sie in den Ruhestand gehen. Es muss dabei nicht gleich jedes Mal der jährliche Maximalbetrag von heute 6768 Franken sein. Die Vorsorgespezialisten der Credit Suisse machen es mit einer Modellrechnung deutlich: Wer während 35 Jahren jeweils 4800 Franken einzahlt, hat am Schluss 25 000 Franken mehr auf der hohen Kante als jemand, der die gleiche Summe in 25 Jahren einzahlt. Den Unterschied machen vorab Dividenden und Zinseszinsen aus.

Wegen Steuern: Mehrere Depots und Konten

Hinzu gesellen sich die Steuerersparnisse. Die gibt es gleich doppelt: Beim Einzahlen lässt sich die jährliche Sparsumme voll und ganz vom Einkommen abziehen. Und beim Bezug im Alter gilt ein reduzierter Steuertarif. Je höher die Steuern in der Wohngemeinde sind, desto mehr sparen die Beitragszahler. Ein Beispiel aus dem Zahlenwerk der Credit Suisse: Ein Gutverdiener mit einem steuerbaren Einkommen von 100 000 Franken spart mit dem Maximalbeitrag im Hochsteuerkanton Neuenburg 2473 Franken Steuern im Jahr. Im Tiefsteuerkanton Zug sind es hingegen nur 1583 Franken. «In Frankenbeträgen profitieren hohe Einkommen am meisten. Prozentual betrachtet können jedoch tiefere Einkommen – sofern sich der Geldbetrag aufbringen lässt – ihre Steuerlast stärker reduzieren», heisst es im Bericht der Credit Suisse. Längst nicht alle sind freilich in der Lage, ein paar Tausender freiwillig für die Vorsorge beiseitezulegen. Fast die Hälfte der vom Bundesamt für Statistik befragten Personen ohne dritte Säule gab an, sich Beiträge dafür nicht leisten zu können. Nebst den Jüngeren und Geringverdienern stehen die Ausländer überdurchschnittlich oft ohne dritte Säule da.

Weitere Auffälligkeiten: Verheiratete zahlen regelmässiger als Ledige oder Geschiedene, Männer mehr als Frauen und Gutausgebildete öfter als Berufstätige, die weniger Ausbildungsjahre hinter sich haben.

Damit der Fiskus bei der Auszahlung des gesparten Geldes nicht stärker zum Zug kommt als unbedingt notwendig, empfiehlt es sich, die 3a-Sparsumme auf mehrere Depots und Konten zu verteilen. Diese müssen nämlich beim Bezug ganz aufgelöst werden. Befindet sich dann die gesamte Sparsumme darauf, gilt wegen der Steuerprogression ein höherer Tarif. Aufgeteilt auf mehrere Depots hingegen können die Sparer ihr Geld gestaffelt über mehrere Jahre beziehen und so bis zu 20 Prozent Steuern sparen. Erstaunlich: Trotz der Steuernachteile lassen sich fast drei Viertel das ganze Kapital auf einmal auszahlen. Kommt dann auch noch ein Bezug aus der Pensionskasse hinzu, den die Steuerverwaltung im Gegensatz zum Erwerbseinkommen dazuzählt, droht eine gesalzene Rechnung.

Die Steuertarife für den 3a-Kapitalbezug sind unterschiedlich. In den Zentralschweizer Gemeinden kommen die Sparer im nationalen Vergleich glimpflich davon. Doch auch innerhalb der Region sind die Unterschiede beträchtlich (siehe Tabelle).

Bild: Tabelle: LZ

Bild: Tabelle: LZ

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