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Finanzexperten begrüssen Wechsel in Credit Suisse-Chefetage

Der Wechsel an der Spitze der Credit Suisse (CS) wird von Finanzexperten durchwegs positiv bewertet. Dies, obwohl laut den Bankenanalysten noch völlig unklar ist, wie stark der neue Chef die Bank umbauen wird.

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Sein Abgang wird begrüsst: CS-Chef Brady Dougan. (Archiv)

Sein Abgang wird begrüsst: CS-Chef Brady Dougan. (Archiv)

Keystone

Der Bankenanalyst von Julius Bär findet klare Worte. "Der Wechsel an der Spitze der CS war überfällig", sagt Roger Degen auf Anfrage. Die Ernennung von Tidjane Thiam als Nachfolger von Brady Dougan bezeichnet Degen als "vernünftige Besetzung", auch wenn noch nicht klar sei, ob der Versicherungsfachmann auch tatsächlich alle nötigen Fähigkeiten für die Leitung einer Grossbank mitbringe.

Ähnlich äussert sich auch der Bankenanalyst der Bank Vontobel. Der neue CS-Chef komme nicht aus dem Bankfach, schreibt Andreas Venditti in seinem Marktkommentar. Als Chef des britischen Finanzunternehmens Prudential bringe er jedoch Erfahrungen im Asien-Geschäft und damit in einer Schwerpunktregion von Credit Suisse mit.

Eine wichtige Frage werde sein, ob sich der neue CEO tatsächlich für eine drastische Änderung der strategischen Ausrichtung des Konzerns einsetzen werde.

Diese Frage beantwortet der Bankenanalyst der Zürcher Kantonalbank (ZKB) mit einem Ja. Wie Degen von Julius Bär vermutet auch Andreas Brun, dass Thiam stärker auf das stabilere und langfristig rentablere Vermögensverwaltungsgeschäft setzen könnte, schreibt Andreas Brun. Degen von Julius Bär sieht es gleich. "Es könnte ein stärkerer Einschnitt im Investmentbanking und eine Kapitalerhöhung bevorstehen", sagt er.

"Weniger Investmentbanking, dafür mehr Wealth- und Asset-Management?" Dies fragen sich auch die Bankenanalysten der UBS. Auch sie gehen mit Blick auf Thiams Background davon aus, dass sich die Ausrichtung der CS weiter zur Vermögensverwaltung verschieben wird, was auch durchaus Sinn ergebe, wie die CS-Analysten schreiben. (sda)