FINANZPLATZ: Den UBS-Aktionären winkt eine höhere Dividende

Die Grossbank UBS ist nach neun Monaten auf dem Weg zu einer kräftigen Erhöhung des Jahresgewinns. Doch Konzernchef Sergio Ermotti dämpft die Hoffnungen.

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Das Firmenlogo der UBS-Bank. (Bild: Keystone)

Das Firmenlogo der UBS-Bank. (Bild: Keystone)

Aktionäre der UBS dürfen sich schon heute auf eine deutliche Dividendenerhöhung im kommenden Frühjahr einstellen. Nach neun Monaten ist die Bank auf dem besten Weg, das Vorjahresergebnis von 3,2 Milliarden Franken oder 84 Rappen pro Aktie zu übertreffen. Nach einem über Erwarten guten dritten Quartal beläuft sich der Gewinn nach neun Monaten bereits auf 3,4 Milliarden Franken beziehungsweise auf 88 Rappen je Titel. Aus dem Gewinn des letzten Jahres hatte die UBS 60 Rappen pro Aktie oder rund 70 Prozent des Gewinns an die Anteilseigner ausgeschüttet. Unter der Annahme, dass der Bank im Schlussquartal ein im Gesamtjahresvergleich durchschnittliches Resultat gelingt und die Ausschüttungsquote beibehalten wird, könnten die Aktionäre mit einer Dividende von gegen 80 Rappen rechnen, was einer Erhöhung von über 30 Prozent zur letzten Dividende entspricht.

Doch solchen Hoffnungen erteilte Konzernchef Sergio ­Ermotti auf einer Telefonkonferenz mit Finanzanalysten und Journalisten gestern eine klare Absage. Die Bank ziele auf eine nachhaltige Dividendenpolitik und werde keine Erhöhung der Ausschüttung um 30 Prozent vornehmen. Genaueres sollen die Aktionäre erst im Januar erfahren. An der Börse gaben die UBS-Aktien 0,8 Prozent nach und schlossen knapp über 17 Franken. Die Börsenreaktion fällt mindestens auf den ersten Blick überraschend negativ aus, vermochte die Grossbank den Quartalsgewinn im Vorjahresvergleich immerhin um 14 Prozent auf 0,9 Milliarden Franken zu steigern.

Rentabler dank Kostensenkung

Doch die vorgelegten Zahlen können nicht verhehlen, dass das schwierige Umfeld dem Bankgeschäft der UBS zusetzt. Die Investoren erkennen, dass auch bei der UBS die Rentabilitätsfortschritte noch zu sehr durch Kostensenkung und zu wenig durch steigende Erträge getrieben sind. Das zeigt sich in dem vorliegenden Zwischenbericht deutlich: Von der Steigerung des Vorsteuer­gewinns um 344 Millionen auf 1,2 Milliarden Franken stammen zwei Drittel aus Kostensenkungen. Von den im Jahr 2015 angekündigten jährlichen Einsparungen von 2,1 Milliarden Franken bis Ende 2017 hat die UBS per Ende September 90 Prozent erreicht und wird das Ziel nach eigenen Angaben plangemäss erreichen. Das Sparprogramm zieht aber auch beträchtliche Restrukturierungskosten nach sich. Im laufenden Jahr beliefen sich diese auf 790 Millionen Franken. Die im Markt und an der Kundenfront erzielten Leistungen waren im Berichtsquartal solid, aber nicht glänzend. Die Paradedisziplin Wealth Management fiel bei manchen Beobachtern mit einem eher bescheidenen Neugeldwachstum auf. Im Schweizer Geschäft versucht sich die UBS mit höheren Gebühren für die Kosten der Negativzinspolitik schadlos zu halten. Bemerkenswerterweise ist der Bank hier aber ein deutliches Neugeldwachstum geglückt. Die von Schweizer Kunden verwalteten Vermögenswerte erreichten mit 744 Milliarden Franken den höchsten Stand seit der Finanzkrise.

Daniel Zulauf