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FINANZPLATZ: Die UBS erhält die besseren Noten

Die Grossbanken UBS und Credit Suisse legen solide Zahlen vor. Punkto Geschäftsmodell, Management und Zukunftsaussichten liegt die UBS in der Gunst der Finanzexperten aber vorne.
Nachbarn am Zürcher Paradeplatz: die beiden grössten Schweizer Banken UBS und Credit Suisse. (Bild: EQ/Dominik Baur)

Nachbarn am Zürcher Paradeplatz: die beiden grössten Schweizer Banken UBS und Credit Suisse. (Bild: EQ/Dominik Baur)

Hans-Peter Hoeren

Gleich viel Dividende für die Aktionäre, dafür weniger Boni für die Angestellten: So reagiert die Grossbank Credit Suisse auf ein durchzogenes Geschäftsjahr (siehe Box). Dieses wurde von einer Milliardenbusse in den USA belastet. Der Gewinn der CS sank gegenüber dem Vorjahr um knapp 9 Prozent auf 2,1 Milliarden Franken. Die Börse reagierte dennoch euphorisch; die Aktie legte bis Handelsschluss um 9 Prozent zu. Das hängt in erster Linie damit zusammen, dass die Dividende nicht gekürzt wird und erneut 70 Rappen pro Aktie ausgeschüttet werden. Doch wo stehen die Grossbanken UBS und CS im direkten Vergleich?

Geschäftsgang: Zum Teil verwendet die CS für die Ermittlung ihrer Kennzahlen eine andere Berechnungsgrundlage als die UBS. «Das erschwert einen genauen Vergleich enorm», sagt Bankenprofessor Maurice Pedergnana vom Institut für Finanzdienstleistungen Zug der Hochschule Luzern Wirtschaft. Die Ergebnisse beider Banken sind geprägt von Sonderfaktoren, vor allem Bussenzahlungen und Rückstellungen.

Die UBS erzielt zwar unter dem Strich mit 3,6 Milliarden Franken den deutlich höheren Reingewinn, profitiert dabei aber massgeblich von einer Steuergutschrift von über 1 Milliarde Franken. «Im aktuellen Umfeld sind die Ergebnisse beider Banken solide», sagt Pedergnana. Während die UBS den wichtigsten Teil der Einnahmen in der Vermögensverwaltung erzielt, ist es bei der CS das Investmentbanking. Dort konnte die CS den Gewinn steigern. «Dennoch war die CS in dieser Sparte nicht sehr rentabel, das trifft aber aktuell auf den gesamten europäischen Bankensektor zu», ergänzt Roger Rissi, Dozent am IFZ Zug.

Starker Franken: Die Negativzinsen und der starke Franken drücken auf die Profitabilität der beiden Banken. Die CS rechnet für das laufende Jahr mit einem negativen Effekt auf den Vorsteuergewinn von bis zu 175 Millionen Franken. Um zusätzliche Kosten in Höhe von 200 Millionen Franken einzusparen, plant die CS die Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. «Mit dem starken Franken ist es teurer, Personen in der Schweiz zu beschäftigen», sagte CS-Chef Brady Dougan gestern in Zürich. Konkrete Zahlen zu den betroffenen Stellen konnte er allerdings noch nicht nennen.

Die UBS plant 2015 Kosteneinsparungen von über 1 Milliarde Franken. Ihr Geschäftsaufwand ist im letzten Jahr stärker gestiegen als der Ertrag. «Die UBS ist ein Moloch mit hohen Kosten, insbesondere die Outsourcingkosten sind enorm gestiegen», sagt Maurice Pe­dergnana. So hat die Bank IT- und Buchhaltungsaktivitäten ins Ausland verlagert.

Renditeziele: Die UBS hat wegen des Negativzinsumfelds ihr Renditeziel für das Eigenkapital von 15 auf 10 Prozent gesenkt, die CS hingegen hält an der Vorgabe von 15 Prozent fest. «Dass die UBS ihr Renditeziel senkt, ist mutig und eine ehrliche Reflexion des Umfelds», sagt Roger Rissi. Im aktuellen Marktumfeld seien die Renditeziele der CS schwer erreichbar. Um diese zu realisieren, müsse sie höhere Risiken eingehen.

Geschäftsmodell: Die unterschiedlichen Renditeziele reflektieren die unterschiedlichen Geschäftsmodelle der beiden Banken. «Die UBS entwickelt sich immer mehr zu einer Vermögensverwaltungsbank, das Investmentbanking spielt eine unbedeutendere Rolle als früher», weiss Rissi. Die CS hingegen sei eine globale Investmentbank, die nebenher auch Vermögensverwaltung betreibe. «Die CS hat ihre Entscheidungszentrale faktisch in New York, die UBS in der Schweiz», ergänzt Maurice Pedergnana. Das habe man auch im Januar nach der Aufgabe des Euro-Mindestkurses sehen können. «Die UBS hat eine Währungsstrategie für den Schweizer Franken und hat entsprechend schnell ihren Schweizer Kunden überzeugende Währungsabsicherungen anbieten können», sagt Pedergnana. Bei der CS spiele das eine untergeordnete Rolle. Sie fokussiere sich wie keine andere Bank auf die ultrareichen Leute.

Kapitalisierung: Hier hat die UBS mehr Risikopositionen abgebaut und weist höhere Kapitalpolster für den Krisenfall aus als die CS. «Die UBS hat das langweiligere Geschäftsmodell, aber die fokussiertere und realistischere Strategie», sagt Roger Rissi. Auch die Ertragsbasis sei aufgrund der geringeren Abhängigkeit vom schwankungsanfälligen Investmentbanking berechenbarer. Die CS ist in einer ungemütlicheren Position als die UBS. Einerseits muss sie die Kapitalpolster ausbauen, auch weil der Bundesrat die Anforderungen noch in die Höhe schrauben könnte. Andererseits muss sie die Aktionäre bei Laune halten. Ob ihr das künftig auch gelingt, bleibt abzuwarten.

Aktie/Dividende: «Mit einer UBS-­Aktie kann man als Anleger in den nächsten zehn Jahren wahrscheinlich gut schlafen», prognostiziert Maurice Pedergnana. Im aktuellen Negativzinsumfeld fahre man mit der UBS gut. Die Negativzinsen haben einen geringen Einfluss auf den wichtigsten Ertragspfeiler, die Vermögensverwaltung. Sprich die UBS-Aktie ist auf einem guten Weg, wieder ein interessanter Dividendentitel zu werden. «Das UBS-Management scheint mir fester im Sattel zu sitzen, agiert glaubwürdiger und kommuniziert transparenter», sagt Pedergnana. Und dies trotz Rückstellungen im Milliardenbereich und vieler offener Rechtsfälle. Bei der CS hingegen sei die künftige Strategie nicht klar. Auch die Regularisierung der verwalteten Vermögen mit dem Ziel, keine unversteuerten Gelder mehr auf den Konten zu haben, ist noch im Gange. Beispielsweise in Deutschland und Frankreich. «Im Gegensatz zur UBS ist bei der CS-Aktie ein wenig mehr Casino-Charakter dabei», sagt Maurice Pedergnana.

Die Geschäftszahlen von UBS und CS im Vergleich. (Bild: Grafik: Janina Noser)

Die Geschäftszahlen von UBS und CS im Vergleich. (Bild: Grafik: Janina Noser)

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