FINANZPLATZ: IWF greift Finanzmarktaufsicht an

Was immer sie tut oder unterlässt, an Kritikern der Finanzmarktaufsicht Finma fehlt es nie. Jetzt mischt sich auch der Internationale Währungsfonds (IWF) ein.

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Der neue Finma-Direktor sieht sich mit neuer Kritik konfronitert - diesmal seitens des Internationalen Währungsfonds (IWF). (Bild: Keystone)

Der neue Finma-Direktor sieht sich mit neuer Kritik konfronitert - diesmal seitens des Internationalen Währungsfonds (IWF). (Bild: Keystone)

red. Die Schweizer Finanzmarktaufsicht (Finma) kommt aus dem Hagel der Kritik nicht heraus: So kommt der Internationalen Währungsfonds (IWF) nach einer Durchleuchtung des Schweizer Finanzplatzes in seinem veröffentlichten Bericht über die Stabilität des Schweizer Finanzsystems zum Schluss, dass in der Finanzmarktaufsicht trotz Fortschritten «bedeutende Schwächen» verbleiben.

Zudem kritisieren die IWF-Ökonomen das duale System der Finma, bei dem sich die Aufsichtsbehörde auf die Arbeit von externen Prüfungsgesellschaften stützt. Diese nehmen die Finanzhäuser vor Ort unter die Lupe. Zwar stellen die IWF-Experten diese Arbeitsteilung nicht grundsätzlich in Frage. Das Modell müsse «aber sorgfältig umgesetzt» werden, heisst in dem Bericht. Dazu würden eine stärkere Führung der externen Revisoren, eine bessere Angleichung der Aufsicht zwischen den einzelnen Einheiten sowie ergänzende vertiefte Prüfungen durch die Finma selbst gehören.

Darüber hinaus sollten die Prüfungsgesellschaften nicht direkt von den Beaufsichtigten bezahlt, sondern aus einem Fonds heraus, den Banken finanzieren, entlöhnen.

Zudem regt der Bericht an, ein Rotationssystem bei den Prüfungsgesellschaften, bei dem die Zuständigkeiten für die einzelnen Finanzhäuser nach einer gewissen Zeit wechseln, zu installieren.