Sissach
Finanzpolitik trägt Früchte

Sissach schreibt weiterhin tiefschwarze Zahlen. Die Wirtschaftskrise wird sich erst in den Rechnungen von 2010 und 2011 niederschlagen.

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bz Basellandschaftliche Zeitung

Otto Graf

Die Sissacher Gemeindepräsidentin Petra Schmidt stellte die Jahresrechnung 2008 vor, die sich in jeder Beziehung sehen lassen kann. Bei einem Aufwand von 27 Millionen Franken in der laufenden Rechnung verbleibt unter dem Strich ein Mehrertrag von 935 000 Franken. Im Vergleich zum Voranschlag ist der Abschluss um 1,3 Millionen Franken besser. Doch es kommt noch besser.

Rechnung besser als Voranschlag

Der höhere Steuerertrag, statt 10 Millionen Franken lieferten die Sissacher Steuerpflichtigen 11,7 Millionen Franken an den kommunalen Fiskus ab - und weitere Verbesserungen ermöglichten es, ausserordentliche Abschreibungen und Rückstellungen für künftige Investitionen von insgesamt 3,4 Millionen Franken zu verbuchen. Effektiv ist die Rechnung um 3,8 Millionen Franken besser als der Voranschlag erwarten liess. «Der Umbau der Hauptstrasse in eine Begegnungszone war eine gute Sache, die bis heute nachwirkt und Sissach in ein günstiges Licht stellt», meinte die kommunale Finanzministerin.

Nachwirkungen unter einem anderen Vorzeichen werde aber die gegenwärtige wirtschaftliche Lage zur Folge haben, sagte sie weiter. Erfahrungsgemäss werde sich der Rückgang der Steuererträge aber erst in den Rechnungen 2010 und 2011 niederschlagen. Dramatische Auswirkungen erwartet Schmidt nicht. Zwölf Prozent des Steuerertrages, im Vergleich mit anderen grösseren Gemeinden vergleichsweise wenig, entfielen auf juristische Personen.

Den grossen Rest von 88 Prozent entrichteten natürliche Personen, rechnete die Präsidentin vor. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor, Schmidt sprach von einer mittleren Katastrophe, stellt die unendliche Geschichte der Übernahme der Sekundarschulhäuser durch den Kanton dar. Seit Jahren würden die Gemeinden vertröstet, geschehen sei aber, abgesehen von den Beschwichtigungen aus Liestal, noch nichts.

Tageskarten sind ausgelastet

Die Tageskarten, ergänzte Gemeindeverwalter Godi Heinimann, seien praktisch zu 100 Prozent ausgelastet. Die Tatsache, dass die Bürgergemeinde Sissach zwei Karten finanziert und ihren Bürgerinnen und Bürgern unentgeltlich zur Verfügung stellt, wirke sich belebend auf das Geschäft aus. Sämtliche Investitionen konnte Sissach im vergangenen Jahr aus eigenen erwirtschaftenden Mitteln bestreiten.

In der Bilanz hat das Eigenkapital die magische Grenze von zehn Millionen Franken deutlich überschritten. Eine Grenze nach oben sei nicht definiert, meinte Petra Schmidt. Erfreulich ist auch der Blick ins Schuldenverzeichnis. Die langjährigen Verpflichtungen konnten um drei Millionen Franken auf noch 3,5 Millionen Franken abgebaut werden. «Wir haben die Hausaufgaben laufend gemacht und Reserven angelegt, so dass wir guten Muts in die Zukunft schauen können», meinte die Präsidentin abschliessend.