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Der Fintech-Markt in der Schweiz wächst stark

Die Zahl der Fintech-Unternehmen in der Schweiz steigt deutlich an. Wie eine Studie der Hochschule Luzern zeigt, stellt dies die traditionellen Banken vor zwei Probleme.
Livio Brandenberg
Thomas Ankenbrand während seines Referats an der «IFZ Fintech Konferenz» der Hochschule Luzern. (Bild: Dominik Wunderli, Zug)

Thomas Ankenbrand während seines Referats an der «IFZ Fintech Konferenz» der Hochschule Luzern. (Bild: Dominik Wunderli, Zug)

«Wer überlebt die Fintech-Evolution?» Dieser und weiteren Fragen ging ein Team des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug (IFZ) der Hochschule Luzern nach. Am Mittwoch wurden in Zug die Resultate der «IFZ Fintech-Studie 2019» vorgestellt.

Bereits zum vierten Mal hat die Hochschule Luzern eine umfassende Bestandsaufnahme des Schweizer Fintech-Marktes vorgenommen. Die aktuelle Studie zeigt, dass der hiesige Fintech-Sektor im letzten Jahr erneut stark gewachsen ist und weiter an Bedeutung gewinnt. Die ­eingangs zitierte Frage wurde selbstverständlich ebenfalls erörtert, sie bezieht sich vor allem auch auf die traditionellen Banken und wie diese mit der digitalen Evolution umgehen. Die Resultate basieren auf den Antworten von 149 Schweizer Unternehmen, die an der Umfrage des IFZ teilgenommen haben. Fintech ist die Abkürzung für Finanztechnologie und umschreibt Softwarelösungen für innovative digitale Produkte, Dienstleistungen und Prozesse in der Finanzbranche.

Zuerst lässt sich festhalten: Der Fintech-Sektor boomt weiter. «2018 hatten wir wiederum ein beachtliches Wachstum, so zählen wir mittlerweile 356 Fintech-Unternehmen in der Schweiz, was verglichen zu 2017 einem Wachstum von 62 Prozent entspricht», sagte Thomas Ankenbrand, Dozent an der Hochschule Luzern und Projektleiter der Studie. Vorletztes Jahr waren es noch 220 Firmen, Ende 2015 waren es 162. Doch nicht nur die Zahl der Fintech-Firmen sei angestiegen, sondern auch deren Kapitalisierung sowie die durchschnittliche Anzahl Arbeitsplätze pro Firma.

Investierte Gelder nahmen deutlich zu

Auf der anderen Seite sehe man eine Entwicklung in entgegengesetzter Richtung: Im traditionellen Finanzsektor seien die Anzahl Institutionen wie auch die der Mitarbeiter rückläufig. Können die traditionellen Banken also mit den Fintech-Firmen mithalten, oder werden sie nach und nach verdrängt? «Für die Banken stellen sich zwei Probleme: Das erste Problem ist, dass verschiedene Dienstleistungen an den Banken vorbeigehen. Ich denke hier zum Beispiel an den Fahrdienst Uber oder die Wohnungsvermittlungsplattform Airbnb, wo der Zahlungsprozess völlig an den Banken vorbeiläuft», so ­Ankenbrand.

«Das zweite Problem der traditionellen Institute ist, dass Tech-Unternehmen oder Start-ups bei der Digitalisierung teilweise schneller und konsequenter sind».

Die Banken seien also gefordert, die richtigen Leute und die richtige Kultur zu haben, um neue Technologien implementieren und mithalten zu können. Die Studienautoren erwarten allerdings nicht, dass die Banken von Fintech-Unternehmen verdrängt werden. Viel eher würden die neuen Technologien «einen Teil der Dienstleistungen und Prozesse von traditionellen Banken teilweise ersetzen».

Vor rund 140 Personen ging Ankenbrand auch auf den Kurszerfall der meisten Kryptowährungen im letzten Jahr ein, da rund ein Drittel der Fintech-Unternehmen aus dem Kryptosektor stammen. Der Kryptowährungsmarkt habe eine massive Korrektur erlitten, räumte Ankenbrand ein, doch man habe auch beobachten können, dass das Volumen der Risikokapitaltransaktionen gestiegen sei – von 130 Millionen im 2017 auf 324 Millionen Franken im vergangenen Jahr.

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