Flugzeugbau
Pilatus verlängert Vertrag mit Ruag – stellt aber Forderungen

Die Zusammenarbeit dauert neu bis 2025. Für das stark angeschlagene Flugzeugstrukturgeschäft von Ruag ist das Balsam.

Maurizio Minetti
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Arbeiten an einem Höhenleitwerk für den PC-12.

Arbeiten an einem Höhenleitwerk für den PC-12.

Bild: PD

Ruag Aerostructures und die Pilatus Flugzeugwerke AG haben ihren bestehenden Vertrag bis 2025 verlängert. Die beiden Unternehmen haben sich zusätzlich auf Folgeaufträge für wichtige Bauteile der einmotorigen Turboprop-Flugzeuge PC-7, PC-12 und PC-21 geeinigt, heisst es in einer Mitteilung. Ruag Aerostructures und Pilatus arbeiten bereits seit Jahren zusammen. Verschiedene Bauteile für die Flugzeugtypen PC-7, PC-12 und PC-21 werden im Ruag-Werk in Emmen für den Stanser Flugzeugbauer produziert und montiert. Zum Auftragsvolumen des neuen Vertrags äusserten sich die beiden Firmen nicht.

Mit der Vertragsverlängerung bleibt Ruag damit für die Herstellung des Höhenleitwerks für den PC-12 verantwortlich. Ruag konnte sich auch für den PC-21 Folgeaufträge sichern. Für zwölf weitere Flugzeuge werden im Werk in Emmen die gesamte Rumpf- und Flügelstruktur produziert. Das einmotorige Turboprop-Trainingsflugzeug wird von Luftwaffen für die Ausbildung von Militärpiloten verwendet. Der Produktionsstart der zwölf Maschinen ist für den Spätsommer 2021 geplant.

Grosser Wettbewerbsdruck

Pilatus-CEO Markus Bucher lobt in der Mitteilung die erprobte Zusammenarbeit sowie die Fachkompetenz von Ruag. Er stellt darin aber auch eine klare Forderung: «Pilatus erwartet von Ruag, dass Kosten eingespart werden, um konkurrenzfähiger zu werden. Die Pilatus-Produkte werden fast ausschliesslich für den internationalen Markt hergestellt und sind somit grossem Wettbewerbsdruck ausgesetzt.»

Für den seit Jahren Verluste schreibenden Bereich Aerostructures von Ruag ist der Pilatus-Auftrag von grosser Wichtigkeit. Das Flugzeugstrukturgeschäft ist insbesondere während der Pandemie stark unter Druck geraten. Ruag Aerostructures war letztes Jahr von allen Geschäftsbereichen innerhalb von Ruag International am stärksten von der Coronakrise betroffen. Es resultierte 2020 ein Nachfrageeinbruch von über 30 Prozent und ein Verlust von 118 Millionen Franken – nach einem Minus von 22 Millionen im Vorjahr. «Für unser Werk in Emmen sind die Aufträge ein wichtiger Beitrag zur Sicherung der Zukunft unseres Unternehmens», lässt sich Ruag-International-Chef André Wall in der Mitteilung zitieren.