Forbo rechnet mit schwierigem Jahr

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat einen Einfluss auf das Geschäft des Baarer Unternehmens.

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(sda/awp) Der Bodenbelags- und Förderbandhersteller Forbo mit Sitz in Baar ist im Geschäftsjahr 2018 mit flottem Tempo gewachsen. Noch deutlicher legte die Industriegruppe aber bei den Gewinnziffern zu und erhöht entsprechend die Dividende. Der Ausblick auf das Geschäftsjahr 2019 dagegen ist ambivalent.

«Die Herausforderungen werden anspruchsvoller», sagte VR-Präsident This Schneider an der Bilanzmedienkonferenz vom Dienstag in Zürich. Nebst den sich abkühlenden konjunkturellen Aussichten verwies er dabei auch auf die politischen Unwägbarkeiten.

«Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hat einen Einfluss auf unser Geschäft», so Schneider. Die Kosten für Importe von den USA nach China und umgekehrt hätten 2018 bereits einen sechsstelligen Betrag ausgemacht.

Mit Blick auf einen ungeordneten Brexit verwies er auf die verschiedenen Werke von Forbo in Grossbritannien. Diese hätten schon im vergangenen Jahr wegen der gedrückten Baukonjunktur an Umsatz eingebüsst.

Zudem sei Forbo auf offene Grenzen angewiesen, da beispielsweise in Grossbritannien produzierte Produkte nach Frankreich zum Bedrucken und dann zurück nach England geschickt würden, von wo sie dann in den weltweiten Export gingen. «Wir haben Massnahmen ergriffen und die Lager ausgebaut, diese reichen allerdings für Tage und nicht für Monate.»

Trotz Unsicherheiten verhaltener Optimismus

Insgesamt sieht er dennoch mit «verhaltenem Optimismus» auf das Geschäftsjahr. Hoffnungen schöpft er aus der Entwicklung zahlreicher neuer Bänder im Bereich Fördersysteme (Movement Systems) etwa für die Lebensmittelindustrie wie Bäckereien und Fischverarbeitung.

Darüber hinaus verwies er auf die ausgebauten Vertriebsstrukturen, die bereits letztes Jahr insbesondere in den Entwicklungsländern neue Marktanteile gebracht hätten, oder auf den Ausbau einer Fabrik in China, die im zweiten Semester 2019 voll in Betrieb gehen soll.

Der Umsatz erhöhte sich im vergangenen Jahr um 6,5 Prozent auf 1,327 Milliarden Franken. Bereinigt um die positiven Wechselkurseffekte ergab sich ein organisches Wachstum von 5,0 Prozent.

Die grössere Division Flooring Systems, also das Geschäft mit Bodenbelägen und Bauklebstoffen, erreichte dabei in Lokalwährungen ein Plus von 5,0 Prozent und setzte 913,2 Millionen Franken um. Die Sparte Movement Systems, die das Geschäft mit Förderbändern und Antriebsriemen umfasst, wuchs gleichzeitig um 5,1 Prozent auf 413,8 Millionen Franken.

Regional gesehen legte Asien/Pazifik (+9,1 Prozent) am stärksten zu. Etwas moderater war das Wachstum in der Region Americas (+6,8 Prozent) und am geringsten in Europa (+3,6 Prozent).

Gewinn steigt deutlich

Der Gewinn zog im Vergleich zum Umsatz überproportional an. So hat sich das operative Betriebsergebnis (EBIT) auf 175,3 Millionen Franken mehr als verdoppelt. Allerdings war der Gewinn des Vorjahres von Einmalkosten im Zusammenhang mit einem Kartellverfahren in Frankreich von über 80 Millionen Franken belastet. Unter diesem Aspekt ist auch die Steigerung des Reingewinns auf 137,6 Millionen von 38,7 Millionen zu sehen.

Wird dieser Effekt ausgeklammert, so nahm der EBIT um 7,3 Prozent und der Reingewinn um knapp 15 Prozent zu. Die Dividende soll dementsprechend um 2 auf 21 Franken erhöht werden.

Forbo hat gleichzeitig mit den Zahlen am Morgen die Beendigung des 2017 gestarteten Aktienrückkaufs bekanntgegeben und ebenso die Absicht, bei den Aktionären die Bewilligung für ein weiteres Rückkaufprogramm einzuholen.

Auf die Frage, ob die Phantasie für Akquisitionen oder andere Investitionen fehle, meinte Schneider: «Wir prüfen ständig Akquisitionen.» Dies scheitere aber zumeist an wettbewerbsrechtlichen Hürden oder an den Preisen. Man investiere aber ständig in neue Produkte, in den Vertrieb oder in Wachstumsmärkte.

Für das laufende Geschäftsjahr hat Forbo am Morgen angesichts der diversen Unsicherheiten ein Wachstum von Umsatz und Konzerngewinn «leicht unter» dem Vorjahr in Aussicht gestellt. 2018 lag das organische Wachstum bei 5 Prozent. «2019 werden wir vielleicht noch halb so schnell wachsen, also im Bereich von 2,5 Prozent», präzisierte Schneider zumindest seine Umsatzprognose. Er sei lieber vorsichtig mit den Prognosen, denn 2019 werde ein schwieriges Jahr. «Wir haben aber auch bewiesen, dass wir liefern können.»