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FRANKREICH: Bei Airbus rollen die Köpfe

Die Führung des europäischen Flugzeugherstellers wird nach diversen Korruptionsaffären ausgewechselt. Deutsche und Franzosen müssen einen neuen Machtausgleich finden.
Stefan Brändle, Paris
Der Riesen-Airbus A380. (Bild: Christopher Furlong/Getty)

Der Riesen-Airbus A380. (Bild: Christopher Furlong/Getty)

Stefan Brändle, Paris

Schmiergeldaffären und technische Probleme fordern bei Airbus die ersten Opfer – prominente Opfer. Der deutsche Konzernchef Tom Enders teilte dem Verwaltungsrat mit, dass er im April 2019 keine Verlängerung seines Mandates anstreben werde. Immerhin hält er sich noch gut ein Jahr auf seinem Posten. Die Nummer zwei, der Franzose Fabrice Brégier, tritt hingegen schon im kommenden Februar zurück. Dies ermögliche einen Generationenwechsel, teilte Enders gestern im Anschluss an eine Sitzung des Verwaltungsrates mit. Er selbst wolle sich bis zu seinem Abtritt um einen möglichst «sanften Übergang» bemühen.

Brégiers Nachfolger wird der derzeitige Vorsteher von Airbus-Helicopters, der 49-jährige Franzose Guillaume Faury. Er hatte die Unterstützung der Deutschen wie auch der Franzosen, die bei dem Flugzeughersteller das ­Sagen vor den Spaniern haben. Offen bleibt die entscheidende Frage, wer Enders beerben wird. Um diesen Posten läuft hinter den Kulissen bereits ein Machtkampf. Die Regierungen Deutschlands und Frankreichs halten nach einer von Enders durchgezogenen Neuorganisation nur noch je 11,1 Prozent der Anteile (Spanien 4,2 Prozent) und sind nicht mehr im Verwaltungsrat vertreten.

Technische Probleme häufen sich

Der politische Einfluss geht allerdings darüber hinaus. Kanzlerin Angela Merkel und Präsident Emmanuel Macron besprechen sich regelmässig. Spannungen sind abzusehen. Der französische Vorsteher des Verwaltungsrates, Denis Ranque, zieht im Hintergrund die Fäden. Er soll für die Enders-Nachfolge schon drei ­­Namen ins Spiel gebracht haben: Ex-Air-France-Chef Alexandre de Juniac sowie die beiden französischen Konzernchefs Patrice Caine und Thierry Breton.

Für Enders ist die unter Druck erfolgte Ankündigung bitter, weil er letztlich über Schmiergeldpraktiken stolpert, die er selber bekämpft hatte. Obskure Kommissionszahlungen französischer Vermittler, die über beste Kontakte in Golfstaaten verfügen, stoppte der Deutsche nur gegen grosse interne Widerstände. In der österreichischen Eurofighter-Affäre geriet er allerdings mit einem Dutzend weiterer Manager selber ins Fadenkreuz der Justiz.

«Major Tom», wie er intern genannt wurde, etablierte zwar Airbus (67 Milliarden Euro Umsatz) neben dem US-Rivalen Boeing und verbuchte grosse ­Geschäftserfolge – im November etwa eine historische Bestellung von 430 Maschinen der A320-Familie durch das US-Leasingunternehmen Indigo Partners. Der Riesen-Airbus A380 und der Militärtransporter M400 bleiben allerdings Sorgenkinder. Auch sonst häufen sich die technischen Probleme.

Der technische Airbus-Direktor Paul Eremenko muss nach nicht einmal zwei Jahren bei Airbus zum Jahreswechsel den Hut nehmen. Noch gravierender ist der altersbedingte Abgang des angesehenen Verkaufsleiters John Leahy. Er wird durch den Rolls-Royce-Manager Eric Schulz ersetzt. Auch der langjährige ­Finanzchef Harald Wilhelm, der mit Enders’ Rückendeckung einschneidende Konzernreformen durchgesetzt hat, könnte mittelfristig vom allgemeinen Köpferollen erfasst werden.

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