Steuerstreit
Frankreich macht Jagd auf UBS-Kunden

Neues Ungemach für die UBS. Die französischen Behörden haben 353 UBS-Kunden im Visier. Sie sollen mithilfe der Bankangestellten Vermögen in der Schweiz deponiert haben. Amtshilfegesuchen sollen klären, ob die Gelder versteuert sind oder nicht.

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Frankreich verdächtigt 353 UBS-Kunden der Steuerhinterziehung (Symbolbild)

Frankreich verdächtigt 353 UBS-Kunden der Steuerhinterziehung (Symbolbild)

Keystone

Bereits seit einem Jahr ermittelt die Pariser Staatsanwaltschaft gegen die UBS. Sie wird verdächtigt, französische Kunden bei der Steuerhinterziehung unterstützt zu haben. Dazu hat sie Hausdurchsuchungen in mehreren UBS-Filialen in Frankreich durchgeführt und Ermittlungsverfahren gegen drei UBS-Kader eröffnet.

Nun hat das Verfahren einen weiteren Höhepunkt erreicht. Wie die Zeitung «Le Monde» gestern berichtete, haben die französischen Behörden vier Gesuche um Amtshilfe an die Schweiz gestellt. Drei der Gesuche beinhalten Namen von französischen Bürgern, die verdächtigt werden, ein Konto in der Schweiz zu haben. «Le Monde» schreibt von einer Liste mit 353 Namen möglicher UBS-Kunden.

Darunter seien Unbekannte aber auch Berühmtheiten. Bei 50 Personen sei bestätigt, dass sie ein Konto in der Schweiz haben. Mit den Amtshilfegesuchen soll geklärt werden, ob die Gelder dem französischen Fiskus gemeldet wurden oder nicht.

Die Staatsanwaltschaft konnte sich bei ihren Ermittlungen auf Aussagen ehemaliger UBS-Mitarbeiter beziehen. Sie interessierte sich besonders für Veranstaltungen, an denen die UBS ihre französischen Kunden hofiert hatte. Dank der Gästelisten solcher «Events» sowie Zeugenaussagen kam die Staatsanwaltschaft auf die Spur der 353 potentiellen UBS Kunden.

Ob sie ihr Geld wirklich in der Schweiz deponiert haben, sollen die Amtshilfegesuche ans Licht bringen. Das vierte Amtshilfegesuche enthält indes keine Namen. Frankreich erhofft sich von den Schweizer Kollegen eine Liste mit Kundennamen von rund 50 UBS-Mitarbeitern.

Die Eidgenössische Steuerverwaltung nimmt grundsätzlich keine Stellung zu Amtshilfegesuchen, da sie der Vertraulichkeit unterliegen. Sie hat die Meldung von «Le Monde» also weder dementiert noch bestätigt. (dk)