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Frisches Geld für frischen Babybrei

Das Zuger Jungunternehmen Yamo schliesst eine weitere Finanzierungsrunde in Millionenhöhe ab. Zudem nehmen zwei grosse Handelsketten den Brei testweise in ihre Regale auf.
Maurizio Minetti
Die Gründer des Zuger Start-ups Yamo (von links): Tobias Gunzenhauser, José Amado-Blanco und Luca Michas. (Bild: Nadia Schärli, Zug, 5. Dezember 2016)

Die Gründer des Zuger Start-ups Yamo (von links): Tobias Gunzenhauser, José Amado-Blanco und Luca Michas. (Bild: Nadia Schärli, Zug, 5. Dezember 2016)

Diese Jungunternehmer haben keine Angst vor Hipp, Milupa oder Nestlé: Seit Anfang 2017 produzieren Tobias Gunzenhauser, José Amado-Blanco und Luca Michas mit ihrem Jungunternehmen Yamo Babybrei mit einem speziellen Verfahren: Um Bakterien und Keime zu entfernen, wird der Früchte- oder Gemüsebrei nicht wie üblich erhitzt, sondern mittels Hochdruckpasteurisierung bearbeitet.

Dieses High Pressure Preservation (HPP) genannte Verfahren wird in der Lebensmittelindustrie seit einigen Jahren zum Beispiel für die Entkeimung von Fruchtsäften angewendet. Yamo ist eines der ersten Unternehmen weltweit, das HPP für die Produktion von Babybrei verwendet. Schweizweit gibt es nur eine einzige HPP-Anlage in Zürich, welche Yamo derzeit nutzt.

Das Hochdruckverfahren erlaubt es, natürliche Vitamine zu erhalten und gleichzeitig ohne Zusatzstoffe eine mehrwöchige Haltbarkeit zu erreichen. Im Gegensatz zu herkömmlichem Breis muss der Yamo-Brei allerdings gekühlt werden. In den Augen der drei Gründer ist das aber kein Nachteil. «Kleinkinder sollten nicht Essen bekommen, das älter ist als sie selbst», sagt Mitgründer Luca Michas.

«Kleinkinder sollten nicht Essen bekommen, das älter ist als sie selbst.»

Mit dieser Geschäftsidee hat das in Zug beheimatete Start-up schon einige Preise eingeheimst: Yamo ist Gewinner des Schweizer Start-up-Tags 2016 und Gewinner des Digital-Commerce-Start-up-Awards 2018. Diese Erfolge haben die Suche nach Investoren offensichtlich erleichtert. Gestern teilte das Jungunternehmen mit, dass Ringier Digital Ventures und der St. Galler Risikokapitalgeber b-to-v bei Yamo eingestiegen sind. An der Finanzierungsrunde haben sich auch bestehende und neue Business Angels beteiligt. Den grössten Anteil hat indes Ringier.

Bereits im August des vergangenen Jahres hatte das Brei-Start-up seine erste Finanzierungsrunde abgeschlossen. Fernsehmoderatorin Andrea Jansen, der Gründer von Dein Deal und Wefox, Dario Fazlic, Doodle-Gründer Myke Näf sowie Adrian Bührer, Gründer von Students.ch, beteiligten sich damals.

Die neue Finanzierungsrunde erreicht die Millionenhöhe. Luca Michas spricht von einem Betrag «im tiefen siebenstelligen Bereich». Die drei Gründer halten nach wie vor die Mehrheit der Aktien und sitzen im Verwaltungsrat, der von Mitgründer Tobias Gunzenhauser präsidiert wird. Seit Mai sitzt zudem Nicolas Bürer im Aufsichtsgremium. Ihn kennt man als Ex-Chef des Jugendsenders Joiz und Mitgründer des Umzugsportals MoveU. Heute ist Bürer Geschäftsführer der Standort-Initiative Digitalswitzerland. Ende Jahr wird nun David Hug, Managing Director von Ringier Digital Ventures, den Verwaltungsrat ergänzen. Das frische Geld will Yamo zur Ausweitung seiner Produktpalette sowie zur weiteren Marktdurchdringung verwenden. Das Jungunternehmen expandierte vor kurzem ins europäische Ausland. Seit Anfang 2018 ist Yamo auch in Deutschland und Österreich erhältlich. Zudem ist geplant, in Deutschland einen Produktionsstandort für den europäischen Markt aufzubauen. Feste Nahrung und Snacks für ältere Kinder sollen künftig das Sortiment ergänzen.

Bald in den Coop-Regalen

Die mittlerweile elf Brei-Sorten von Yamo werden vor allem über den eigenen Online-Shop vertrieben. Letztes Jahr kam der Bio-Grosshändler Biopartner AG als neuer Vertriebspartner hinzu. Aktuell testet Deutschlands grösste Drogeriekette dm in rund 50 Filialen Yamos Bio-Babybreie in ihren Regalen. Ausserdem wird ab Ende August auch Coop in einigen grossen Filialen (zum Beispiel im Kriens-Pilatusmarkt) sowie bei Coop@home Yamos Breie testweise verkaufen. «Es war uns wichtig, dass unser Brei gekühlt im Babyfood-Regal zu finden ist und nicht etwa bei den Joghurts», sagt Michas. Er betont zudem, dass sowohl dm als auch Coop auf Yamo zugegangen seien. Mit Migros habe man hingegen keinen Kontakt.

Absatz- oder Umsatzzahlen nennt das Start-up nicht. In Zug beschäftigt Yamo derzeit insgesamt acht Personen; nächste Woche fängt Mitarbeiter Nummer neun an, wie Mitgründer Michas berichtet. «Wir stossen allerdings allmählich an Kapazitätsgrenzen und sind darum auf der Suche nach einer neuen Lokalität», sagt Michas. Man wolle aber auf jeden Fall in Zug bleiben. Gegründet wurde das Unternehmen vor zwei Jahren in Luzern mit Unterstützung der Hochschule Luzern.

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