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Für Ethos-Präsident Rudolf Rechsteiner hat der Börsengang von Stadler Rail einen schalen Beigeschmack

Der Börsengang von Stadler Rail war der bisher grösste in Europa in diesem Jahr. Davor hatte sich Anfang April die Tessiner Medizintechnikfirma Medacta erfolgreich dem Publikum geöffnet. Und seit einer Woche werden die Papiere von Alcon an der Schweizer Börse gehandelt.
Andreas Möckli und Beat Schmid
Rudolf Rechsteiner, Präsident der Anlagestiftung Ethos. (Bild: Gaëtan Bally/Keystone)

Rudolf Rechsteiner, Präsident der Anlagestiftung Ethos. (Bild: Gaëtan Bally/Keystone)

Der Wert der Stadler-Aktien, die sich in Besitz des Verwaltungsrats und von rund 170 Kadermitarbeitern von Stadler befinden, ist regelrecht explodiert. Möglich macht das der hausinterne «Mitarbeiteraktienplan»: Letztes Jahr konnten die Stadler-Kaderleute statt eines Cash-Bonus Aktien zum Preis von Fr. 7.92 pro Stück beziehen, wie dem Finanzbericht zu entnehmen ist. Dieselben Aktien werden jetzt mit 42 Franken gehandelt. Dieses Wertvermehrungswunder wird von der Anlagestiftung Ethos kritisiert. «Der Fall Stadler ist ein Beispiel, bei dem Manager oder Verwaltungsräte Vergütungen beanspruchen, für die sie persönlich wohl kaum eine entsprechende Leistung erbracht haben», sagt Ethos-Präsident Rudolf Rechsteiner auf Anfrage unserer Zeitung.

Geld für die Pensionskasse?

«Von aussen besehen, entsteht der Anschein, dass ein Führungszirkel am Werk ist, der sich gegenseitig Vergütungen zuhält; das ist mit einem faden Beigeschmack verbunden», sagt er. Man frage sich: «Haben die Arbeitnehmenden auch etwas erhalten, die diesen Erfolg mit erschaffen haben, zum Beispiel 100 Millionen an die Pensionskasse?», sagt der ehemalige SP-Nationalrat. Wenn man zum rechten Zeitpunkt am rechten Ort sei, komme man in den Genuss eines Geldregens, der nicht auf eigene Leistung zurückzuführen sei, so Rechsteiner. «Das widerspricht den Ansprüchen einer Leistungsgesellschaft.»

Differenzen müssen versteuert werden

Wer vorab eine hohe Entschädigung zugute habe, sei Peter Spuhler und seine Angestellten, die das Unternehmen zum Erfolg gebracht hätten. Da Stadler Rail bislang nicht an der Börse gewesen sei, müssten hier eigentlich die Steuergesetze greifen, meint Rechsteiner. «Sie müssten so gebaut sein, dass ein solcher Fall gar nicht möglich wäre. Es ist ja häufig so, dass solche Gewinne steuerlich privilegiert sind.»

Stadler-Sprecherin Marina Winder sagt dazu auf Anfrage unserer Zeitung, dass die Differenz zwischen dem Zuteilungspreis (Fr. 7.92) und dem aktuellen Börsenkurs (42 Fr.) versteuert werden müsse. Das gelte zumindest für die Kantone Thurgau und St.Gallen. Wie das in anderen Kantonen sei, könne sie nicht sagen.

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