Nationalbank
Geheimnis gelüftet: In diese Firmen investiert die Nationalbank Geld

Bis heute machte die Nationalbank um ihre Investitionen ein Geheimnis. Jetzt ist eine Liste mit 2500 Firmen aufgetaucht. Diese zeigt: Ob IT-Firma, Tabakhersteller, Waffenschmied oder Alkohol-Produzent, die SNB investiert in alle Branchen.

Merken
Drucken
Teilen
Coca Cola, Wrestlingfirma, Pfizer und Google: In diese vier Firmen hat die Nationalbank Geld investiert.

Coca Cola, Wrestlingfirma, Pfizer und Google: In diese vier Firmen hat die Nationalbank Geld investiert.

Keystone

Auf ihren Goldinvestments hat die Nationalbank im 2013 einen Verlust von 15 Milliarden Franken eingefahren. Doch die Schwiezer Notenbank legt ihr Geld nicht nur in Gold an. 70 Milliarden Franken sie weltweit auch in Aktien von mehreren tausend Firmen angelegt. Wo genau das Geld investiert ist, wurde von den Währungshütern bisher streng geheim gehalten.

Doch jetzt wird bekannt, in welchen rund 2500 Firmen in Nordamerika Volksvermögen aus der Schweiz liegt, wie die «Zentralschweiz am Sonntag» schreibt. Das Blatt hat eine von der US-Börsenaufsicht SEC im Internet veröffentlichte Liste ausfindig gemacht.
Die Liste, der Firmen, liest sich danach wie Who is Who der amerikanischen Firmenwelt.

Die grössten Konzerne General Electric, Exxon Mobil, AT&T, Walmart und Chevron gehören ebenso zum Aktien-Portefeuille der Nationalbank wie die Pharmariesen Pfizer und Johnson & Johnson, oder die Nahrungsmittel- und Getränkefirmen Coca Cola und McDonald's, die Technologie- und Internetfirmen Apple, Microsoft, Google, Facebook und Yahoo. Die SNB hat bei all diesen Firmen Aktien im Wert von 100 bis 500 Millionen Dollar. Bei Apple etwa sind es 485 Millionen, bei Coca Colas 208 Millionen, bei McDonald's 205 Millionen.

Die Nationalbank ist auch an den führenden Rüstungskonzernen Lockheed Martin, Boeing und General Dynamics beteiligt. Sie hält ausserdem Aktien am Murdoch-Konzern News Corp, am Finanzinformationskonzern Thomson Reuters sowie an den Herausgebern von «New York Times» und «Washington Post».

Nur im Finanzsektor ist die Nationalbank zurückhaltend. Von Aktien von US-Grossbanken lässt sie die Finger - um in keine Interessenskonflikte zu geraten.

Daneben ist die SNB an zahlreichen Firmen beteiligt, die hierzulande kaum bekannt sind. So etwa Unternehmen, die Casinos betreiben oder Wrestling-Schaukämpfe im TV vermarkten, so die «Zentralschweiz am Sonntag».