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GELDANLAGE: Trendwende beim nachhaltigen Investieren

Mussten sich Pensionskassen früher für nachhaltige Anlagen rechtfertigen, beobachten Experten eine Umkehr der Beweislast. Die Kassen kommen in Erklärungsnot, wenn sie Umwelt- und Sozialkriterien nicht beachten.

Noch sind nachhaltige Investmentfonds unter den sogenannten Publikumsfonds – sie dürfen an nicht qualifizierte Anleger vertrieben werden – in der Schweiz eine kleine Minderheit. Sie wachsen aber doppelt so stark wie der Gesamtmarkt.

Laut einer in diesen Tagen erschienenen Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen Zug IFZ der Hochschule Luzern waren Mitte des laufenden Jahres hierzulande 9086 Investmentfonds mit einem Volumen von 979 Milliarden Franken zugelassen. Davon positionierten sich 315 Fonds mit einem Vermögen von 103 Milliarden Franken im Bereich der nachhaltigen Kapitalanlagen. Das heisst, sie berücksichtigen die sogenannten ESG-Kriterien der Umwelt- und Sozialverträglichkeit sowie der guten Unternehmungsführung. Vor zehn Jahren waren erst 131 solche Fonds zugelassen.

Junge, Frauen und Gebildete interessieren sich

Die deutlich gestiegene Nach­frage nach solchen nachhaltigen Investitionen stammt gemäss der Studie mehrheitlich von insti­tutionellen Anlegern, also von Pensionskassen, Versicherungen und gemeinnützigen Stiftungen. Aber auch private Anleger zeigen steigendes Interesse an nachhaltigen Geldanlagen. Immerhin 40 Prozent der Gelder, die in nachhaltige Fonds investiert sind, stammen von Privaten. Im internationalen Vergleich ist das Bewusstsein für nachhaltige Geldanlagen bei den hiesigen Privatinvestoren aber noch gering.

«Die Anbieter sollten ihre Produkte besser erklären und transparenter die positiven sozialen und ökologischen Wirkungen der Geldanlage darstellen», erklärt Studienleiter Manfred Stüttgen. Das Interesse an nachhaltigen Anlagen konzentriert sich auf jüngere Leute, auf Frauen sowie auf Personen mit höherer Bildung und mit Engagement in der Zivilgesellschaft. Die Studie geht auch auf die jüngsten Tendenzen wie die Gründung des Vereins für verantwortungsvolle Kapitalanlagen durch grosse öffentliche Pensionskassen sowie auf die Kontroverse über die Anlagen der Nationalbank ein.

Für Verantwortliche von Pensionskassen und Versicherungen scheine sich die Beweislast zunehmend umzukehren, schreiben die Autoren. Bisher habe man sich erklären müssen, wenn ESG-Kriterien in die Vermögensanlage einbezogen worden seien. Und zwar wegen der Annahme, dass damit eine Minderrendite verbunden sei. Nun bestehe ein Legitimierungsbedarf, wenn ESG-Kriterien nicht in den Investmentprozess einbezogen würden, so die Studienautoren. Der institutionelle Investor setzt sich demnach leicht dem Verdacht aus, das Vermögen Risiken auszusetzen, die sich auf lange Sicht als sehr schädlich und kostspielig erweisen können.

Balz Bruppacher

Hinweis

Die 196-seitige «IFZ-Sustainable- Investments-Studie 2017» kann für 290 Franken unter ifz@hslu.ch bestellt werden.

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