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GELDANLAGE: Was bringt das neue Jahr?

Der Jahreswechsel ist für viele Anleger eine Gelegenheit zur Standortbestimmung. Wie vermehre ich mein Erspartes im nächsten Jahr? Wo steht ein Boom bevor? Vier Experten wagen den Blick in die Kristallkugel.
Was bringt das neue Jahr?

Was bringt das neue Jahr?

Ernst Meier

Das Schweizer Aktienjahr 2015 verzeichnete Ausschläge auf beide Seiten, endet jedoch per Saldo mit einer Stagnation. Massgebend geprägt war das Jahr auf nationaler Ebene von der Aufhebung des Franken-Mindestkurses zum Euro am 15. Januar sowie auf internationaler Ebene durch die eingeleitete Zinswende der US-Notenbank Ende Jahr. Als die Nationalbank den Mindestkurs aufhob, purzelten viele Schweizer Aktien innert zweier Tage um über 10 Prozent. Der Taucher konnte grösstenteils wieder überwunden werden.
Die hiesigen Indizes notierten zum Jahresende uneinheitlich, aber insgesamt wenig verändert. 2015 brachte den im Leitindex SMI zusammengefassten 20 wichtigsten Aktien ein leichtes Minus von knapp 2 Prozent. 2014 hatte der SMI um knapp 10 Prozent, 2013 um rund 20 Prozent und 2012 um 15 Prozent angezogen. Die Spannweite zwischen Jahreshoch und Jahrestief von knapp 1700 Punkten war die grösste der vergangenen vier Jahre.

SMI liegt hinter anderen Indizes

Im internationalen Vergleich schnitt der SMI bescheiden ab. So zogen der DAX in Frankfurt und der französische CAC 40 um je rund 10 Prozent an, der japanische Nikkei um rund 9 Prozent und der Tech-Index Nasdaq in den USA um etwa 8 Prozent. Schwächer als beim SMI war die Performance des britischen Footsie 100 in London (–4 Prozent), während sich der amerikanische Dow Jones Industrial Index mit einem Minus von knapp 2 Prozent in etwa wie der SMI entwickelte. Zu beachten gilt es indes den Währungseffekt: Durch die Aufwertung des Frankens zum Euro um grob geschätzt 10 Prozent haben ausländische Investoren in Euro gerechnet auch mit einem Investment in Schweizer Aktien gutes Geld verdient.

Schweizer Aktien gefragt

«Wir gehen 2016 von einem positiven Wachstumsumfeld in den Industrieländern aus. Schwellenländer bleiben schwach. Die Entwicklung der Finanzmärkte hängt von den Entscheiden der Zentralbanken ab, was zu Schwankungen führen kann: Steigen die Zinsen aufgrund der positiven Konjunktur, kann dies die Aktienmärkte kurzfristig belasten, weil alternative Anlagen wieder interessanter werden. Bleiben Zinserhöhungen aus, deutet dies auf Wachstumssorgen oder anhaltend tiefe Inflation hin.

Unter den Anlageklassen sehen wir bei den Aktien das grösste Potenzial. Obligationen in Franken werfen kaum positive Renditen ab und bergen hohe Zinsrisiken. Bei den Aktien betrachten wir den Schweizer Markt als attraktiv. Der Franken ist überbewertet und sollte sich 2016 abschwächen. Bei den Schweizer Aktien bevorzugen wir zyklische Werte gegenüber defensiveren Titeln. Letztere haben sich in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich entwickelt; das weitere Potenzial nach oben ist beschränkt. Auch den europäischen Aktienmarkt betrachten wir als attraktiv: Das Wachstum kommt weiter in Fahrt, die Bewertungen sind angemessen und die Gewinnentwicklung der Unternehmen ansprechend. Aktien von Schwellenländern sehen wir kritisch: Hier drücken Wachstumssorgen, die Entwicklung der Unternehmensgewinne und die Abhängigkeit von Rohstoffpreisen auf die Stimmung.»

Alex Müller, Anlagechef Zuger Kantonalbank

Dividenden im Fokus

«Wir werden 2016 eine Rüttel- und Schüttelbörse erleben. Die Märkte werden gekennzeichnet sein durch hohe Schwankungen, sprich Volatilität. Dies ist Ausdruck der allgemeinen Verunsicherung der Marktteilnehmer. Kriege im Nahen Osten und der Ukraine, ein schwaches Wirtschaftswachstum in China sowie hohe Verschuldung in den USA und Europa: Die weltweiten Sorgen überwiegen.
Das Hauptkriterium für Anleger wird 2016 der Substanzerhalt sein – statt Wertvermehrung. Man kann Ende 2016 froh sein, wenn das Portfolio noch gleich viel Wert hat wie Anfang Jahr. In solchen verrückten Zeiten besteht der Kern eines jeden Portfolios aus Aktien von soliden und gut geführten Unternehmen mit einem krisenfesten Geschäftsmodell. Besonders der Dividendenausschüttung kommt eine hohe Bedeutung zu. Wer früher Obligationen hielt und sich jährlich über den Zins freute, legt sein Geld heute in zuverlässige Dividendentitel an. Hier locken weiterhin jährliche Ausschüttungen von 2 Prozent und mehr, während die Zinsen praktisch bei null verharren.
Interessant bleiben deshalb die Aktien von Pharma- und Nahrungsmittelherstellern, aber auch von Versicherungen. Blue-Chips-Titel werden im Jahr 2016 den stürmischen Zeiten trotzen – speziell jene aus der Schweiz. Banken werden es hingegen nach wie vor schwer haben. Solange die Regulierungsflut weitergeht, ist nicht absehbar, was noch alles auf die Banken zukommt.»

Alfred Herbert, Cash-Guru

Rückschläge nutzen

«Aus Anlegersicht steht uns wiederum ein spannendes Jahr bevor. Wir haben keinen klaren Favoriten für 2016, was die Anlageklassen betrifft. 2015 sind Schweizer Staatsanleihen unerwartet sehr gut gelaufen, dies dank der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und der starken Währung. Es ist wenig wahrscheinlich, dass es 2016 so weitergeht. Mit der gestarteten Zinswende in den USA ist das Zinsänderungsrisiko speziell für lang laufende Staatsanleihen sehr hoch. Chancen bieten sich eher noch bei Unternehmensanleihen mittlerer Laufzeit, auch wenn es hier ebenfalls immer schwieriger wird, noch rentable Anleihen zu finden.

Die Kurse von Schweizer Aktien sehen wir auf einem hohen, sportlichen Niveau. Damit diese steigen, braucht es eine dynamische Gewinnentwicklung der Unternehmen. Die Aussichten sind aufgrund der Probleme in den Schwellenländern und der Folgen des starken Schweizer Frankens nicht sehr rosig. Ähnlich sieht es in den USA aus. Hier sind die Kurse stärker von den Rohstoffmärkten dominiert. Besser erachten wir die Situation in der Eurozone. Die Schwäche der Einheitswährung wird die Gewinne der Unternehmen positiv beeinflussen. Starke Kursavancen erwarten wir 2016 jedoch nicht. Dank dem niedrigen Zinsumfeld und stabilen Dividenden dürfte das Rückschlagpotenzial bei Aktien begrenzt bleiben. Aufgrund von immer wieder auftretenden Schocks – seien es geopolitische oder makroökonomische Ereignisse – können die Kurse stark schwanken. Kursrückschläge von 5 bis 10 Prozent sehen wir als Einstiegsmöglichkeiten.»

Alexander Koch, Ökonom, Raiffeisen-Gruppe

Indien als Anlagefavorit

«Wir sind verhalten optimistisch für 2016. Die Wirtschaft wird weltweit unterdurchschnittlich, das heisst mit zirka 2,5 Prozent wachsen – statt mit 4 Prozent und mehr wie in früheren Jahren. Gleichzeitig gibt es so gut wie keine Inflation. Die Zinsen dürften tief bleiben. Dies ist grundsätzlich positiv für Aktien. Vieles spricht für diese Anlageklasse, es fehlt an renditestarken Alternativen. Wir sind überzeugt, dass man mit einer guten Selektion und aktiver Bewirtschaftung des Portfolios eine Jahresrendite von 5 bis 7 Prozent wird erwirtschaften können.

Als attraktiv bewertet erachten wir die europäischen Märkte, darunter auch die Schweiz. Die USA und Schwellenländer meiden wir. In Amerika wird es zu zwei bis drei Zinserhöhungen kommen. Zudem sind die Bewertungen bereits hoch und die Kurse anfälliger auf Rückschläge.
Die Schwellenländer sind aufgrund ihrer Dollarabhängigkeit dem US-Zinsrisiko ausgesetzt. Eine Ausnahme unter den Schwellenländern ist Indien, unser Anlagefavorit 2016. Indien ist dort, wo China vor 10 bis 15 Jahren war. Es wächst eine grosse Mittelschicht heran, zudem betreibt die aktuelle Regierung eine wirtschaftsfreundliche Politik. Ebenfalls als attraktiv stufen wir diverse Infrastrukturtitel ein, und, wo es die Risikofähigkeit zulässt, Privatmarktanlagen.»

Timo Dainese, CEO Zugerberg Finanz AG

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