Gender-Pricing
Darum kostet Blusen-Bügeln doppelt so viel wie Hemd-Bügeln

Wenn eine Frau ihre Bluse zu Terlinden bringt, zahlt sie 8.80 Franken. Ein Mann mit seinem Hemd nur 4.40 Franken. Das erscheint zwar ungerecht, hat aber einen plausiblen Grund.

Sabine Kuster
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Mit Blusen-Bügeln liesse sich nicht viel Geld verdienen. Die überwiegende Mehrheit sind Hemden.

Mit Blusen-Bügeln liesse sich nicht viel Geld verdienen. Die überwiegende Mehrheit sind Hemden.

Bild: Stefan Kaiser

Gender-Pricing wird es genannt, wenn Frauen und Männer für dasselbe Produkt oder dieselbe Dienstleistung nicht denselben Preis bezahlen müssen. Meist sind es die Frauen, die drauflegen, wie beim Coiffeur (wir berichteten) oder bei Einweg-Rasierern. Auch unter vergleichbaren Schuhen, Parfüms oder Duschgels gibt es grössere Unterschiede, welche die Hersteller nur schwer begründen können.

Doch beim Bügelservice leuchtet die Preisdifferenz ein. Das Bügeln einer Bluse bei Terlinden kostet mit Fr. 8.80 doppelt so viel wie das Bügeln eines Hemdes für Fr. 4.40, doch das hat folgenden Grund: Blusen werden von Hand gebügelt, Hemden an Puppen mit Dampf aufgeblasen. Die meist kleineren Frauen-Blusen passen nicht an diese Puppen, auch, weil sie oft tailliert sind. Marita Minidis, Personalchefin bei Terlinden Schweiz erklärt: «Puppen für Blusen anzuschaffen, lohnt sich nicht.»

Frauen machen es selbst

Dies, weil die wenigsten Frauen ihre Blusen zum Bügeln bringen - sie machen es selbst. Marita Minidis schätzt den Anteil der Blusen auf unter zehn Prozent. So wäre eine Blusen-Puppe in einer Filiale nie ausgelastet, wie das bei den Herren-Puppen der Fall ist, die im Akkord aufgeblasen werden.

Ein (schwacher) Trost in Sachen Gender-Pricing gefällig? Schaumweine mit süssem Geschmack wie Mango oder Litchi, welche eher von Frauen getrunken werden, gehören zu den billigsten.