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Germania endgültig am Boden

Stefan Borkert
Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Germania. Die Berliner Fluggesellschaft ist pleite. Bild: Monika Skolimowska/KEY

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Germania. Die Berliner Fluggesellschaft ist pleite. Bild: Monika Skolimowska/KEY

Luftverkehr  Intensiv wird am Bodensee-Airport in Friedrichshafen für Ersatz für die insolvente Berliner Airline Germania gesucht. Auch zahlreiche Ostschweizer Fluggäste hatten den Ferienflieger genutzt. Inzwischen konnte der Bodensee-Airport zumindest teilweise Ersatz beschaffen. Das ist für den Friedrichshafener Regionalflughafen überlebenswichtig, denn ein Drittel der Fluggäste sind letztes Jahr mit Germania geflogen.

Flughafensprecher Andreas Humer-Hager sagt ernüchtert: «Wir sind seit dem 5. Februar von der Einstellung der Germania-Flüge betroffen. Mit einer Wiederaufnahme der Flüge durch Germania hatten wir nicht gerechnet.» Und er fährt fort: «Wir haben deshalb alle Kontakte in die Branche intensiviert und konnten kurzfristig Ersatzangebote für den Sommer 2019 nach Friedrichshafen holen.» So fliegt neu vier Mal die Woche Laudamotion Palma de Mallorca an. Antalya wird bis zu neun Mal pro Woche von Corendon Airlines, Sun Express und Tailwind bedient, und Varna in Bulgarien wird einmal pro Woche von Bulgarian Air Charter angeflogen.

Germania Schweiz fliegt Friedrichshafen nicht an

Die ehemalige Schweizer Schwester der Germania, die Germania Flug AG, ist mittlerweile gänzlich in Schweizer Hand. Doch die Airline konnte sich bislang nicht für die Destination Bodensee-Airport entschliessen. «Mit der Germania Schweiz hatten wir Gespräche auch auf hochrangiger Ebene, aber bisher ohne ein greifbares Ergebnis», sagt Humer-Hager.

Unterdessen sind alle Rettungsversuche der Germania gescheitert. Alle seriösen Bieter ­seien abgesprungen, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Rüdiger Wienberg gestern mit. Eine Stilllegung sei nicht mehr abzuwenden. «Die Mitarbeiter erhalten nun in den nächsten Tagen die Kündigungen und werden zusätzlich zum Anfang April freigestellt», hiess es in der Mitteilung weiter.

Kleinere Flughäfen besonders betroffen

Im Februar hatte die Airline mit fast 1700 Mitarbeitern Insolvenz angemeldet – fast eineinhalb Jahre nach der spektakulären Pleite der Air Berlin. Und weiter schreibt die Nachrichtenagentur SDA, Germania habe viele Reiseziele im Mittelmeerraum angesteuert. Jährlich beförderte die viertgrösste deutsche Airline nach eigenen Angaben mehr als vier Millionen Passagiere. Die Flugzeuge blieben mit der Insolvenz am Boden. Vor allem kleinere Flughäfen in Deutschland spürten Auswirkungen.

Eigene Maschinen hatte Germania nicht. Die 30 Flugzeuge waren laut Insolvenzverwalter geleast. Nun könnte es anderen Airlines verstärkt darum gehen, an Germania-Slots heranzukommen. Damit sind die begehrten wie lukrativen Start- und Landerechte an Flughäfen gemeint. Zum Beispiel hatte direkt nach der Germania-Pleite die Lufthansa-Tochter Eurowings Interesse an den Slots am Flughafen Düsseldorf gezeigt.

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