Geschäftsergebnis
ABB verzeichnet im Coronajahr einen Umsatzrückgang

Der weltweit tätige Elektrotechnikkonzern ABB muss 2020 wegen der Coronapandemie einen Umsatzrückgang von sieben Prozent hinnehmen. Grund dafür ist eine verschlechterte Auftragslage.

Alice Guldimann
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ABB erwartet im Jahr 2021 eine schrittweise Erholung.

ABB erwartet im Jahr 2021 eine schrittweise Erholung.

Symbolbild: Keystone

Das Jahr endete für ABB wie erwartet mit einer leichten Erholung im vierten Quartal. Der Umsatz betrug 7,2 Milliarden Dollar und ist damit auf vergleichbarer Basis gleich geblieben wie im vierten Quartal 2019. Die positivere Entwicklung in den letzten Monaten reichte jedoch nicht aus, um die Umsatzrückgänge aufgrund der Coronapandemie auszugleichen.

Der Konzern vermeldet am Donnerstag im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von sieben Prozent auf 26,1 Milliarden Dollar. Auf vergleichbarer Basis beträgt der Rückgang fünf Prozent. In fast gleichem Umfang ging auch das Auftragsvolumen zurück. Das Betriebsergebnis auf Stufe Ebita beträgt 2,8 Milliarden Dollar und ist auf vergleichbarer Basis um acht Prozent zurückgegangen.

Beim Konzerngewinn verzeichnet ABB eine Steigerung von über 200 Prozent auf 5,1 Milliarden Dollar. Grund für den Anstieg sind Gewinne aus nicht fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 4,9 Milliarden Dollar, insbesondere vom Verkauf der Stromnetzsparte an den japanischen Grosskonzern Hitachi, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Der Verwaltungsrat schlägt den Aktionären für das Geschäftsjahr 2020 eine Dividende von 80 Rappen je Aktie vor.

Positive Entwicklung im zweiten Quartal 2021

Die Unsicherheit auf den Märkten habe im vergangenen Quartal zugenommen. Wie Konzernchef Björn Rosengren an einer Telefonkonferenz ausführte, erwartet ABB insbesondere in den Sparten Öl und Gas sowie bei der konventionellen Stromerzeugung eine negative Entwicklung. «Zudem gibt es weitere Herausforderungen zu meistern, zum Beispiel steigende Rohstoffkosten», so Rosengren weiter. Er zeigt sich dennoch optimistisch für das Jahr 2021, der Konzern gehe ab dem zweite Quartal wieder von einer positiven Auftragsentwicklung aus.

Der Konzern befindet sich derzeit in einer Umstrukturierung. Im November kündigte ABB-Chef Rosengren die Abspaltung von drei Divisionen an. Darunter die Turbolader-Division, die in 50 Ländern rund 2800 Mitarbeitende beschäftigt, davon über 800 in Baden (AG). Die Abspaltung solle jedoch erst gegen Ende Jahr geschehen, führte Rosengren aus. «Wir wollen sicherstellen, dass das Timing stimmt.» Noch ist zudem nicht klar, ob es einen Verkauf oder ein Spin-off mit anschliessender Kotierung an der Schweizer Börse geben wird. Bereits im ersten Halbjahr soll das Geschäft mit Stromumwandlern in den USA verkauft werden.

Die Coronakrise hat sich im letzten Jahr deutlich auf den Umsatz von ABB ausgewirkt. Im ersten Halbjahr verzeichnete das Unternehmen wegen der verschlechterten Auftragslage einen Rückgang von zwölf Prozent, im dritten Quartal gingen die Umsätze um vier Prozent zurück.