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GESCHÄFTSJAHR: «Getrübter Freudentag»

917 Millionen Franken Reingewinn, 22 Prozent mehr als im Vorjahr. Rekordergebnis. Doch aller Millionen zum Trotz: Am Schluss der Bilanzmedienkonferenz wird Raiffeisen-Chef Patrik Gisel zum Bittsteller: Er hoffe doch, dass auch noch eine Frage gestellt werde zum «hervorragenden Glanzresultat» 2017. Aber auch Gisel weiss, dass die Affäre Vincenz seine Präsentation überschattet, und so spricht er von einem «getrübten Freudentag».

Der Blick auf die Zahlen zeigt, dass ausserordentliche Erträge wie der Verkauf von Beteiligungen etwa an Helvetia oder Avaloq den Gewinn aufpoliert haben. Aber Raiffeisen hat 2017 auch den Geschäftsertrag um 6,5 Prozent gesteigert, während der Geschäftsaufwand lediglich um 1,3 Prozent zugenommen hat. Das Ertragswachstum wurde begünstigt von einem starken Börsengeschäft dank florierender Wertpapiermärkte. Doch auch im Zinsengeschäft hat Raiffeisen mehr verdient, und dies trotz anhaltenden Drucks auf die Zinsmarge, die innert vier Jahren von 1,25 auf 1,02 Prozent geschmolzen ist. Im Hypothekengeschäft vermochte Raiffeisen das Ausleihungsvolumen um 4,3 Prozent auf 173 Milliarden Franken auszudehnen und hat einmal mehr das Marktwachstum (3 Prozent) übertroffen. Chronisch gehörte Vorwürfe, Raiffeisen pflege eine lockerere Vergabepolitik als andere Institute, weist der bisherige Finanzchef Marcel Zoller zurück. «Unsere Ablehnungsquote hat eher noch zugenommen.» Zudem verweist er auf strenge Massstäbe zur Bildung von Wertberichtigungen und geringe Kreditverluste von 21,6 Millionen oder gut 0,1 Prozent aller Ausleihungen.

Die verwalteten Vermögen sind nach dem Rückgang 2016 wieder gestiegen, um 6,8 Milliarden Franken auf 209,6 Milliarden. Der Neugeldzufluss betrug netto 4,5 Milliarden. Darin berücksichtigt ist ein Abfluss von 2,1 Milliarden als Folge des Ausstiegs aus dem Osteuropa-Geschäft, das Vontobel vergangenen August Notenstein La Roche abgekauft hat.

Notenstein La Roche ist dramatisch geschrumpft

Die Privatbank hat einen Leidensweg hinter sich; sie verwaltet noch Vermögen über 16,8 Milliarden Franken, nachdem es Anfang 2012, als Raiffeisen Wegelins Nicht-US-Geschäft übernahm und als Notenstein weiterführte, 21 Milliarden waren – und das notabene vor der Übernahme der Basler Rivalin La Roche. 2017 ist immerhin der Gewinn um ein Drittel auf wenngleich bescheidene 23,3 Millionen gestiegen.

Für 2018 erwartet Gisel, dass Raiffeisen wegen der anhaltenden Negativzinsen das vorjährige Ergebnis «kaum übertreffen wird». Die Entflechtung von Beteiligungen soll weitergehen, an Kooperationen will man aber festhalten. Vom neuen Kernbankensystem, das laufend bei allen Raiffeisenbanken installiert wird, erhofft sich Gisel Effizienzgewinne von 100 Millionen Franken. Der Raiffeisen-Unternehmerpreis, den das Institut vergangenes Jahr erstmals in der Ostschweiz vergeben hat und der Raiffeisen sowie ihren Unternehmerzentren auch neue Firmenkunden eintragen soll, wird auf die Zentralschweiz ausgeweitet.


Thomas Griesser Kym

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