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Gibt es jetzt mehr Spielsüchtige? Casino Luzern startet mit Online-Casino

Das Grand Casino Luzern ist ins Online-Geschäft eingestiegen. Mit diesen Massnahmen wollen die Verantwortlichen die Suchtgefahr eindämmen.
Maurizio Minetti
Blick auf das Online-Angebot des Casinos Luzern. (Bild: PD)

Blick auf das Online-Angebot des Casinos Luzern. (Bild: PD)

Sie heissen «Dragon’s Luck», «Hot Chance» oder «Golden Rabbit»: Es sind Online-Spiele, die das Grand Casino Luzern auf seiner neuen Website mycasino.ch anbietet. Das erste Online-Casino der Zentralschweiz ist am Donnerstag, 22. August, gestartet. Neukunden werden mit Willkommensgeschenken und Gratisspielguthaben angelockt. Zunächst gibt es knapp 70 Spiele, wöchentlich sollen neue hinzukommen, heisst es in einer Mitteilung. Den Einsatz kann man per Kreditkarte oder auch über Postfinance oder Twint bezahlen. «Wir verzeichnen bislang mehr Zugriffe als erwartet. Mit dem Start sind wir sehr zufrieden», sagt Casino-Luzern-CEO Wolfgang Bliem.

Die Luzerner gehören damit zu den ersten Schweizer Casinos mit einem Online-Auftritt. Bereits im Juli hatte das Grand Casino Baden als erste Schweizer Spielbank den Online-Betrieb unter dem Portal jackpots.ch gestartet.

Hintergrund dieser Offensiven ist das neue Geldspielgesetz, das nur noch in der Schweiz lizenzierte Online-Casinos erlaubt. Demnächst lancieren die Casinos in Pfäffikon SZ und Davos entsprechende Portale, später folgen auch jene in Bern und Neuenburg. Ausländische Online-Spielanbieter ziehen sich derweil sukzessive aus der Schweiz zurück – einige von ihnen machen allerdings weiter und riskieren so, dass ihre Webauftritte vom Bund gesperrt werden.

Suchtberatung erwartet mehr Problemfälle

In Luzern erhofft man sich viel von mycasino.ch. «Ich rechne mit einem zusätzlichen Bruttospieleinsatz im Umfang von 15 bis 20 Millionen Franken, den wir über das Internet erzielen können», sagte Casino-Luzern-Präsident Guido Egli vor einem Jahr.

Weniger euphorisch reagieren Sucht- und Schuldenberatungsstellen. Barbara Bracher, Leiterin der Fachstelle für Schuldenfragen Luzern, sagt: «Wir gehen davon aus, dass wegen den Online-Casinos mehr Menschen Schulden- und Suchtprobleme entwickeln werden.» Bracher warnt: «Spielsucht führt dazu, dass sich Betroffene zum Teil massiv verschulden.»

Bisher sei Verschuldung wegen Online-Casinos in der Beratung aber kaum ein Thema gewesen. «Von den 241 Beratungen, die wir letztes Jahr statistisch erfasst haben, gaben in neun Fällen Ratsuchende eine Spielsucht als ursächliches Problem an», sagt Bracher. Auch andere Luzerner Suchtberatungsstellen haben bislang wenig bis keine Erfahrung mit Online-Casinos gemacht. Grundsätzlich sei es noch zu früh, um eine verlässliche Prognose über das Suchtpotenzial der neuen Angebote zu machen, heisst es unisono. Bracher erwartet, dass man erst in 1 bis 2 Jahren wird sagen können, ob Online-Casinos zu einem stärkeren Suchtverhalten führen.

Ausgaben werden überwacht

Das Casino Luzern selbst arbeitet an einer Studie in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern (HSLU). Anhand von Daten zum Spielverhalten sollen Vorhersage-Modelle entwickelt werden, welche die Früherkennung von Problemspielern ermöglichen. Die Studie unter der Leitung von HSLU-Professorin Suzanne Lischer dauert noch bis Sommer 2020.

Casino-Chef Wolfgang Bliem betont derweil, dass sich der Spielerschutz mit dem neuen Gesetz verbessert habe. «Spieler, die in einem Offline-Casino gesperrt werden, müssen neu auch online gesperrt werden – und umgekehrt.» Dies gelte schweizweit über alle Casino-Standorte und konzessionierten Online-Casinos. Wer sich auf mycasino.ch registriert, ist gezwungen, ein Einsatzlimit festzulegen. «Wir überwachen die Ausgaben und können je nach Verlust und Spieldauer aktiv werden bis zu einer Spielsperre», erklärt Bliem.

Suzanne Lischer von der Hochschule Luzern erwartet vor diesem Hintergrund keine Zunahme, aber auch keine Abnahme der Spielsucht. Auch Thomas Cavelti, Direktor der Casino Zürichsee AG in Pfäffikon, erwartet keine höhere Spielsucht-Gefahr: «Die Schweizer Anbieter betreiben einen aktiven und effektiven Spielerschutz. Dies im Gegensatz zu den illegalen Anbietern, welche den Schweizer Onlinecasino-Markt dominieren. Wir hoffen, dass die legalen Anbieter bald Marktanteile gewinnen und somit die Spielsucht-Gefahr eingedämmt wird», sagt Cavelti. Das Casino in Pfäffikon sei in den letzten Vorbereitungen und werde den Online-Auftritt demnächst lancieren.

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