Reaktionen auf Schloters Tod
Giezendanner: «Schloter hat Lebensfreude ausgestrahlt»

Bundespolitiker und Vertreter der Konkurrenz, die mit Carsten Schloter beruflich zu tun hatten, reagieren betroffen auf die Todesnachricht. Schloter habe stets einen aufgestellten und fröhlichen Eindruck hinterlassen.

Stefan Schmid
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Ueli Giezendanner.

Ueli Giezendanner.

Manuel Zingg

Grosse Konsternation nach Bekanntwerden des Todes von Swisscom-CEO Carsten Schloter. «Das ist eine sehr überraschende Nachricht», sagt der Solothurner FDP-Nationalrat Kurt Fluri, Mitglied der für die Swisscom zuständigen Parlamentskommission KVF. «Ich habe ihn in Kommissionwsitzungen immer aufgestellt und optimistisch erlebt. Probleme hat er als Herausforderung angesehen.» Fluri weiter: «Ich kann mir seinen Tod nicht erklären.»

Auf SVP-Nationalrat Walter Wobmann hat Schloter stets einen «ruhigen und gelassenen» Eindruck gemacht. Tief betroffen ist der Aargauer SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner. «Wir verlieren einen der fähigsten Wirtschaftsführer des Landes», sagt Giezendanner. Schloter sei ein hochkompetenter Direktor der Swisscom gewesen, eine «ehrliche Persönlichkeit». Eine Erklärung für den Tod habe er keine: «Ich falle aus allen Wolken. Schloter hat Lebensfreude ausgestrahlt.»

Auch Leuthard «bestürzt»

Bundesrätin Doris Leuthard erklärte der Familie des Verstorbenen ihr Beileid und grosses Mitgefühl. Die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) würdigte Carsten Schloter. Die Schweizer Wirtschaft verliere eine prägende Figur.

Schloter habe die Swisscom erfolgreich in einem heftig umkämpften und sich rasch wandelnden Markt positioniert und dabei den Service Public gestärkt, hielt Leuthard fest.

Orange: «Schwarzer Tag»

Auch Swisscom-Konkurrenten reagierten mit Bestürzung. Orange sprach von einem «schwarzen Tag für die Schweizer Wirtschaft und die ICT-Branche, die einen ihrer besten Manager verliert». Keiner habe den Wettbewerb in der Telekombranche so geprägt wie Carsten Schloter in den vergangenen Jahren.

«Wir schätzten Carsten Schloter als äusserst weitsichtigen, analytischen und herzlichen Kollegen, der trotz des harten Wettbewerbs ein immer äusserst fairer Mitbewerber war», heisst es in einer Mitteilung.

Sunrise: «Mitgefühl»

Sunrise-Präsident Dominik Koechlin erklärte, in tiefer Betroffenheit habe er vom Tod erfahren. «Im Namen des Verwaltungsrates von Sunrise und des gesamten Unternehmens möchte ich seinen Angehörigen und der Swisscom mein aufrichtiges Mitgefühl aussprechen», so Koechlin.

Unter den Sozialpartnern habe Schloter immer den Dialog unterstützt, sagte Alain Carrupt, Co-Präsident der Gewerkschaft Syndicom. Schloter sei ein vertrauenswürdiger, manchmal harter, aber fairer Verhandlungspartner gewesen, namentlich habe im vergangenen Jahr der Gesamtarbeitsvertrag der Swisscom erneuert werden können.

Direkt, offen, dynamisch

Der Präsident des Telekomverbands Asut, Peter Grütter, hat Schloter «als dynamische Person erlebt, die direkt, offen und sympathisch war». Schloter sei kein Manager gewesen, der nur in Zahlen dachte. "Wenn er sich für etwas engagierte, war es immer der ganze Mensch Carsten Schloter, der sich engagierte."

Gleichzeitig habe er sein Unternehmen hervorragend positioniert. Innerhalb der Asut habe sich Schloter stets konstruktiv eingebracht, sagte Grütter weiter. "Man musste mit ihm nie um ein Problem herumreden."

ComCom-Präsident: Mensch mit Visionen

Der Präsident der Eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom), Marc Furrer, würdigte Schloter als einen Menschen mit Visionen, der «weit über den Gartenhag der Swisscom» hinausgeschaut habe. Sie hätten oft zusammen volkswirtschaftliche und gesamtpolitische Gespräche geführt, sagte Furrer der Nachrichtenagentur sda.

Schloters Haltung sei sehr souverän gewesen. Er habe beispielsweise viel dazu beigetragen, dass der runde Tisch zu Glasfasernetzen ein Erfolg geworden sei. Der Schmerz über den Tod Schloters sei gross, sagte der ComCom-Präsident. «Es tut mir persönlich sehr leid.»

Schloter wurde heute morgen tot in seiner Wohnung im Kanton Freiburg aufgefunden. Die Freiburger Kantonspolizeit geht zur Stunde von einem Suizid aus. Das eidgenössische Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation stellte für den späteren Nachmittag eine Medienmitteilung in Aussicht.

SBB-Meyer: «Schloter wird mir fehlen»

Mit grosser Bestürzung reagiert auch SBB-Chef Andreas Meyer. Sie hätten über viele Jahre hinweg eine intensive Zusammenarbeit gepflegt. «Im Zentrum stand immer die gemeinsame Ambition, den Kunden Top-Leistungen zu bieten. Mit dem Tod von Carsten Schloter verlieren wir einen Manager, der die Swisscom und damit auch die Schweiz mit seinen kreativen und innovativen Ideen weitergebracht hat. Ich werde ihn als kompetenten, ehrgeizigen und engagierten Unternehmer und grosse Persönlichkeit in Erinnerung behalten. Er wird mir in der weiteren Zusammenarbeit unserer Unternehmen fehlen.» (ssm/sda)