Glencore-CEO Glasenberg will in drei Jahren zurücktreten

An einem Treffen mit Investoren soll der langjährige Chef des Baarer Rohstoffkonzerns Glencore seinen Rücktritt angekündigt haben. In drei bis fünf Jahren soll ein Manager der jüngeren Generation aus dem Hause die Spitzenposition übernehmen.

Livio Brandenberg
Merken
Drucken
Teilen
Ivan Glasenberg (61), CEO des Baarer Rohstoffkonzerns Glencore, vor der Generalversammlung des Unternehmens Anfang Mai in Zug. (Bild: Stefan Kaiser, 2. Mai 2018)

Ivan Glasenberg (61), CEO des Baarer Rohstoffkonzerns Glencore, vor der Generalversammlung des Unternehmens Anfang Mai in Zug. (Bild: Stefan Kaiser, 2. Mai 2018)

Bisher hielt sich Ivan Glasenberg bedeckt, wenn es darum ging, wann er das Ruder bei Glencore abgeben werde. Er sagte stets, er bleibe so lange, wie seine Kollegen in ihn dort haben wollten. Einem Bericht des US-Wirtschaftsportals «Bloomberg» zufolge hat der bald 62-Jährige nun bei einem Treffen mit Investoren ein mögliches Ende seiner Amtszeit angekündigt. Er plane, in drei bis fünf Jahren in Pension zu gehen, habe der CEO des Rohstoffkonzerns gesagt.

Demnach wolle Glasenberg seinen Nachfolger selbst aussuchen, und er habe bereits damit begonnen, drei bis vier Spitzenmanager aus den eigenen Reihen auf die Position vorzubereiten, hiess es weiter. Der Südafrikaner mit Wohnsitz in Rüschlikon habe seine Nachfolge jüngst in verschiedenen Treffen mit Investoren diskutiert. Glencore kommentierte den Bericht gegenüber «Bloomberg» nicht.

Erst zwei Chefwechsel in der Geschichte

Glasenberg wird im kommenden Januar 62 Jahre alt und ist seit mehr als 30 Jahren bei Glencore tägig, seit 2002 als CEO. 2011 brachte er das Unternehmen an die Börse und führte dann die Übernahme des Bergbaukonzerns Xstrata durch.

In der 44-jährigen Geschichte von Glencore gab es bisher nur zwei Chefwechsel: 1994 wurde der Gründer Marc Rich vom damaligen Management zum Ausscheiden gedrängt, und 2002 übernahm Glasenberg – mit einer Beteiligung von 8,6 Prozent der zweitgrösste Aktionär des Konzerns – für Willy Strothotte.