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Prinzip Hoffnung bei Glencore – Baarer Rohstoffriese erleidet Gewinneinbruch und legt Mine still

Sinkende Rohstoffpreise und Schwierigkeiten bei afrikanischen Minen setzen dem Baarer Rohstoffkonzern stark zu.
Gregory Remez
Wird bis zum Jahresende runtergefahren und dann stillgelegt: Kobaltmine Mutanda im Kongo. (Bild: Simon Dawson/Bloomberg, 1. August 2012)

Wird bis zum Jahresende runtergefahren und dann stillgelegt: Kobaltmine Mutanda im Kongo. (Bild: Simon Dawson/Bloomberg, 1. August 2012)



Bei Glencore stehen die Zeichen auf Hoffnung. Der Baarer Bergbau- und Handelskonzern hofft derzeit nicht nur auf einen erneuten Anstieg der Rohstoffpreise und bessere Bedingungen für seine weltweit über 90 Niederlassungen, sondern auch auf den vielantizipierten Durchbruch der E-Mobilität. In anderen Worten: Man wartet in Baar auf eine bessere Zukunft. Denn die Gegenwart gestaltet sich derzeit anders, als der Rohstoffkonzern dies gerne hätte.

Fallende Rohstoffpreise und eine schwächere Gesamtnachfrage haben Glencore in der ersten Hälfte des laufenden Jahres stark zugesetzt. Der Bruttogewinn aus Rohstoffverkäufen hat sich im Vorjahresvergleich fast halbiert, auf 2,8 Milliarden Dollar. Auch der vom Unternehmen als wichtige Leistungskenngrösse hervorgehobene operative Betriebsgewinn (Ebitda), in dem Wertberichtigungen und Abschreibungen aufgerechnet sind, schrumpfte im Berichtszeitraum um 32 Prozent auf 5,6 Milliarden Dollar – und fiel damit unter die Erwartungen der Analysten. Der den Aktionären zurechenbare Gewinnanteil verdampfte fast vollständig von 2,8 Milliarden Dollar auf nur mehr 226 Millionen Dollar.

Kupfer- und Kobaltgeschäft harzen

Diese Entwicklung läuft den Aktionären selbstredend zuwider. Der Aktienkurs fiel im Verlauf des Tages an der Londoner Börse um knapp 1 Prozent auf 2.29 Pfund (2.46 Euro an der Frankfurter Börse; siehe Grafik). Dabei handelt es sich um den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Glencore-Chef Ivan Glasenberg zeigte sich denn auch ­darum bemüht, das Visier nach vorne zu richten. «Wir sind zuversichtlich, dass sich die Rahmenbedingungen für das Rohstoffgeschäft zu unseren Gunsten entwickeln werden», liess Glasenberg im gestern publizierten Halbjahresbericht verlauten. So hätten sich die Industrieaktivitäten im Bereich Metall und Kohle mit Ausnahme der Kupferlagerstätten in Afrika und der Mine Koniambo in Neukaledonien gut entwickelt und robuste Margen erzielt. Die problembehafteten Aktivitäten hätten allerdings zu einem operativen Minus von 0,4 Milliarden Dollar geführt.

Bereits Ende Juli hatte die Gruppe in ihrem halbjährlichen Produktionsbericht über Schwierigkeiten im afrikanischen Kupfergeschäft berichtet. Dazu kam das Auslaufen der Kupfermine im argentinischen Alumbrera, der Verkauf einer chilenischen Mine und die gefallenen Kobaltpreise, hiess es damals. Zudem wurde die wegen Umweltverschmutzung in die Schlagzeilen geratene Kupferschmelze von Mopani in Sambia für eine Sanierung geschlossen.

Zu einer vorübergehenden Schliessung hat sich der Rohstoffriese darüber hinaus auch im Fall der weltgrössten Kobaltmine Mutanda im Kongo entschieden. Glencore ist einer der grössten Produzenten des Metalls, das unter anderem in Batterien von E-Autos verbaut wird. Als Grund für die Stilllegung, die bis Ende Jahr erfolgen soll, gibt man neben des fallenden Kobaltpreises die im letzten Jahr verschärften Bergbaugesetze im zentralafrikanischen Land an, das Rohstoffkonzerne zu mehr Abgaben zwingt. Nun wolle man dort die Machbarkeit eines neuen Projekts prüfen, kündete Glasenberg gestern an. «So könnte der Betrieb einst um viele Jahre verlängert werden.»

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