Glencore wendet Enteignung ab

Der Zuger Rohstoffriese hat in Kongo einen Rechtsstreit beigelegt. Die Einigung kommt Glencore aber teuer zu stehen.

Roman Schenkel
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Arbeiter in der Kupfer- und Kobaltmine der Glencore-Tochter Katanga Mining in Kongo. (Bild: Simon Dawson/Bloomberg)

Arbeiter in der Kupfer- und Kobaltmine der Glencore-Tochter Katanga Mining in Kongo. (Bild: Simon Dawson/Bloomberg)

Der Zuger Rohstoffkonzern Glencore hat den Rechtsstreit mit dem Staatsunternehmen Gécamines um das gemeinsame Unternehmen Kamoto Copper Company (KCC) in Kongo-Kinshasa beendet.

Die Lösung kommt Glencore allerdings teuer zu stehen: Das Zuger Unternehmen nimmt einen Abschreiber von 5,6 Milliarden Dollar in Kauf. Dadurch reduzieren sich die Schulden von KCC. Zusätzlich zahlt Glencore beziehungsweise deren kanadische Tochterfirma Katanga Mining Entschädigungszahlungen von rund 150 Millionen Dollar. Analysten bewerten den teuren Deal dennoch sehr positiv. Glencore konnte damit eine mögliche Enteignung eines grossen Kupfer- und Kobaltvorkommens abwenden. Die Aktienkurse von Glencore und Katanga haben gestern deutlich angezogen.

Die kongolesische Bergbaugesellschaft hatte im April eine Klage eingebracht und Glencore vorgeworfen, Dividendenzahlungen verunmöglicht zu haben. Dies durch die Aufnahme von internen Schulden. Das kongolesische Unternehmen hält 25 Prozent an der Kamoto Copper Company, den Rest hält die Glencore-Tochter Katanga.

BAAR: Strafanzeige gegen Glencore eingereicht

Public Eye hat bei der Bundesanwaltschaft eine Strafanzeige gegen Glencore bezüglich dessen Aktivitäten in der Demokratischen Republik Kongo eingereicht. Im Zusammenhang mit dem Kauf von Minen gebe es genügend Indizien, um eine Untersuchung zu eröffnen.