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Globus will dieses Jahr den Umsatzrückgang stoppen

Die Warenhausgruppe Globus ist zuversichtlich noch 2018 den Umsatz nach mehreren Jahren des Rückgangs zu stabilisieren. Im Nachgang einer fast vollständigen Restrukturierung plant die Migros-Tochter derzeit keine weiteren Filialschliessungen mehr. Die Zahl der Mitarbeitenden soll jedoch mittelfristig weiter sinken.
Verkaufssituation im Globus in Luzern. Eine Kundin (links) lässt sich von Arlinda Rraqi in der Schmuck und Accessoires-Abteilung beraten. (Archivbild: Pius Amrein)

Verkaufssituation im Globus in Luzern. Eine Kundin (links) lässt sich von Arlinda Rraqi in der Schmuck und Accessoires-Abteilung beraten. (Archivbild: Pius Amrein)

(awp/sda) "Von Januar bis Mai verlief das Geschäft mehr oder weniger stagnierend und wir erwarten, dass sich dieser Trend für das Gesamtjahr fortsetzt", sagt Geschäftsführer Thomas Herbert gegenüber AWP. Im Jahr 2017 verzeichnete Globus noch einen Umsatzrückgang von 2,5 Prozent auf 857 Millionen Franken.

Doch der Himmel im Detailhandel helle sich langsam auf: "Der Einkaufstourismus hat etwas an Kraft verloren und wir haben in unseren Filialen in Genf, Luzern und Zürich einen Zuwachs von ausländischen Touristen von 10 Prozent erlebt", freut sich Herbert. Allgemein dürfte sich die Situation im stationären Geschäft allerdings weiter verschlechtern, so die Prognose des seit 2015 amtierenden Globus-Chefs.

Detailhandel leidet

Dass die Aussichten im Detailhandel alles andere als rosig sind, zeigen die neusten Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS). In den ersten drei Monaten des Jahres 2018 ging beispielsweise der Umsatz im Bekleidungs- und Schuhsektor nach Angaben des BFS um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück.

Auch die Autoren der Retail Outlook Studie 2018 der Credit Suisse stellen fest, dass der allgemeine Umsatzrückgang im Detailhandel weiter anhalten dürfte, wenn auch in moderaterem Tempo.

Den Grund dafür sehen die Experten in der Zunahme des Online-Handels, begleitet von einem veränderten Kaufverhalten der Kunden sowie der Aufwertung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro. Diese Kombination wirkte sich stark auf den Schweizer Detailhandel aus.

Um der Erosion des Umsatzes entgegenzutreten setzte die Globus-Kette derweil vor allem auf eine Neustrukturierung des Filialen-Netzwerks mittels einer "One Brand"-Strategie. Daher legte man die Geschäfte der Modemarken "Schild" und "Herren Globus" zusammen und eröffnete dafür Globus-Läden für Damen- und Herrenbekleidung.

Weiterer Personalabbau

"Die Umsetzung dieser Strategie ist zu drei Vierteln abgeschlossen", sagt der ehemalige Schild-CEO Herbert. Die Tochtergesellschaft der Migros betreibt nun 27 neue Globus-Filialen, die aus der Zusammenlegung der Schild- und Herrn-Globus-Filialen entstanden. Zusätzlich wurden zwei neue Filialen eröffnet.

Insgesamt verfügt die Globus-Gruppe damit nun über 42 Filialen im Vergleich zu 13 vorher. "Diese Strategie ermöglicht es uns, in mehr Städten präsent zu sein", betonte der Manager. Bis zum nächsten Frühjahr soll die Zahl auf 50 steigen.

Um die Strategie umzusetzen, schloss Globus aber auch Filialen, die zu klein oder zu nah an anderen Standorten des Konzerns waren. In der Romandie wurde etwa im letzten August ein Herren-Globus in Vevey und Ende des Jahres ein Laden im Einkaufszentrum Balexert in Genf geschlossen.

Die Reorganisation führte zu einem Abbau von Arbeitsplätzen. "Bisher wurden insgesamt 15 Personen entlassen, die verbleibenden Mitarbeiter kehrten in eine andere Position innerhalb der Gruppe zurück," erläutert Herbert. Man plane zwar vorerst keine weiteren Filialschliessungen, bis 2022 will der Konzern jedoch weiter abbauen und maximal 10 Prozent der 3'600 Mitarbeiter starken Belegschaft abbauen.

Online-Handel stärken

Zudem soll die Stärkung des Online-Handels auch den Warenhäusern helfen, ihre Umsätze zu steigern. Innerhalb der nächsten zwei Jahre will Globus über diesen Kanal 100 Millionen Franken einnehmen. "Im Jahr 2017 waren es rund 35 Millionen und 2018 sollen es über 50 Millionen werden", so der Chef.

Ein grosser Teil der Investitionen soll daher in die Entwicklung des Vertriebs über das Internet fliessen, um den Kunden ein "Multi-Channel-Erlebnis" zu bieten, das auf allen Kanälen, ob physisch oder virtuell, basiert.

Der Retail-Spezialist Martin Hotz von Fuhrer & Hotz stellt jedoch fest, dass nur wenige Schweizer Detailhändler derzeit in der Lage sind, ein echtes "Multi-Channel"-Erlebnis zu bieten: "Einem Kunden, der im Geschäft nicht fündig wird, rät ein Verkäufer selten die Verfügbarkeit des Produkts auf der Website zu überprüfen", so Hotz. Er empfehle im eher zu einem anderen Zeitpunkt wieder zu kommen.

Ein Grund für dieses Verhalten sei, dass die Verkäufer Umsatz-Anreize erhalte. "Dieses System müsste angepasst werden", resümiert der Mitautor der Retail Outlook Studie 2018.

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