Zürich
Google zahlt in Zürich jetzt auch ordentlich Steuern

Google wächst und wächst - auch am Standort Zürich. Dort hat die Suchmaschinenfirma jetzt ein weiteres Bürogebäude eröffnet. Und Google zahlt in Zürich jetzt auch ordentlich Steuern. Das sagt zumindest die Stadtpräsidentin.

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Google hat neues Gebäude in Zürich.

Google hat neues Gebäude in Zürich.

Keystone

Wenn Google ruft, dann erscheint in Zürich die Stadtpräsidentin Corine Mauch höchstpersönlich. So war es auch am Donnerstag, als die Suchmaschinenfirma auf dem Hürlimann-Areal ein neues Gebäude eröffnete.

«Die Schweiz ist ein attraktiver Standort», lobte Google-Schweiz-Chef Patrick Warnking. Mittlerweile arbeiteten 1100 «Zoogler» aus 75 Ländern in der Limmatstadt. Damit sei Zürich der grösste Forschungs- und Entwicklungsstandort von Google ausserhalb der USA, so Warnking. Vor der Eröffnung des neuen Gebäudes waren es rund 800 Angestellte gewesen.

Unter den Top 50

Google zählt heute zu den 50 grössten privaten Arbeitergebern in Zürich. Und die Suchmaschinenfirma zahlt jetzt auch ordentlicht Steuern, wie Stadtpräsidentin Corine Mauch sagt. «Google gehört heute zu den 100 grössten Steuerzahlenden in der Stadt», versicherte Mauch. Das war vor kurzem noch ganz anders. Anfang 2013 wurde bekannt, dass Google Switzerland GmbH kaum Unternehmenssteuern bezahlt. Das kantonale Steueramt hat mit den Konzern-Verantwortlichen daraufhin über eine höhere Besteuerung verhandelt.

Offenbar mit Erfolg. Mauch will von Verhandlungen allerdings nichts wissen. Zürich sei heute ein Zentrum der Informationstechnologie. Der Stadtrat wolle diese Rolle weiter fördern, sagte sie vielmehr.

Viele Vorteile in Zürich

«Google ist aus verschiedenen Gründen in die Schweiz gekommen», sagte Warnking. Hier herrsche ein sehr geschäftsfreundliches Klima. Die hiesige Wirtschaft sei immer mehr mit dem Internet verflochten. Und die Schweizer seien sehr internetaffin. Bei der Nutzung von Mobilfunkgeräten stünden die Schweizer an der Spitze in Europa.

Für Zürich als Standort sprächen die zentrale Lage in Europa, die hervorragende Infrastruktur und Lebensqualität sowie die Nähe zum Flughafen.

Weitere Vorteile seien der hohe Bildungsstand und die Nähe zur ETH Zürich und EPFL Lausanne. "Wir pflegen eine enge Zusammenarbeit mit den lokalen Universitäten", sagte der Google-Schweiz-Chef. Zudem werde sich Google noch aktiver bei der Förderung von Jungunternehmen engagieren.

Viele Erfindungen

In Zürich habe Google eine Reihe von Diensten für Internetnutzer in der ganzen Welt entwickelt. So wurde hier beispielsweise die Routensuche auf Google Maps für Velofahrer entwickelt, erklärte der Entwicklungsverantwortliche Oliver Heckmann.

Auch die Routensuche mit dem öffentlichen Verkehr habe man in Zusammenarbeit mit der SBB geschaffen. Dafür seien mittlerweile über 1 Million Haltestellen erfasst worden. Auch Anwendungen für den Emaildienst Gmail oder den Videodienst Youtube stammten aus Zürich.

Weiteres Wachstum

Mit dem neuen Gebäude habe Google Platz für weiteres Wachstum in Zürich in den nächsten Jahren, sagte Warnking der Nachrichtenagentur sda. Wie viele Stellen geschaffen würden, wollte er aber nicht beziffern. Die ersten Mitarbeiter sind nach dem langem Umbau des neuen Gebäudes schon vor einigen Monaten in ihre Grossraumbüros eingezogen.

Wie bereits beim bisherigen Gebäude nebenan hat Google wieder einige witzige Ideen verwirklicht. So entstand ein Frauenbadizimmer und ein James-Bond-Zimmer, wo sich die Mitarbeiter verpflegen können. An einer Wand stehen bis zur Decke Gestelle voller leerer Weinflaschen. In diesem Gestell befindet sich eine Tür, die zu einem Weindegustationszimmer führt.

Eigener Laden für Mitarbeiter

In einem anderen Aufenthaltsraum wurde ein Laden eingerichtet. Dort können die Mitarbeiter in den Pausen mit dem Smartphone ihre Einkäufe bestellen und sie sich nach Hause liefern lassen.

Google hatte im Jahre 2004 in Zürich mit zwei Mitarbeitern die erste Niederlassung ausserhalb der USA gegründet. Im März 2008 wechselte Google aufs Hürlimann-Areal. Dort wuchs man kontinuierlich weiter, weshalb Google ein zusätzliches Gebäude neben dem bisherigen Sitz bezog. (rsn/sda)