Griechenland
Griechenland ist bankrott - doch für Panzer reicht es trotzdem

Unglaublich: Die EU muss Griechenland und den Euro mit 750 Milliarden Euro retten. Sparen wollen die Griechen dennoch nicht. In den letzten zehn Jahren investierte der Südeuropäische Staat fast zehn Milliarden Euro in Panzer, Flugzeuge und U-Boote. Von diesen Bestellungen kam aber nur die Hälfte in Griechenland an!

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Atom-U-Boot kollidiert mit Marine-Schiff

Atom-U-Boot kollidiert mit Marine-Schiff

Keystone

Die Griechen werden es wohl nie lernen. Der südeuropäische Staat ist faktisch bankrott, doch sparen will die Regierung nicht wirklich - im Gegenteil:

Im Jahr 2000 bestellte das griechische Militär bei den Kieler Howaldtswerken - welcher später von der ThyssenKrupp-Marinesparte übernommen wurde - vier U-Boote der Edelklasse 214 und gab gleich noch die Modernisierung von drei älteren Modellen in Auftrag. Kostenpunkt: Zwei Milliarden Euro.

Bekommen haben die Helenen die Kriegsschiffe «Papanikolis», «Pipinos», «Matrozos» und «Katsonis» allerdings nie. Der Grund: Weil die Griechen der Rüstungsfirma seit letztem Jahr 520 Millionen Euro schulden, löste ThyssenKrupp Marine Systems den Vertrag auf.

Papandandreou wollte Boote - trotz Staatsschulden
Doch damit nicht genug: Als der neue Ministerpräsident Papandreou letzten Oktober gewählt wurde, besteht auch er auf den U-Booten - und das im Wissen einer schweren Rezession mit dramatischen Staatsschulden.

So nehmen die Griechen die Verhandlungen mit ThyssenKrupp wieder auf und einigen sich diesen März. Demnach erhalten die Griechen die vier U-Boote doch noch. Zudem wurde der Auftrag auf sgesamt sechs U-Boote erweitert. Baukosten: 500 Millionen Euro - pro Boot. Als Gegenleistung verpflichten sich die Griechen, 320 Millionen Euro ihrer Gesamtschuld zu begleichen.

Panzer für fast zwei Milliarden
Bereits in der Vergangenheit verschleuderte der hochverschuldete Mittelmeer-Staat Gelder für Rüstung. 2002 orderte das Land insgesamt 170 Kampfpanzer vom Typ «Leopard 2 A6» für 1,7 Milliarden Euro.

Ende letzten Jahres erreicht laut «spiegel.de» der letzte Panzer das Mittelmeer - inklusive Bergepanzer, Brückenlegepanzer und Simulationssysteme. Das Problem: Auch hier konnte Griechenland seine Rechnungen selten pünktlich bezahlen. Keine Überraschung also, dass Griechenland auch dieser Firma bis heute 180 Millionen Euro schuldet.

Helenen wünschen sich seit Jahren Kampfjets
Ausserdem gab Griechenland 2001 bei der Rüstungsfirma EADS - welche zum «Eurofighter-Konsortium» gehört - 60 Kampfjets für fünf Milliarden Euro in Auftrag. Nur weil sich das Land nicht Olympia und Flugzeuge leisten konnte, legte die Regierung das Projekt vorerst auf Eis. (muv)