GRIPEN: Gute Aussichten auf Geschäfte

Der schwedische Kampfjethersteller Saab geht mit Schweizer Unternehmen auf Tuchfühlung. Zentralschweizer Firmen wittern Chancen für Aufträge.

Léa Wertheimer
Drucken
Teilen
Präsentation des Gripen am Medienanlass auf dem Militär-Flugplatz Emmen am 12. Oktober 2012. (Bild: Keystone)

Präsentation des Gripen am Medienanlass auf dem Militär-Flugplatz Emmen am 12. Oktober 2012. (Bild: Keystone)

Der schwedische Grosskonzern Saab ist auf Werbetour durch die Schweiz. Schweizer Unternehmen sollen ins Boot geholt werden. Saab will ihnen Gegengeschäfte schmackhaft machen. Kauft die Schweiz den Gripen, verpflichtet sich Saab, Verträge im Umfang des Kaufpreises mit der Schweiz zu tätigen. Wert der Gegengeschäfte: rund 2,5 Milliarden Franken. Gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ) luden die Schweden deshalb gestern die hiesigen Firmen ins Verkehrshaus. Das Interesse war gross. Rund 50 Unternehmer folgten der Einladung.

KMU haben gute Chancen

Felix Howald, Direktor der IHZ, sieht seine Aufgabe vor allem darin, zu informieren. «Die Zentralschweizer KMU haben gute Chancen, in den Gegengeschäften berücksichtigt zu werden», sagt er. «Denn viele Unternehmer wissen nicht, wie sie mit Saab in Kontakt treten können.» Daher habe die IHZ etwas «Nachhilfe» geleistet.

Das trägt bereits Früchte. Die Urner Firma Agor Aggregat AG produziert Förderbandanlagen für den Tunnelbau. Sie hatte Aufträge für den Bau des Gotthard- und des Ceneritunnels. «Wir müssen uns nun ins Ausland orientieren. Ein Gegengeschäft mit Saab könnte uns die Tür nach Nordeuropa öffnen», hofft Carl Wassermann, Leiter Vertrieb bei der Agor Aggregat AG.

Federführend für die Gegengeschäfte ist unter anderen auch der Dachverband der Maschinen- und Metallindustrie Swissmem, der ebenfalls im Verkehrshaus zu Gast war. «Die Rüstungsindustrie sieht keinen rosigen Zeiten entgegen», sagte Jean-Philippe Kohl, Mitglied der Swissmem-Geschäftsleitung. «Denn die Schweizer Rüstungsindustrie lebt insbesondere vom Export.» Viele Staaten aber hätten wie die Schweiz ihr Rüstungsbudget redimensioniert, das spüre die Branche. Gleichzeitig kritisierte Kohl die rigiden Exportbestimmungen der Schweiz, wenn es um Rüstungsgüter geht. «Wir kämpfen nicht mit gleich langen Spiessen wie andere neutrale Staaten wie Schweden oder Österreich.»