Städte-Ranking
«Grosser Sieger im neuen Städte-Ranking ist Affoltern»

Im kürzlich erschienenen Städte-Ranking, im Auftrag der «Bilanz» von Wüest & Partner erstellt, macht Affoltern 29 Ränge gut und nimmt unter 134 Städten der Schweiz Platz 43 ein.

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«Grosser Sieger im neuen Städte-Ranking ist Affoltern»

«Grosser Sieger im neuen Städte-Ranking ist Affoltern»

Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern

Von Werner Schneiter

107 statistische oder dynamische Faktoren spielten beim Ranking eine Rolle: Arbeitsmarkt, Bildung und Erziehung, Dynamik, Erholung, Kultur, Freizeit, Gesundheit, Sicherheit, Soziales, Verkehr, Reichtum, Steuerbelastung, Tourismus und Zentralität. Zug hat seine Führungsrolle verteidigt, die Stadt Zürich Platz zwei ebenfalls. Die Gemeinde Affoltern ist die grosse Siegerin der jüngsten Erhebung, die 134 Schweizer Städte und Kleinstädte mit mindestens 10{FSPACE}000 Einwohnern umfasst. Der Bezirkshauptort gewinnt 29 Plätze und etabliert sich auf Platz 43.
Gemeindepräsident Robert Marty nimmt zu einzelnen Bewertungen Stellung.
Arbeitsmarkt (Rang 61): Affoltern hat mehr Pendler und im Vergleich zu anderen Städten wenig Arbeitsplätze. «Wir schaffen hier keinen vorderen Platz. Wir müssen diesen halten können», hält Marty fest. Er sieht aber Affoltern als das Arbeitsplatzzentrum der Region, das aber nicht wachsen muss wie etwa Rotkreuz. Die Ansiedlung von neuen Arbeitsplätzen erfolgt zwischen OVA und Autobahn, im Bezirk generell der Bahn entlang. «Es wäre nicht sinnvoll, wenn andere Gemeinden ohne Bahnanschluss im grossen Stil Industriezonen ausscheiden würden».
Bildung und Erziehung (5): «Dieser Platz erstaunt mich und nährt ein bisschen Zweifel am Ranking», so Marty. «Vielleicht hat das Krippen-Angebot dazu beigetragen.»
Dynamik (36): Eine Rangierung, die adäquat erscheint vor dem Hintergrund einer regen Bautätigkeit. «Da ist tatsächlich Potenzial vorhanden», fügt der Gemeindepräsident bei. Zentrumsüberbauung, die zweite Etappe der Begegnungszone, die Alterswohnungen im Zentrum sind im Bau bzw. soeben fertiggestellt. Es folgen unter anderem die OVA-Areal-Überbauung mit einem 100-Zimmer-Hotel, der «Albis Park», Hornbach, der «Solarpark» an der Industriestrasse...
Erholung, Kultur, Freizeit (86): «Da schneiden wir eher schlecht ab und müssten weiter vorne klassiert sein», sagt Robert Marty, der die Bewertungskriterien aber nicht kennt. Hat das fehlende Hallenbad, das fehlende Kino oder die fehlende Kunsteisbahn zum schlechten Resultat geführt?
Eher nachvollziehbar ist die schlechte Klassierung (77) beim Kriterium «Tourismus»: «Wir sind keine Tourismusregion und werden es auch nie. Die dafür notwendige Identität wie etwa im Emmental - einer in sich geschlossenen Region - ist hier nicht vorhanden», so Marty.
Beim Verkehr haben die Konstrukteure dieses Rankings im Falle von Affoltern offenkundig Unterlagen mit abgelaufenem Verfalldatum beigezogen: Offenkundig wurden Autobahn, Viertelstundentakt und verdichtetes Busangebot nicht berücksichtigt. Da nimmt Affoltern lediglich Platz 108 ein. Nicht nachvollziehbar ist auch Platz 73 beim Thema «Zentralität». Die Zentren Zürich und Zug sind ab Affoltern inzwischen ja schnell erreichbar. Zum Vergleich: Schlieren figuriert bei diesem Bewertungskriterium auf Platz 4. Offenbar wurde die Erreichbarkeit des Flughafens Zürich-Kloten stark gewichtet.
Nicht ganz so schlecht wie man es wahrnimmt schneidet Affoltern bei den Kriterien «Steuerbelastung» (Rang 41) und «Reichtum» (47) ab.

Druck auf Immobilienpreise und Wohnungsmieten
In der «Bilanz» wird Affoltern insgesamt zum «grossen Sieger der neuen Bewertung» gekürt. «Ländliche Anmutung» bei gleichzeitig schneller Anbindung an die Zentren Zürich, Zug und Luzern, die dank Autobahn, Viertelstundentakt und direkten Busverbindungen nach Zürich möglich sind: Das macht den Bezirkshauptort attraktiv. Die Medaille hat aber eine Kehrseite: Der Druck auf Immobilienpreise und Wohnungsmieten steigt in Affoltern rapid an.