Neue Daten
Grösste Lohn-Erhebung: So viel verdienen Schweizer im Monat

Das Bundesamt für Statistik hat neue Zahlen zu Löhnen in der Schweiz veröffentlicht. Finden Sie in der Bildergalerie (oben) heraus, wie viel Arbeitskräfte in Ihrem Beruf durchschnittlich verdienen.

Niklaus Vontobel und Mark Walther
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Der monatliche Brutto-Medianlohn für Lehrerinnen und Lehrer beträgt 9315 Franken. Umfasst Lehrkräfte von Vorschulbereich bis Universität sowie sonstige Lehrer. Medianlohn: Für die eine Hälfte liegt der Lohn über, für die andere Hälfte dagegen unter dem Zentralwert (Median). Quelle: Bundesamt für Statistik (2018)
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Naturwissenschafter, Mathematiker, Ingenieure: 7956 Franken. Das sind zum Beispiel ArchitektIn, GrafikerIn, BauingenieurIn, GeomatikerIn, DesignerIn, ChemikerIn, TechnikerIn HTL, Biologe/Biologin, Geologe/Geologin, TechnischeR KontrolleurIn, VersicherungswirtschafterIn, PhysikerIn, AgronomIn, usw.
Akademische und verwandte Gesundheitsberufe: 8013 Franken. z. B. PhysiotherapeutIn, ApothekerIn, Assistenzarzt/Assistenzärztin, Pflegefachkraft FH, Arzt/Ärztin, DrogistIn, Tierarzt/Tierärztin, ErgotherapeutIn, GeburtshelferIn, TherapeutIn, Facharzt/Fachärztin, Zahnarzt/Zahnärztin, usw.
Betriebswirtschafter und vergleichbare akademische Berufe: 7265 Franken. z. B. LogistikerIn, DisponentIn, Business AnalystIn, LogistikangestellteR, VersicherungsberaterIn, Personalfachkraft, MarketingassistentIn, Finanz-AnalytikerIn, FinanzberaterIn, AnlageberaterIn, BankberaterIn, FinancierIn, usw.
Akademische und vergleichbare Fachkräfte in der Informations- und Kommunikationstechnologie: 9018 Franken. z. B. InformatikerIn, ApplikationsentwicklerIn, System Engineer, SystemingenieurIn, SystemadministratorIn, AnalytikerIn, EDV-IngenieurIn, IT-SpezialistIn, IT-ArchitektIn, AnwendungsprogrammiererIn, usw.
Juristen/innen, Sozialwissenschaftler/innen und Kulturberufe: 8332 Franken.
Ingenieurtechnische und vergleichbare Fachkräfte: 7032 Franken. z. B. TechnikerIn, VorarbeiterIn, HochbauzeichnerIn, LaborantIn, PilotIn, Fluglotse/Fluglotsin, usw.
Assistenzberufe im Gesundheitswesen: 6744 Franken.
Löhne in der Schweiz
Nicht akademische sozialpflegerische, juristische, kulturelle und verwandte Fachkräfte: 6649 Franken.
Informations- und Kommunikationstechniker: 6414 Franken. z. B. OperatorIn, IT-SupporterIn, Webmaster/Webmistress, usw.
Allgemeine Büro- und Sekretariatskräfte: 6133 Franken. z. B. BüroangestellteR, KaufmännischeR AngestellteR, SekretärIn, AdministrationsassistentIn, usw.
Bürokräfte mit Kundenkontakt: 5302 Franken. z. B. ReceptionistIn, ReiseberaterIn, ReiseverkäuferIn, Reisefachkraft, BankassistentIn, usw.
Materialwirtschaft, Bürokräfte Finanz- und Rechnungswesen und Statistik: 5463 Franken. z. B. LageristIn, LagerangestellteR, Zügelmann/Züglerin, LagerchefIn, BuchhaltungssekretärIn usw.
Sonstige Bürokräfte und verwandte Berufe: 5823 Franken.
Berufe im Bereich personenbezogener Dienstleistungen: 4492 Franken. wie z. B. Koch/Köchin, ServicefachangestellteR, Warte/-frau, HauswartIn, Coiffeur/Coiffeuse, KüchenangestellteR, Kochgehilfe/Kochgehilfin, Küchenbursche/Küchenmädchen, Flight Attendant, HauswirtschaftlicheR AngestellteR, KosmetikerIn, Gouvernante, Steward/Stewardess, usw.
Verkauf: 4680 Franken.
Betreuungsberufe: 5316 Franken.
Schutz- und Sicherheit: 6468 Franken.
Fachkräfte in der Landwirtschaft: 5200 Franken.
Fachkräfte in Forstwirtschaft, Fischerei und Jagd (Marktproduktion): 5882 Franken.
Bau- und Ausbaufachkräfte sowie verwandte Berufe, (ohne Elektriker): 5849 Franken.
Elektriker und Elektroniker: 5878 Franken.
Metallarbeiter, Mechaniker und verwandte Berufe: 5823 Franken. z. B. MechanikerIn, AutomechanikerIn, PolymechanikerIn, MetallbauerIn, CarrosseriespenglerIn, SchlosserIn, SchweisserIn, MaschinenoperateurIn, WerkzeugmacherIn, HilfsmechanikerIn, MetallschleiferIn, AutomobildiagnostikerIn, Carrossier/ère, usw.
Präzisionshandwerker, Drucker und Kunsthandwerk: 5658 Franken.
Nahrungsmittelverarbeitung, Kleiderherstellung und verwandtes Handwerk: 5248 Franken.
Bedienen stationärer Anlagen und Maschinen: 5555 Franken. z. B. MaschinistIn, MaschinenführerIn, WäschereiangestellteR, PackerIn, MetallarbeiterIn, Weintechnologe/Weintechnologin, usw.
Montageberufe: 5518 Franken.
Fahrzeugführen und bedienen mobiler Anlagen: 5646 Franken. z. B. Chauffeur/-euse, Lastwagenchauffeur/-euse, LokomotivführerIn, Buschauffeur/-euse, KranführerIn, Lieferer/Lieferin, LokomotivführerIn, usw.
Reinigung und Hilfskräfte: 4193 Franken. z. B. RaumpflegerIn, ReinigungsangestellteR, ReinigerIn, ReinigerIn von Wohnungen, Haushalthilfe, Cafeteriagehilfe/Cafeteriagehilfin, usw.
Hilfskräfte in Land-, Forstwirtschaft und Fischerei: 4578 Franken.
Hilfskräfte bei der Herstellung von Waren, im Transportwesen sowie im Bau und Bergbau: 5355 Franken. z. B. ProduktionsmitarbeiterIn, BauarbeiterIn, LagerarbeiterIn, VerpackungsangestellteR, BauhilfsarbeiterIn, VelokurierIn, GeleisemonteurIn, WegmacherIn, usw.
Hilfskräfte in der Nahrungsmittelzubereitung: 4121 Franken.
Abfallentsorgung und sonstige Hilfsarbeitskräfte: 5316 Franken. z. B. PaketträgerIn, KurierIn, Auslieferer/Auslieferin für Mahlzeitendienst, KinoangestellteR, GarderobenmeisterIn, KurierIn, KehrichtabfuhrarbeiterIn, usw.
Geschäftsführer/innen und leitende Staatsangestellte: 10'541 Franken.
Kaufmännische Führungskräfte: 9989 Franken.
Führungskräfte in Produktion und spezialisierten Dienstleistungen: 9170 Franken.
Führungskräfte in Handel und Gastgewerbe: 5199 Franken.

Der monatliche Brutto-Medianlohn für Lehrerinnen und Lehrer beträgt 9315 Franken. Umfasst Lehrkräfte von Vorschulbereich bis Universität sowie sonstige Lehrer. Medianlohn: Für die eine Hälfte liegt der Lohn über, für die andere Hälfte dagegen unter dem Zentralwert (Median). Quelle: Bundesamt für Statistik (2018)

Keystone

Die Lohnstrukturerhebung wird vom Bundesamt für Statistik veröffentlicht, es ist die umfassendste Erhebung zu den Löhnen. Am Freitag wurden neue Zahlen herausgegeben, die die Löhne für einzelne Berufe zeigen, nach Lebensalter und nach Geschlecht – und dies wiederum aufgeteilt auf einzelne Wirtschaftsregionen. Es ist eine repräsentative Erhebung, die auf Angaben von gut 37'000 Unternehmen beruht und total 1,7 Millionen Arbeitsplätze erfasst, also etwa jeden dritten Beschäftigten.

Zur Verteilung der Löhne hat diese Woche der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) einen "Verteilungsbericht" veröffentlicht. Demnach seien in der Schweiz die tiefsten Löhne seit der Jahrhundertwende deutlich gestiegen, anders als in vielen anderen Ländern in Europa. Auch insgesamt hätten sich die Löhne erhöht, trotz Finanzkrise und Frankenüberbewertung.

Das sind aus SGB-Sicht die erfreulichen Nachrichten. Kritische beurteilt die Gewerkschaft hingegen, dass die hohen und höchsten Löhne überproportional gestiegen seien. Es gebe heute in der Schweiz rund 14'000 Personen mit einem Lohn von über einer halben Million Franken. Mitte der 1990er Jahre seien es noch 3000 Personen gewesen.

Die Aussichten auf Lohnsteigerungen im nächsten Jahr sind für die meisten Schweizer Arbeitnehmer nur verhalten, trotz der sehr guten Konjunktur. An guten Kennzahlen fehlt es derzeit nicht. Im zweiten Quartal legte die Wirtschaft ein Wachstum von real 3,4 Prozent zum Vorjahr hin, im ersten Quartal 2,9 Prozent. In der Schweiz herrscht Hochkonjunktur. Die Schweiz wächst damit erneut stärker als der Euroraum. Das Staatssekretariat für Wirtschaft hat die Prognose für 2018 von 2,4 auf 2,9 Prozent er höht.

Es bleibt weniger vom Lohn

Doch die Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) rechnet für 2019 bloss mit einem nominalen Lohnplus von gut einem Prozent. Der Berater Lohntendenzen.ch erwartet 0,9 Prozent und stützt sich dabei auf eine Umfrage unter Unternehmen. Davon bliebe bei einer erwarteten Teuerung von 0,6 Prozent nur wenig übrig. Zieht die Teuerung etwas stärker an als erwartet, ist der Lohnzuwachs weg. Nach der alljährlichen Steigerung der Krankenkassenprämien, die in der Teuerung nicht enthalten ist, bleibt vom Lohn noch weniger im Geldbeutel.

Die Lohnstrukturerhebung zeigt auch, dass bei den dienstälteren Mitarbeitern die mittleren Löhne in den letzten Jahren zurückblieben hinter den Zunahmen bei den jüngeren Mitarbeitern. Von 2010 bis 2016 legten die Löhne der älteren Mitarbeiter nur um 3,1 Prozent zu. Bei den dienstjüngeren gab es eine mehr als doppelt so hohe Steigerung, ein Plus von 7,1 Prozent.

Diese unterschiedliche Fortüne erklärt sich der Gewerkschaftsbund mit einer verfehlten Lohnpolitik. «Oft ist die Haltung der Arbeitgeber die, dass man bei den Jungen am Ball bleiben muss, die Alten hingegen sowieso bleiben», sagt SGB-Chefökonom Daniel Lampart. In Zeiten, in denen das Geld für Investitionen knapp sei, investiere man in junge Neueingestellte und halte die Dienstälteren eher kurz.

Beim Arbeitgeberverband wird diese Entwicklung naturgemäss anders beurteilt. So sagt Simon Wey, Arbeitsmarktspezialist beim Arbeitgeberverband: «Die stärkere Erhöhung der Löhne von Personen mit weniger Dienstjahren lässt sich unter anderem durch das bereits hohe Lohnniveau von Mitarbeitenden mit 20 Dienstjahren und mehr erklären.» Mit anderen Worten haben diese langjährigen Mitarbeiter zumeist bereits einen hohen Lohn, also liegen naturgemäss auch weniger Lohnerhöhungen drin. Zumal die Löhne auch ins Lohngefüge eines Unternehmens passen müssten.